Die Mannschaft kann ja, sie würde ja auch gerne, aber sie darf halt nicht …

Das war in den vergangenen Tagen mehrfach zu lesen und zu hören. Aber womit lassen sich solche Theorien untermauern?



Ist die Mannschaft tatsächlich technisch und spielerisch so stark, dass sie die Liga problemlos rocken kann? Zweifel sind angebracht.

Ist die Psyche des Teams so gefestigt, dass es eine 0:4-Klatsche gegen Aufsteiger Osnabrück locker wegsteckt und im nächsten Spiel unbeschwert sein Heil in der Offensive sucht? Die erschütterten Reaktionen der Spieler auch noch Tage nach der Partie sprechen dagegen.

Hindert Trainer Dimitrios Grammozis die Mannschaft daran, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu spielen? Sorry, das ist absurd!

Grammozis hat eine klare taktische Linie – und die basiert nicht auf Dominanz durch Ballbesitz. Er setzt auf eine stabile Defensive, schnelles und kombinationssicheres Umschaltspiel und effektive Chancenverwertung.

Gegen Osnabrück funktionierte nichts davon. Gegen Dresden stimmte immerhin die Defensive. In Sandhausen mangelte es vor allem an der Chancenverwertung. In einer ausgeglichenen Liga müssen jedoch in der Regel alle drei Faktoren greifen, um Erfolg zu haben.

Mutmaßungen über angebliche taktische Fesseln sind eine mehr oder weniger offene Kritik an jenem Trainer, der noch vor wenigen Wochen als Heilsbringer gefeiert wurde.

Nach gerade einmal drei sieglosen Spielen sorgt das für unnötige Unruhe – in einer Phase, in der ein kühler Kopf viel hilfreicher wäre.



Bildquellen

  • HSV-SVD-Lilienblog-2019-20-005: Arthur Schönbein

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