Zwei Hüftoperationen, ein kaputtes Syndesmose-Band, mehrere Muskelbündelrisse und das sind noch lange nicht alle Verletzungen, die Felix Platte in den vergangenen Jahren heimgesucht haben. Mit einem eigenen Physiotherapeuten, einem Psychologen und einem Ernährungsarzt hat er sich Hilfe geholt, um künftig weniger anfällig zu sein. Denn auch wenn ihn die Verletzungen zunächst deprimieren: „Aufgeben gibt es auf gar keinen Fall“, wie er im zweiten Teil unseres Interview sagt.

Felix, Du hast ein unglaubliches Verletzungspech. Fragst Du Dich manchmal, warum es immer Dich erwischt?

Felix Platte: Das ist für mich natürlich nicht einfach. Aber ich bekomme viel Unterstützung vom Verein, von Freunden, meiner Familie und von den Fans über die Sozialen Medien. Wenn ich mich verletzt habe, stehen alle hinter mir. Klar sind die ersten Tage deprimierend, dass es mich wieder getroffen hat. Aber dann kommt bei mir die Motivation durch, dass ich schnell wieder auf dem Platz stehe. Aufgeben gibt es auf gar keinen Fall.

Hast Du irgendeine Erklärung für die vielen Verletzungen?

Felix Platte: Das ist schwer zu sagen, weil die Verletzungen unterschiedlicher Natur sind. Einen konkreten Grund gibt es nicht, sonst hätte ich das schon lange abgestellt. Nach der letzten Verletzung habe ich mir viele Dinge dazu geholt, um neue Verletzungen zu verhindern: ein zusätzlicher Physiotherapeut stellt mich in der Statik anders ein, ich habe einen Ernährungsarzt, der mich berät, war beim Psychologen, um meinen Körper auch vom Kopf her zu stärken.

Gab’s Momente, in denen Du gedacht hast, jetzt könnte es das gewesen sein mit der Profikarriere?

Felix Platte: Gerade, als ich die beiden Hüftoperationen hatte und der Arzt mir gesagt hat, dass ich mir auch noch einen Plan B suchen sollte, weil nicht klar ist, wie lange die Hüften durchhalten, musste ich schon erst mal schlucken. Aber Aufhören kam für mich nicht in Frage. Mit den Hüften gibt es heute keine großartigen Beschwerden. Es war auf jeden Fall der richtige Weg, nicht aufzugeben.

Hast Du Dir denn schon mal Gedanken gemacht, was nach dem Fußball kommt?

Felix Platte: Klar, ich habe das Fach-Abi gemacht, mache neben dem Fußball ein Fernstudium zum geprüften Fitness-Coach. Ich habe schon einen Plan B, wenn es nicht mehr weitergehen sollte oder wenn mit 35 Jahren die Karriere ohnehin vorbei ist. Da braucht man etwas in der Hinterhand. Deswegen ist es wichtig, dass man sich schon während der Karriere weiterbildet.

Wie sehen Deine persönlichen Ziele für die kommende Saison aus?

Felix Platte: Für mich gilt natürlich, verletzungsfrei zu bleiben, damit ich mal wieder ein paar Spiele am Stück mache. Klar möchte ich dann auch wieder Stammspieler sein.

(In Teil 1 des Gesprächs mit Felix Platte ging es um die Kaderplanung, die neue Konkurrenzsituation in der Offensive und warum Platte davon profitiert, dass er inzwischen nicht mehr zu den jüngsten Spielern im Kader zählt.)

Bildquellen

  • KOE-D98-008: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

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