Über die peinliche Testspiel-Niederlage bei Viertligist FSV Frankfurt wollte Victor Pálsson nicht reden. Schließlich war er nicht dabei gewesen, erst am Dienstag nach zwei Länderspielen mit Island zu den Lilien zurückgekehrt. Dafür sprach er über die Bedeutung der Nationalmannschaft für ihn persönlich, über ungewohnte Positionen und darüber, was die Lilien künftig unbedingt verbessern müssen.

Victor, Du kommst gerade aus dem neuen Gym. Der Trainer hat gesagt, er muss manche Spieler etwas bremsen, dass Sie nicht zu viel an den Geräten machen. Wie sieht das bei Dir aus?

Victor Pálsson: Ich mache, was ich brauche. Vor dem Training mache ich ein bisschen im Kraftraum und danach. Aber ich bin keiner, den man da bremsen muss.

Du warst vergangene Woche bei der isländischen Nationalmannschaft. Gegen die Türkei gab es ein 0:0, gegen Moldawien ein 2:1. Wie lautet Dein Fazit?

Victor Pálsson: Es war ein bisschen schade mit dem ersten Resultat. Ein 0:0 in der Türkei ist ja grundsätzlich ein gutes Ergebnis. Und wir haben auch ein gutes Spiel gemacht. Aber wir hätten einen Sieg gebraucht, um uns direkt für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Gegen Moldawien haben wir drei Punkte geholt. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Das hätten wir mindestens 4:1 gewinnen müssen. Jetzt warten wir auf die Playoff-Quali-Spiele im März.

Rechtsverteidiger? Da muss ich noch einiges lernen

Du hast beide Spiele wieder auf der rechten Abwehrseite gespielt. Eine etwas ungewohnte Situation für Dich?

Victor Pálsson: Ja, aber die letzten vier Spiele für Island habe ich auf dieser Position gemacht. Es wird immer besser. Klar muss ich noch einiges lernen auf der Position. Aber es ist sehr positiv, dass ich aktuell Stammspieler in der Nationalmannschaft meines Landes bin. Da habe ich lange darauf gewartet. Das ist sehr wichtig für mich und bedeutet mir viel.

Hast Du früher schon mal Rechtsverteidiger gespielt?

Victor Pálsson: Ja, ein bisschen in der U21, und auch bei Hibernian in Schottland. Das ist schon eine Weile her.

Muss sich Patrick Herrmann sorgen um seinen Stammplatz auf der rechten Seite machen?

Victor Pálsson: (lacht) Nein, ich glaube nicht, dass der Trainer mich dort aufstellen will.

Pálsson über Wittek: Alle fühlen mit ihm

Möglicherweise musst Du aber vielleicht mal wieder in der Innenverteidigung aushelfen, nachdem sich Mathias Wittek schwer verletzt hat …

Victor Pálsson: Letztes Jahr habe ich ein Spiel für Darmstadt als Innenverteidiger gemacht, in Schweden und Dänemark sogar viele Partien. Ich kann diese Position spielen. Wenn der Trainer mich da braucht, dann mache ich das. Aber wir haben auch Patric Pfeiffer, ein junger und guter Innenverteidiger, der jeden Tag sehr hart für seine Chance arbeitet. Aber im Moment ist das noch kein Thema, weil wir ja genug Innenverteidiger haben.

Hast Du mit Matze gesprochen nach seiner Verletzung?

Victor Pálsson: Ich war bei der Nationalmannschaft, habe ihn nicht gesehen, aber ich habe ihm eine SMS geschickt. Klar, das ist eine schlimme Verletzung. Alle fühlen mit ihm. Ich hoffe, dass er eine gute Reha hat und dann stärker als früher zurückkommt.

Das können wir uns einfach nicht leisten

Am nächsten Montag geht es gegen Hannover. Wie weit ist die Vorbereitung?

Victor Pálsson: Wir beginnen am Freitag mit der spezifischen Vorbereitung für Montag. Hannover hat den Trainer gewechselt, weil es sportlich nicht so gut gelaufen ist. Aber jeder weiß, dass Hannover ein großer Verein ist mit guten Spielern. Grundsätzlich gilt, dass in dieser Liga alle Teams ganz eng beisammen liegen. Da kann alles passieren.

Das letzte Spiel gegen Regensburg habt ihr 2:2 gespielt. Was nehmt Ihr daraus für Hannover mit? Und was wollt Ihr abstellen?

Victor Pálsson: Wir haben viel Leidenschaft und die richtige Mentalität gezeigt. Am Ende haben wir dann einen individuellen Fehler gehabt. Deswegen haben wir dieses Spiel nicht gewonnen. Das passiert. Mir ist das ja auch gegen Sandhausen passiert. Aber wir müssen die individuellen Fehler auf ein Minimum reduzieren. Das können wir uns einfach nicht leisten.

Von den letzten fünf Gegentoren waren zwei Eigentore und zwei Torwartfehler …

Victor Pálsson: Genau, das ist einfach zu viel.

 

Bildquellen

  • SGF-SVD-blog-2019-20-006: Arthur Schönbein

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