Gleich fünf Neuzugänge haben die Lilien in der Winterpause für den Rest der Saison verpflichtet: Victor Pálsson, Sören Bertram, Patrick Herrmann, Mathias Wittek und Christoph Moritz. Fünf unterschiedliche Spieler – und doch haben sie einige Gemeinsamkeiten.

Ausbildung:

Alle wurden bei Vereinen ausgebildet, die für ihre gute Jugendarbeit bekannt sind: Wittek beim TSV 1860 München, Bertram beim Hamburger SV, Moritz beim FC Schalke 04, Herrmann beim VfL Wolfsburg und Hannover 96. Pálsson erhielt in seinem letzten Jugendjahr beim FC Liverpool den Feinschliff. Wittek, Bertram und Moritz liefen zudem für diverse deutsche Nachwuchsnationalmannschaften auf.

Karriereknick:

Außer Pálsson hatte zuletzt keiner der Neuzugänge einen Stammplatz. Wittek geriet bei Heidenheim nach einer Knieverletzung zu Saisonbeginn ins Hintertreffen. Bertram spielte trotz seiner drei lebenswichtigen Tore in der Abstiegsrelegation im Sommer zuletzt in Aue keine Rolle mehr. Herrmann hatte seinen Stammplatz in Kiel an einen jüngeren Konkurrenten verloren. Moritz hatte nach dem Trainerwechsel in Hamburg keine Perspektive mehr. Pálsson war zwar Kapitän beim FC Zürich, allerdings galt er als ein designiertes Opfer der angestrebten Verjüngung beim Schweizer Erstligisten.

Alter:

Keiner der Neuzugänge ist jünger als 27 Jahre. Trainer Dirk Schuster setzt in der aktuellen, keineswegs entspannten Situation weiter auf Erfahrung. Langfristige Perspektiven bieten diese Spieler eher nicht. Immerhin verpflichteten die Lilien bereits jetzt für den Sommer Flügelspieler Erich Berko. Der ist erst 24 Jahre alt.

Mentalität:

Vor allem Pálsson, Wittek und Herrmann haben den Ruf, über eine ausgesprochen starke Mentalität und Kampfkraft zu verfügen. Solche Spieler liebt Schuster. Moritz gilt als technisch beschlagener Akteur für mehr spielerische Elemente sorgen, war aber in seiner Zeit in Kaiserslautern auch Mannschaftskapitän.

Preis:

Der Satz „Über die Transfermodalitäten vereinbarten beide Vereine Stillschweigen“ gehört zum Standard in den Mitteilungen der Lilien zu einer Neuverpflichtung. Sicher hat der Verein im Winter ein wenig Geld in die Hand genommen. Doch die Schnäppchen-Mentalität, die Schuster und das Präsidium über Jahre hinweg mit oft glücklicher Hand praktiziert haben, ist sicher erhalten geblieben. Auch deswegen kamen die letzten drei Verpflichtungen wohl erst kurz vor Ende der Transferperiode zustande.

Am teuersten war vermutlich Pálsson, für den Zürich im Sommer 2017 noch eine Ablösesumme von 300.000 Euro an den dänischen Erstligisten Esbjerg fB bezahlt hatte. Ob bei Bertram tatsächlich noch eine Ablösesumme geflossen ist, wird im Umfeld von Aue bezweifelt, wie es in einem Interview vom Kickschuh-Blog heißt. Sein Vertrag wäre im Sommer ohnehin ausgelaufen. Bei den Reservisten Wittek und Herrmann rechnet sich der Wechsel für den abgebenden Verein schon dadurch, dass die Spieler nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen. Bei Leihspieler Moritz wird der Hamburger SV vielleicht nicht das gesamte, aber zumindest einen Teil des Gehalts einsparen.

 

 

Bildquellen

  • D98-FCSP-2018-19-002: Arthur Schönbein

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