Beim Saisonziel wollen sich die Lilien nicht festlegen – aus gutem Grund. In der vergangenen Spielzeit hatte man sich zunächst auf die Sprachregelung „sorgenfreie Saison“ verständigt. Doch zum Ende der Vorrunde rutschten die Lilien in der Tabelle immer tiefer Richtung Abstiegsränge. Im Winter modifizierte man das Saisonziel auf „eine bessere Rückrunde“. Und als das zunächst auch nicht klappte, musste Trainer Dirk Schuster gehen.

„Wir werden uns nicht kleiner machen, als wir sind“

„Lasst uns nicht irgendwelche Tabellenplätze ausrufen“, mahnte nun Präsident Rüdiger Fritsch beim Wiest-Lilien-Talk auf dem Heinerfest. „Lasst uns mal die ersten Spiele spielen. Dann können wir analysieren.“

Lilien-Wiest-Talk

Wiest-Lilien-Talk auf dem Heinerfest, von links Lars Hennemann (Chefredakteur „Darmstädter Echo“), Rüdiger Fritsch, Carsten Wehlmann, Dimitrios Grammozis und Jens Wannemacher (Sportchef „Darmstädter Echo“)

Trainer Dimitrios Grammozis versprach: „Wir werden in jedes Spiel gehen, um es zu gewinnen.“ Und unter dem Jubel der mehreren hundert Gäste im Hausmann-Zelt am Karolinenplatz fügte er an: „Wir sind Darmstadt 98. Wir werden uns nicht kleiner machen, als wir sind.“

Vizepräsident Pfitzner wird nicht Geschäftsführer

Fritsch geht es vor allem darum, den Weg der Professionalisierung der Strukturen weiterzugehen – sei es mit dem Stadionumbau oder der Schaffung professioneller Strukturen.

Dazu gehört auch ein zweiter Geschäftsführer, wie er bereits kurz nach Saisonende erklärt hatte. Anders als die „Bild“-Zeitung berichtet hatte, wird Vizepräsident Markus Pfitzner diesen Job nicht übernehmen, wie er im Gespräch mit dem Lilienblog klarstellte.

„Können die Spieler nicht mit Geld überschütten“

Einen großen Anteil an der Professionalisierung hat der Sportliche Leiter Carsten Wehlmann. Während der Kader in den vergangenen Jahren erst zum Ende der Sommer-Transferperiode Gestalt annahm, fährt Grammozis am Sonntag mit einem nahezu kompletten Team ins Trainingslager. Ein dritter Torwart soll noch kommen. Möglicherweise handelt es sich dabei um Carl Klaus, der beim VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg ausgebildet wurde und zuletzt für den spanischen Drittligisten Atlético Baleares spielte.

 

Ansonsten werde man schauen, „was auf dem Markt möglich ist“, sagte Wehlmann. „Natürlich können wir die Spieler nicht mit Geld überschütten“, sagte Wehlmann. Darmstadt habe andere Qualitäten. „Die Spieler haben hier die Chance, sich weiterzuentwickeln.“

Carsten Wehlmann, rechts, mit Marcel Schuhen

Carsten Wehlmann, rechts, mit dem neuen Keeper Marcel Schuhen beim Testspiel gegen RW Darmstadt

Keine Aussagen zu Mehlem und Moritz

Zu weiteren Personalien wie einem möglichen Abgang von Marvin Mehlem oder einer weiteren Verpflichtung von Leihspieler Christoph Moritz vom Hamburger SV äußerte er sich nicht. „Dazu gibt es nichts weiter zu sagen“, erklärte Wehlmann.

Und auch bei der Frage, warum der Verein keine Angaben zu Ablösesummen mache, gab er sich verschlossen. „Ich weiß ja auch nicht, was bei Ihnen auf dem Konto los ist“, entgegnete er grinsend.

 

Bildquellen

  • IMG_9112: Stephan Köhnlein/Lilienblog
  • D98-RWD-Test-2019-20-008: Arthur Schönbein
  • Fritsch-01: Arthur Schönbein

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