Es war einmal der Plan, ein neues Stadion in Darmstadt zu bauen. Innerhalb von drei Jahren sollte es fertig sein. Aber dann kam alles ganz anders.

Frühjahr 2013
Laut einer von der Stadt als Stadion-Eigentümerin in Auftrag gegebenen Studie ist ein Neubau am Böllenfalltor mit 27,6 Millionen Euro die günstigste von drei Optionen. Der Neubau soll zum Start der Saison 2016/17 abgeschlossen sein.

Herbst 2014
Es gibt Hinweise, dass der angestrebte Zeitplan beim Bau nicht einzuhalten ist. Zunächst ist von einer Verzögerung um einige Monate die Rede.

Fehleinschätzung bei der Bürgerbeteiligung

Februar 2015
Oberbürgermeister Jochen Partsch erklärt, dass er frühestens zum Jahresende mit ersten Schritten für den Neubau rechne. Wenige Tage später wird bekannt, dass anders als angenommen ein Bauleitplanverfahren mit Bürgerbeteiligung nötig ist.

März 2015
In einem Interview sagt Partsch, dass das neue Stadion bis 2018 fertig sei und beziffert den Kostenkorridor auf 30 bis 32 Millionen Euro.

Frühjahr 2016
Es wird bekannt, dass im Bauleitplanverfahren zahlreiche Bedenken gegen ein neues Stadion am Böllenfalltor geäußert wurden.

Juni/Juli 2016
Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch rechnet nicht mehr mit einem Neubau am bisherigen Standort. Wenig später legt die Stadt die Pläne offiziell auf Eis. Wegen schwerwiegender rechtlicher Einwände soll stattdessen die bestehende Arena modernisiert werden.

Suche nach einem anderen Standort ohne Erfolg

Dezember 2016
Die Stadt erklärt, für ein neues Stadion nehme man vier Standorte in die engere Wahl. „Wir betrachten diese vier Standorte als gleichwertig“, sagt Partsch.

März 2017
Wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl erklärt Partsch, er sehe wegen einer Gesetzesänderung nun doch „beste Realisierungschancen“ für einen Neubau am Böllenfalltor. Die anderen Standorte seien dagegen mit „größten Problemen“ verbunden.

Oktober 2017
Fritsch umreißt die Pläne für das neue Stadion: Der Startschuss soll demnach im Frühjahr 2018 mit dem Baubeginn des Funktionsgebäudes fallen. Mit der Gegengerade soll es im Sommer 2018 losgehen. Vom Sommer 2019 an soll die Haupttribüne neu gebaut werden.

Der Verein übernimmt

Januar 2018
Der Verein übernimmt das Stadion von der Stadt in Erbpacht auf 40 Jahre. Beim Neujahrsempfang werden erste Entwürfe der neuen Arena präsentiert.

Mai 2018
Der Abriss der Gegengerade wird laut Verein voraussichtlich erst im Herbst starten – unter anderem weil der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden muss.

Herbst 2018
Die kalkulierten Kosten für die Gegengerade steigen von 14 Millionen Euro auf rund 19 Millionen. Grund ist die Hochkonjunktur im Baugewerbe. Anfang November gibt der Verein bekannt, dass die Hellmich Gruppe den Ausbau übernimmt. Sie hat als einziges Unternehmen ein Angebot abgegeben.

Dezember 2018
Nach dem letzten Heimspiel des Jahres rollen die Bagger an. Die Arbeiten beginnen. Die Stehplätze sollen bereits zur neuen Saison fertig sein. Bis Ende 2019 soll die ganze Tribüne fertig sein. Danach soll es an den Bau der Haupttribüne gehen.

(Fortsetzung folgt)

Bildquellen

  • Gegengerade-008: Arthur Schönbein

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