Matthias Bader wollte in Köln den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen. Doch letztlich bedeuteten die eineinhalb Jahre bei den Geißböcken einen Karriereknick für den früheren Juniorennationalspieler. Die Gründe dafür sind vielfältig. In Darmstadt nimmt er nun einen neuen Anlauf – an der Seite eines alten Bekannten.

In Köln lief es zuletzt ja nicht so gut für Dich. Wie kam es dann zu dem Wechsel nach Darmstadt?

Matthias Bader: Darmstadt hat von Mandela Egbo das Signal bekommen, dass er gerne wechseln wollte. Da haben sie Ersatz gesucht. Mein Berater hat mich angeboten, weil ich mit meiner Situation in Köln unzufrieden war. Das ging nicht so weiter. So kam der Kontakt zustande.

Gab es denn schon vorher Kontakt zu Darmstadt? Du hast ja mit Marvin Mehlem gemeinsam in Karlsruhe gespielt …

Matthias Bader: Wir sind der gleiche Jahrgang, haben seit der Jugend gemeinsam gespielt, sind auch gemeinsam zu den Profis hochgegangen. Nach dem Abstieg von Karlsruhe ist er nach Darmstadt gegangen, ich habe noch ein Jahr 3. Liga gespielt und bin danach nach Köln gewechselt.

Seid Ihr denn Kumpels?

Matthias Bader: Also, Marvin hat mich nicht nach Darmstadt geholt. In der Jugend habe ich nicht in Karlsruhe gewohnt, sondern 50 Kilometer weit weg bei Pforzheim und habe meine Freizeit da verbracht. Von daher waren wir da noch keine richtigen Freunde. Als es dann zu den Profis hochging, waren wir aber schon öfter mal zusammen unterwegs. Und hatten engen Kontakt

Du hast jetzt einen Vertrag bis 2022. Wie sind Deine Pläne hier?

Matthias Bader: Ich möchte mich natürlich hier durchsetzen und am liebsten zum unangefochtenen Stammspieler aufsteigen. Darmstadt ist ein Club, in dem man sich richtig gut entwickeln kann. Ein gestandener Zweitligist mit erfahrenen Spielern, an denen man sich hochziehen kann.

Matthias Bader, SV Darmstadt 98

Ziel Stammspieler: Matthias Bader

„Eineinhalb Jahre ziemlich weg vom Fenster“

Es war zu lesen, dass auch ein Leihgeschäft eine Option war. Stimmt das?

Matthias Bader: Ich wollte unbedingt aus Köln weg. Ich möchte so hoch wie möglich spielen. Das war bei der Regionalliga-Mannschaft von Köln nicht möglich – auch wenn man sich dort vielleicht gefreut hätte. Von daher wäre eine Leihe möglich gewesen. Aber ich jetzt sehr froh, dass es sich so ergeben hat und danke den Kölnern, dass sie da keine Steine in den Weg gelegt haben. Und ich freue mich, dass ich hier ein Verein gefunden habe, der mir so ein Vertrauen entgegenbringt, obwohl ich eineinhalb Jahre ziemlich weg vom Fenster war.

Hast Du eine Erklärung, wieso es in Köln nicht so lief?

Matthias Bader: Da gibt es sicher viele Faktoren. Eine endgültige Erklärung habe ich nicht. Meine Freundin ist mit nach Köln gezogen. Ich habe viele Freunde dort. Sportlich war ich gefühlt zur falschen Zeit am falschen Ort. Das soll aber keine Ausrede sein. Ich hätte vielleicht noch ein bisschen verbissener kämpfen können. Aber es war einfach eine sehr schwere Zeit mit vielen Rückschlägen. Vielleicht habe ich mich manchmal etwas hängen lassen. Aber ich habe auch Gas gegeben, und es hat keiner gesehen. Es war wohl eine Kombination aus beidem. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass es nochmals besser geworden wäre. Insofern bin ich froh über den Schnitt.

„Direkt im Grünen fühle ich mich wohler“

Wohnst Du schon in Darmstadt? Wird das Dein Lebensmittelpunkt?

Matthias Bader: Wenn man zweieinhalb Jahre unterschreibt, sucht man sich hier einen neuen Lebensmittelpunkt. Meine Freundin ist noch in Köln, die muss noch ihre Kündigungsfrist abwarten. Aber ich habe hier in Groß-Zimmern etwas gefunden. Direkt am Feld. Wir haben auch einen Hund. Da bin ich gleich in der Natur. Mir liegt das Stadtleben eigentlich nicht. Im Moment wohne ich noch im Hotel. Aber ich sehe, dass ich dort so schnell wie möglich einziehen kann.

Du bist eher der Typ, der den Rückzugsort braucht?

Matthias Bader: Nee, würde ich gar nicht so sagen. Ich fühle mich einfach wohler, wenn ich direkt im Grünen bin. Ich komme vom Dorf. Ich brauche keine 17 Chinesen und 12 Italiener ums Eck. Ein guter reicht mir völlig.

Und ist der Hund schon da?

Matthias Bader: Nee noch nicht, der darf nicht ins Hotel. Den müssen wir gerade noch ein bisschen hin- und herschieben.

(Hier geht es zum ersten Teil des Interviews, in dem Bader über seinen Einstand und sein gutes Verhältnis zu seinen Konkurrenten spricht)

Bildquellen

  • SGD-SVD-2019-20-sonstiges-blog-0010: Arthur Schönbein
  • SGD-SVD-2019-20-sonstiges-blog-0009: Arthur Schönbein

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