Die Nase war noch etwas geschwollen, aber den Humor hatte Marvin Mehlem am Rosenmontag bereits wiedergefunden.

„Ich gehe eben als Rocky Balboa“, scherzte der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler in Anspielung auf den berühmten Boxer am Tag nach der 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld. Beim Trainer-Einstand von Dimitrios Grammozis hatte der wendige Offensivspieler zu den besten Akteuren der Lilien gehört, mit einem Pfostenschuss beinahe den Ausgleich erzielt.

Blutig, aber nicht gebrochen

Doch in der 84. Minute musste er nach einem Schlag seines Gegenspielers mit blutender Nase vom Platz. Bei der Auswechslung trat er wütend gegen einen Kasten. Das habe aber nichts mit der Auswechslung oder dem Trainer zu tun gehabt. „Ich einfach frustriert wegen der Nase und dem Spielstand“, sagte Mehlem

Gebrochen ist nichts, wie sich schnell herausstellte. Vorwürfe an seinen Gegenspieler erhob Mehlem auch nicht. „Er hat mit dem Arm ausgeschwungen – und ich bin halt reingerannt“, sagte er. Das sei eben dumm gelaufen.

„Der letzte Pass nach vorne hat gefehlt“

Das gilt auch für die gesamte Partie, denn ein Punkt wäre nach Ansicht von Mehlem verdient gewesen. Dass es am Ende dafür nicht reichte, lag vor allem an der Offensive: „Meiner Meinung nach hat der letzte Pass nach vorne gefehlt, der Wille, nach vorne zu spielen“, monierte er.

Dagegen sei es „ganz gut gelungen“, die Defensive zu stabilisieren, wie das der neue Trainer vorgegeben habe. Die Defizite sollten diese Woche aufgearbeitet werden, damit es im nächsten Heimspiel gegen Holstein Kiel (Samstag, 13 Uhr) besser laufe.

Grundsätzlich sei es für ihn jedoch positiv, dass die Mannschaft unter Grammozis stärker versuchen soll, von hinten herauszuspielen. „Ich glaube, jeder Fußballer mag es, nicht immer nur lange Bälle zu schlagen und auf gut Glück den zweiten Ball zu kriegen“, sagte er und fügte mit Blick auf das spielerische Potenzial des Teams an: „Wir können das auch auf jeden Fall.“

Mehlem will kein Gewicht machen

Seine eigene Rolle sieht der Spieler mit der Rückennummer sechs auf der Zehnerposition. „Da spiele ich seit der Jugend und ich habe das Gefühl, dass ich da meine Stärken besser ausspielen kann.“ Sein Job sei es, mit Sturmspitze Serdar Dursun Druck auf die gegnerische Abwehr zu machen.

Dabei könnten dem 1,74 großen und 67 Kilo schweren Spieler in den Zweikämpfen ein paar Kilo mehr Kampfgewicht unter Umständen nicht schaden – ähnlich wie bei einem Boxer. „Manche sagen, ich soll zwei, drei, vier Kilo zunehmen“, sagt Mehlem. „Aber dann wäre ich vielleicht nicht mehr so wendig und wuselig.“

 

 

 

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  • DSC-D98-2018-19-008: Arthur Schönbein

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