Nach dem Sieg über Mitbewerber 1. FC Magdeburg sieht es mit Blick auf den Klassenerhalt für die Lilien derzeit gut aus. Aber der Abstieg ist noch immer möglich. An den letzten fünf Spieltagen kann ein Team bestenfalls noch 15 Punkte holen und die Tabelle damit ziemlich durcheinanderwirbeln. Welche Szenarien sind damit für die Lilien noch möglich?

Szenario Direkter Abstieg

Der Vorsprung auf die beiden direkten Abstiegsplätze beträgt 13 Punkte. Für einen direkten Abstieg müssten mindestens fünf Teams die Lilien überholen. Das geht nur, wenn die Lilien mindestens vier Mal verlieren und das fünfte Spiel nicht gewinnen.

Zudem müsste mindestens eines der beiden Kellerkinder – der FC Ingolstadt und der MSV Duisburg – nicht mehr verlieren und dürfte nur einmal Unentschieden spielen. Und zusätzlich müssten die vier anderen Teams, die noch hinter den Lilien stehen – Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, SV Sandhausen und Magdeburg – alle so punkten, dass sie an den 98ern vorbeiziehen.

Bereits im nächsten Heimspiel gegen den VfL Bochum könnten die Lilien den direkten Abstieg auch rechnerisch abhaken. Das wäre der Fall, wenn die 98er siegen oder die beiden Kellerkinder verlieren.

Aber Vorsicht: In der vergangenen Saison war Eintracht Braunschweig fünf Spieltage vor Schluss 12., hatte 37 Zähler auf dem Konto (einer mehr als die Lilien jetzt) und stieg am Ende noch direkt ab.

Wahrscheinlichkeit Direkter Abstieg: 9 Prozent

Szenario Relegation

Neun Punkte auf Magdeburg auf dem Relegationsrang 16 sind komfortabel. Aber noch keine Sicherheit. Magdeburg müsste mindestens drei Spiele gewinnen, die Lilien alle diese Spiele verlieren, um wieder gleichauf zu sein.

Das geht, wie ein Blick auf die vergangene Saison zeigt. Da rangierte Erzgebirge Aue nach dem 29. Spieltag scheinbar gerettet mit 39 Punkten auf Rang acht – und musste am Ende in die Relegation – unter anderem nach einem ziemlich unglücklichen 0:1 gegen die Lilien am 34. Spieltag.

Auch am letzten Spieltag dieser Saison kommt die Mannschaft aus dem Erzgebirge wieder ans Böllenfalltor. Aber Geschichte wiederholt sich ja nicht – zumindest nicht in allen Details.

Wahrscheinlichkeit Relegation: 20 Prozent

Szenario Aufstieg

Der direkte Aufstieg ist rechnerisch nicht mehr möglich, nachdem der Hamburger SV in Köln gepunktet hat. Aber die Relegation wäre theoretisch noch drin. Dazu dürfte Union Berlin allerdings maximal noch zwei Punkte holen, Paderborn drei, auch Kiel, Heidenheim und St. Pauli müssten ziemlich schwächeln, zudem müssten die Lilien noch an vier weiteren Teams vorbeiziehen.

Wahrscheinlichkeit Aufstieg 1 Prozent

Szenario Klassenerhalt

Maximal sieben Punkte fehlen den Lilien noch, um die Klasse sicher zu halten. Wahrscheinlich reichen deutlich weniger. Vergangene Saison sprangen die Lilien am letzten Spieltag noch auf Rang 10. Sah doch gar nicht so schlecht aus. Dass die Elf rund die Hälfte der Saison auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, war dem Tabellenstand nicht anzusehen. Für diese Spielzeit war als Ziel eine sorgenfreie Saison ausgegeben worden. Tatsächlich standen die Lilien bis heute nie auf einem Abstiegsplatz – und werden es wohl auch am Ende nicht tun. Ruhig und sorgenfrei war die Saison trotzdem nicht.

Wahrscheinlichkeit Klassenerhalt:  70 Prozent

Das Restprogramm im Überblick:

Lilien

  • VfL Bochum (H)
  • 1. FC Köln (A)
  • 1. FC Union Berlin (H)
  • FC Ingolstadt 04 (A)
  • Erzgebirge Aue (H)

Dresden

  • 1. FC Köln (H)
  • FC Ingolstadt 04 (A)
  • FC St. Pauli (H)
  • Holstein Kiel (A)
  • SC Paderborn 07 (H)

Aue

  • Hamburger SV (A)
  • VfL Bochum (H)
  • Jahn Regensburg (A)
  • SpVgg Greuther Fürth (H)
  • SV Darmstadt 98 (A)

Sandhausen

  • MSV Duisburg (A)
  • Holstein Kiel (H)
  • 1. FC Heidenheim (A)
  • Arminia Bielefeld (H)
  • Jahn Regensburg (A)

Magdeburg

  • Jahn Regensburg (A)
  • SpVgg Greuther Fürth (H)
  • VfL Bochum (A)
  • 1. FC Union Berlin (A)
  • 1. FC Köln (H)

Ingolstadt

  • Arminia Bielefeld (A)
  • Dynamo Dresden (H)
  • Hamburger SV (A)
  • SV Darmstadt 98 (H)
  • 1. FC Heidenheim (A)

Duisburg

  • SV Sandhausen (H)
  • Arminia Bielefeld (H)
  • Holstein Kiel (A)
  • 1. FC Heidenheim (H)
  • Hamburger SV (A)

Bildquellen

  • FCM-D98-006: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

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