Seit einer Woche befinden sich die Lilien nach der Corona-Pause wieder im Training. „Besser als zu Hause“, sagt Marvin Mehlem. Aber so ohne Zweikämpfe und Körperkontakt fehle natürlich etwas. Wie sich sein Leben in Zeiten von Corona verändert hat und was er über die Trainerfrage denkt, verriet der 22 Jahre alte Ex-Karlsruher am Mittwoch in einer Telefonschalte nach dem Training.

Hallo Marvin, wie geht’s Dir?

Marvin Mehlem: Kann sein, dass ich mich ein bisschen müde anhöre. Wir hatten gerade ein hartes Training mit einem Parcours. Das war echt anstrengend. Aber das gehört halt dazu.

Du trainierst in einer Sechsergruppe mit Marcel Heller, Tobias Kempe, Braydon Manu, Erich Berko und Tim Skarke. Wie sind Deine ersten Eindrücke mit der neuen Trainingsform?

Marvin Mehlem: Naja, besser als zu Hause. Klar freut man sich, wenn man die Jungs wiedersehen kann. Und mit dem Ball am Fuß macht es natürlich auch mehr Spaß als nur im Wald rumzulaufen.

Aber bis Ihr wieder richtig auf Stand seid, dauert es doch sicher noch?

Marvin Mehlem: Wir bleiben da geduldig und wollen nichts überstürzen. Aber natürlich hoffen wir, dass wir möglichst bald wieder ins normale Training zurückkehren können mit etwas Körperkontakt und Zweikämpfen. Im Moment halten wir den vorgeschriebenen Abstand natürlich ein. Das heißt: Passspiel, Taktik, ein bisschen Torschuss und natürlich Kondition – viel mehr geht leider nicht.

Wie lange dauert eine solche Trainingseinheit normalerweise?

Marvin Mehlem: So 45 bis 60 Minuten. Danach müssen wir noch ein bisschen laufen. So kommen wir auf die übliche Trainingsdauer von etwa eineinhalb Stunden. Zwei Gruppen trainieren parallel jeweils unter einem Co-Trainer. Und der Cheftrainer wechselt ab und zu den Platz, schaut zu und gibt uns Tipps.

Triffst Du denn das Tor noch?

Marvin Mehlem: (lacht) Den Fuß muss man noch ein bisschen einstellen. Aber so langsam wird es wieder.

Wie hat sich denn Dein Leben in Zeiten von Corona geändert?

Marvin Mehlem: Das größte Problem ist, dass wir viel zu Hause bleiben müssen. Mit dem Hund gehe ich ab und zu mal raus. Aber das habe ich ja vorher auch schon gemacht. Arg langweilig wird es zu Hause nicht. Das Essen ist ziemlich normal geblieben. Meine Freundin kocht ganz gerne. Ich esse ganz gerne, was sie kocht (lacht). Ab und zu bestellen wir auch Essen vom Italiener nebenan. Da haben wir gute Kontakte. Aber natürlich fehlt es, auch mal mit den Mitspielern zusammen essen.

Wie hast Du denn Ostern verbracht?

Marvin Mehlem: Ich war bei der Familie in der Heimat. Eigentlich war es wie sonst. Nur die Uroma hat gefehlt. Die halten wir ein bisschen in Sicherheit. Und die Stimmung war natürlich ein bisschen anders wegen Corona, etwas angespannter. Aber das ist ja sicher überall so.

„Ich gucke nicht jeden Tag ins Internet, was da über Darmstadt 98 steht“

In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, dass Markus Anfang neuer Trainer in Darmstadt wird. Wie habt Ihr das als Spieler wahrgenommen?

Marvin Mehlem: Ich muss ehrlich sagen, dass ich das über die Mannschaftskollegen erfahren habe. Ich gucke nicht jeden Tag ins Internet, was da über Darmstadt 98 steht. Ich glaube, dass der jetzige Trainer bis zum Ende der Saison bleibt. Und darüber, was danach kommt, mache ich mir im Moment keine großen Gedanken. Ich bin sicher, dass der Verein eine gute Entscheidung treffen wird.

Wie kommuniziert Ihr in der Mannschaft?

Marvin Mehlem: Natürlich auf dem Platz. Und über WhatsApp. Ich weiß gar nicht, wie viele Gruppen wir da mittlerweile haben. Da wird jeden Tag was reingeschrieben, manchmal lustige Sachen. So halten wir uns ein bisschen auf Trab und bespaßen uns ein bisschen.

Wie verfolgst Du die Entwicklung, wie es mit der Liga weitergeht?

Marvin Mehlem: Carsten Wehlmann und Tom Eilers schreiben auch in die Gruppen, wie es da im Moment aussieht. Und da informiere ich mich dann auch, wie es mit dem Fußball weitergeht.

„Die Fans gehören auf jeden Fall dazu“

Was wünscht Du Dir denn?

Marvin Mehlem: Ich würde mir natürlich wünschen, dass es morgen weitergeht – mit den Fans im Stadion …

Realistischer sind ja Geisterspiele. Hast Du Dich denn mit dem Gedanken daran schon angefreundet?

Marvin Mehlem: Selbst gespielt habe ich noch keines. Im Fernsehen habe ich zu Beginn der Krise allerdings Geisterspiele gesehen. Das hat mich nicht so angesprochen. Da fehlt die Stimmung. Die Fans gehören auf jeden Fall dazu. Wenn die Fans nicht da sind, ist das natürlich ganz was anderes.

Wie lange hältst Du es denn noch aus ohne richtigen Fußball?

Marvin Mehlem: Ich weiß es auch nicht. Ich hoffe, dass irgendwann mal jemand sagt, dass wir wieder zusammen trainieren dürfen und alles wieder normal ist. Ich hoffe, dass diese Zeit so schnell wie möglich rum ist.

 

Bildquellen

  • SVD-BOC-blog-2019-20-017: Arthur Schönbein

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