Mit seinen zwei Toren gegen den Hamburger SV hat Serdar Dursun sein Torkonto auf sieben Treffer erhöht. Alle Tore erzielte der Lilien-Angreifer am Böllenfalltor, dreimal gar im Doppelpack. „Wenn Bälle kommen, bin ich da“, sagte er lachend nach dem Spiel. Und die kämen zu Hause eben öfter.

Die Bedeutung seiner Tore will der 28 Jahre alte Deutsch-Türke aber nicht zu hoch hängen. Die Mannschaft habe Priorität. „Natürlich bin ich glücklich. Aber wenn ich nur ein Tor geschossen hätte und wir gewonnen hätten, wäre es schöner gewesen“, sagte er. „Aber ein Punkt ist ja auch nicht so schlecht.“

„Gegen Hamburg liegt mir eigentlich“

Dass er als gebürtiger Hamburger, der bislang nie für den HSV spielte, getroffen hat, verwundert ihn nicht. „Ich habe vielleicht 15 Mal gespielt und 13 Mal getroffen“, sagte er. Eine Wahrnehmung, die sich auf die Schnelle nicht statistisch belegen lies. Im Lilien-Trikot sind es in vier Spielen jedenfalls drei Treffer. „Gegen Hamburg liegt mir eigentlich“, sagte Dursun.

Dass er in der 26. Minute nach einem Zweikampf keinen Elfmeter bekam, konnte er nicht nachvollziehen. „Der Gegenspieler zieht mich, ich falle, berühre noch den Ball“, sagte er. „Ich habe spekuliert, der Videobeweis ist ja nicht umsonst da.“

Dass die Schiedsrichter viele Zweikämpfe gegen ihn entscheiden, nimmt er gelassen: „Vielleicht sehe ich auf dem Feld ein bisschen aggressiv aus. Vielleicht der Zopf. Aber normalerweise verstehe ich mich gut mit den Schiedsrichtern“, sagt er grinsend.

„Das nehme ich nicht persönlich“

Grundsätzlich hätten es Stürmer da schwerer als Verteidiger. „Ein Schubser von hinten reicht schon, dass du als Stürmer aus dem Gleichgewicht kommst. Aber wenn wir als Offensivleute den Abwehrspieler nur mit dem Daumen berühren, wird oft Foul gepfiffen. So ist Fußball. So wird das auch in der Zukunft sein. Das nehme ich nicht persönlich.“

Und im zweiten Durchgang schaltete sich der Videoassistent auch noch einmal zu Gunsten der Lilien ein. Das Kopfballtor des Hamburgers Rick van Drongelen in der 78. Minute entschied der Schiedsrichter nach Videostudium auf Abseits. „Ich habe ein bisschen spekuliert, dass es Abseits war und auch ein bisschen Geschiebe. Ich habe die ganze Zeit gehofft, gehofft“, sagte Dursun. „Aber ich glaube, sonst hätten wir heute auch noch das 3:3 gemacht. Man spürt das. Heute war das so ein Tag.“

„So beendet man das Jahr schön“

Für den Angreifer, der phasenweise auch von Teilen der Lilien-Fans scharfer Kritik ausgesetzt war, sorgte das Spiel einen versöhnlichen Abschluss des Fußball-Jahres. „Jeder hat sich reingeworfen. Wir wollten unbedingt. Die Zuschauer haben uns gepusht“, sagte er. „So beendet man das Jahr schön.“

 

Bildquellen

  • SVD-SSV-blog-2019-20-018: Arthur Schönbein

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