Am Mittwochvormittag stand Joevin Jones bei strahlendem Sonnenschein wieder auf dem Platz, lachte sogar manchmal – so als wäre nichts. Am Dienstag hatte der Mittelfeldspieler noch gefehlt. Offiziell hieß es, er sei krank gewesen. Doch es ist kein Geheimnis, dass der flinke Flügelspieler aus Trinidad und Tobago derzeit nicht besonders glücklich ist in Darmstadt – weit weg von seiner karibischen Heimat: Das Heimweh plagt den 27-Jährigen. Und nach den Abgängen der beiden US-Amerikaner Orrin McKinze Gaines II und Terrence Boyd hat er gerade auch noch zwei seiner engsten englischsprachigen Ansprechpartner im Team verloren.

Einer der Garanten für den Klassenerhalt 2018

Jones war im Sommer vor eineinhalb Jahren noch unter Torsten Frings von den Seattle Sounders aus der US-Profiliga MLS verpflichtet worden. Er stieß aber erst in der Winterpause zum Lilien-Team, das da schon von Trainer Dirk Schuster betreut wurde.

In der vergangenen Rückrunde sorgte JJ, wie er von seinen Mitspielern genannt wird, für viel Wirbel auf der linken Außenbahn. Er stand in jedem Spiel in der Startformation, erzielte vier wichtige Treffer und war einer der Garanten für den Klassenerhalt.

Heimaturlaube und Familienzusammenführung – der Verein bemüht sich um Jones

Doch in dieser Saison läuft es deutlich schlechter für den 71-maligen Nationalspieler. Zu selten ruft er sein außergewöhnliches Können ab. Zu häufig dribbelt er sich fest oder übersieht besser postierte Mitspieler. Nur zwei Treffer, mehrfach Einwechselspieler, zuletzt gegen Dresden saß er sogar die kompletten 90 Minuten auf der Bank.

Am Verein liegt es nicht. Der bemüht sich sehr darum, dass Jones sich wohl fühlt. In der Winterpause erhielt der Spieler einen verlängerten Heimaturlaub. Das Trainerteam um Dirk Schuster nahm seinen Bruder Alvin als Testspieler mit ins Trainingslager, der sich allerdings nicht als rechter Außenverteidiger empfehlen konnte und wieder weggeschickt wurde. Um das Sandhausen-Spiel weilte Jones nochmals „aus familiären Gründen“ rund eine Woche in seiner Heimat. Auf Dauer ist das freilich keine Lösung.

 

Bildquellen

  • Rückblick-21: Arthur Schönbein

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