Beim Training muss sich Marcel Schuhen als Torhüter trotz der Corona-Schutzmaßnahmen nur wenig umstellen. Aber was ihm fehlt, sind der Wettkampf und die Fans. Deswegen hofft er auf eine möglichst schnelle Rückkehr zum Spielbetrieb – und würde dafür notfalls auch eine umfassende Quarantäne in Kauf nehmen, bei der das gesamte Team über Wochen zum Beispiel in einem Hotel untergebracht wäre.

Training

Natürlich sei er froh, nach dem individuellen Training im „Homeoffice“ wieder auf dem Platz zu stehen. Für die Torhüter sei das derzeitige Training ganz ähnlich zu dem in Nicht-Corona-Zeiten, wo man auch häufig nur mit den anderen Keepern trainiere. Beim Torschusstraining der Feldspieler werde man natürlich eingebunden. „Zu 100 Prozent“ fehle ihm aber der Wettkampf. „Dafür bin ich Fußballer geworden.“ Das betreffe die Trainingsspielchen, die immer das Highlight jeder Einheit seien. Aber auch die Spannung, die sich jede Woche vor einem Spiel aufbaue, vermisst er.

Geisterspiele

Seine Hoffnung ist, dass er möglichst bald wieder unter Wettkampfbedingungen Fußball spielen darf. So wie ihm gehe es vielen, er habe den schönen Satz gelesen: „Wenn der Ball rollt, geht es den Deutschen gut.“ Geisterspiele sind für Schuhen natürlich nicht ideal. „Das Geile am Fußball sind halt die Fans“, sagt er. Wenn es aber keine andere Möglichkeit gebe, müsse man sich damit vorübergehend abfinden. Die Spieler hätten mittlerweile genug Zeit gehabt, sich mental auf eine Situation ohne Zuschauer vorzubereiten. Und fest steht für ihn auch: „Ich freue mich jetzt schon wieder auf das erste Spiel mit Fans.“

Marcel Schuhen, SV Darmstadt 98 - SV Sandhausen

Entspricht nicht mehr den Sicherheitsvorgaben – Marcel Schuhen bei den Lilien-Fans

Mundschutz und Quarantäne

„Wichtig ist, dass sich der Fußball an Regeln hält“, sagt Schuhen. Von dem Vorschlag, mit Atemschutz zu spielen, hält er nichts. „Das macht gar keinen Sinn.“ Schon beim Einkaufen mit Mundschutz merke man, dass die Atmung anstrengender sei. Für einen Leistungssportler sei es aus seiner Sicht „nicht machbar“, damit zu spielen. Skeptisch sieht er den Vorschlag, die Profiteams bis zum Ende der Saison in Quarantäne zu schicken. Die Spieler seien schließlich keine Maschinen, die nur trainieren und spielen. „Die Familie ist für viele von uns eine unglaubliche Stütze.“ Sie trage dazu bei, dass ein Spieler seine Leistung abrufen könne. „Aber wenn das die einzige Möglichkeit ist, den Fußball am Leben zu halten, dann muss ich da auch mit durch“, räumte Schuhen mit Blick auf eine Quarantäne ein.

Zeitvertreib in der Corona-Zeit

Neue Hobbys habe er angesichts der Ausgangsbeschränkungen nicht entwickelt. Er habe viel Zeit mit seiner Frau verbracht, etwas für sein Online-BWL-Studium getan, Urlaubsfotos sortiert und den Balkon eingerichtet – unter anderem Sichtschutzpflanzen gesetzt.

Bildquellen

  • SVD-SVS-2019-20-blog-036: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-blog-2019-20-0001: Arthur Schönbein

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