Er ist der dienstälteste Spieler im Kader der Lilien – aber nur noch bis Saisonende. Dann wird Sandro Sirigu den Verein nach sechs Jahren verlassen. In einem Mediengespräch am Dienstag gab er sich dankbar und auch ein bisschen wehmütig.

Heute wurde die Entscheidung verkündet, dass Du den Verein verlässt. Wie ist denn Deine Gefühlslage?

Sandro Sirigu: Ich glaube, ich habe das noch nicht so realisiert. Das ist alles für mich noch extrem weit weg. Bis auf, dass man etwas wehmütig wird und vielleicht auch etwas nachdenklicher, hat sich bis jetzt noch nicht viel getan.

Wie blickst Du auf die sechs Jahre zurück?

Sandro Sirigu: Ganz ehrlich: Das war die schönste Zeit in meinem Leben – sportlich wie privat. Ich hoffe, dass es so weitergeht bei einem anderen Verein. Darmstadt ist meine Heimat geworden. Ich fühle mich als Heiner.

Gibt es schon eine Tendenz, wie es weitergeht?

Sandro Sirigu: Ich hoffe, dass ich in der Zweiten Liga bleiben kann. Ich fühle mich bereit dazu, Zweite Liga spielen zu können und mehr Einsatzminuten zu bekommen als das letzte halbe Jahr. Es kommt positive Resonanz. Ein, zwei Gespräche habe ich geführt. Es ist noch alles offen. Es gab auch lose Anfragen aus dem Ausland. Das wird jetzt sicher etwas turbulent. Aber ich habe es mir so ausgesucht.

„Sehr gute und ehrliche Gespräche“

Wann ist die Entscheidung zur Trennung gefallen?

Sandro Sirigu: Das hat sich über längere Zeit entwickelt. Im Winter habe ich mit Dirk Schuster noch Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt. Das hat sich dann zerschlagen mit dem Trainerwechsel. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich im vergangenen halben Jahr wenig gespielt habe – und nicht ein einziges Mal von Anfang an auf meiner gelernten Position. Und dann haben wir in beiderseitigem Einvernehmen so entschieden.

Also war es nicht so, dass Du unbedingt weg wolltest oder der Verein gesagt hat: Geh bitte?

Sandro Sirigu: Richtig. Es waren sehr gute und ehrliche Gespräche. Wir haben dann am Ende den Entschluss getroffen, dass es für beide Seiten besser ist, getrennte Wege zu gehen.

Ist Dir denn versprochen worden, dass Du am Sonntag im letzten Spiel gegen Aue dabei bist?

Sandro Sirigu: Das habe ich auch nur aus den Medien gehört (lacht). Aber ich glaube auch nicht, dass sich der Trainer überreden lässt. Abschiedsspiel klingt schon komisch. Ich weiß gar nicht, ob ich dann zeigen kann, was ich wirklich kann, wenn ich manchmal den Ball vor lauter Tränen nicht richtig sehe … nein, aber mal im Ernst: Ich nehme es, wie es kommt, und freue mich auf Sonntag sehr.

(Teil II folgt am Mittwochmorgen. Darin erzählt Sirigu unter anderem, was seine schönsten Momente im Lilien-Trikot waren.)

Bildquellen

  • D98-SSV-2018-19-008: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

Verfasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.