Bei seiner offiziellen Vorstellung als Lilien-Coach hat Markus Anfang am Donnerstag einen ersten Einblick in seine Pläne und Vorstellungen gegeben. Dabei ging es unter anderem um das Potenzial eines Traditionsvereins, guten Fußball, die schwierige Kaderplanung und einen möglichen Wechsel von Serdar Dursun.

Über seine letzte Begegnung mit Darmstadt …

„Schön, dass ich daran erinnert werde, dass ich mit Köln gegen Darmstadt verloren habe und dann entlassen wurde“, sagte Anfang augenzwinkernd im Rückblick auf das 1:2 im April 2019 gegen die Lilien. „Da habe ich gedacht: Jetzt geht’s nach Darmstadt, wenn Du in Köln deswegen entlassen wurdest.“

Über den SV Darmstadt 98 …

„Ich wollte ab dem 1. Juli wieder an der Linie stehen“, sagte Anfang über seine gut einjährige Pause. Bei seiner Entscheidung für Darmstadt sei es ihm um die Aufgabe gegangen. „Darmstadt ist ein Traditionsverein. Ich glaube, dass hier viel Potenzial ist.“ Er kenne das Stadion und die Atmosphäre nicht nur als Trainer von Kiel und Köln, sondern auch als Zuschauer: 2011 beim Drittliga-Aufstieg mit dem 4:0 gegen Memmingen sei er auch dabei gewesen, weil er den damaligen Lilien-Coach Kosta Runjaic persönlich gekannt habe.

Markus Anfang, SV Darmstadt 98

Die große Lilie im Hintergrund, die kleine auf der Brust – Markus Anfang, SV Darmstadt 98

Seine Idee vom Fußball …

„Ich möchte jedes Spiel gewinnen. Ich möchte guten Fußball spielen. Aber ich habe mir im Laufe meiner Karriere meine Säulen aufgebaut. Diese Säulen sind nicht nur die Ergebnisse, sondern auch dass Du guten Fußball spielst und Spieler entwickelst.“ Wenn man nur auf Ergebnisse setze und die nicht einträten, breche alles weg. Aber wenn man guten Fußball spiele und Spieler entwickele, werde man auch mit guten Ergebnissen belohnt. Guter Fußball bedeute für ihn aktiv sein – „egal ob wir den Ball haben oder nicht“. Er wolle immer die Kontrolle über das Spiel haben, sein Team solle Lösungsmöglichkeiten auch gegen tiefstehende Mannschaften haben und dabei taktisch flexibel mit verschiedenen Formationen agieren können.

Über die Kaderplanung …

Die Situation sei angesichts von Corona nicht einfach. „Wir wissen, dass wir etwas machen müssen“, sagte er vor allem mit Blick auf die Abgänge der zuletzt in der Innenverteidigung gesetzten Leihspieler Nicolai Rapp und Dario Dumic. Dabei sei es ein Vorteil, dass er mit Carsten Wehlmann schon in Kiel zusammengearbeitet habe: „Wehle weiß, was ich für einen Fußball ich spielen will und welche Spielertypen wir dafür brauchen.“ Nun gehe es darum, die Spieler von einem Wechsel nach Darmstadt zu überzeugen. Wichtig sei, dass jede Position besetzt sei. Angepeilt ist ein Kader mit 21 oder 22 Feldspielern und 3 Torhütern.

Über die Balance zwischen Kiel und Köln …

Im Zusammenhang mit seinen bisherigen beiden Profi-Stationen ordnete Markus Anfang sein neues Engagement so ein: „Wenn man es reflektiert, dann haben wir vielleicht in Köln teilweise zu viel riskiert. In Kiel vielleicht zu wenig riskiert. Und jetzt in Darmstadt kriegen wir diese Balance vielleicht ein bisschen besser hin.“

Über einen möglichen Wechsel von Serdar Dursun …

„Dursun ist ein Spieler, der viele Tore gemacht hat und wertvoll für den Verein ist“, sagte Anfang – und natürlich wolle er alle guten Spieler behalten. „Aber am Ende des Tages gibt es auch einen wirtschaftlichen Faktor. „Wenn es so ist, dass Serdar sich dafür entscheidet, dass er den Verein verlassen will, und wir wirtschaftlich in eine Situation kommen, die wir einfach nicht ablehnen können, dann will ich natürlich auch einen Spieler haben, der ein adäquater Ersatz ist. Aber ich plane mit ihn. Momentan stellt sich die Frage für mich überhaupt nicht.“

 

Bildquellen

  • Anfang-10: Arthur Schönbein
  • Anfang-06: Arthur Schönbein

One Comment

  • Udo Klug sagt:

    Ich und die Störche hielten viel von Anfang. Und dass er Wehlmann kennt (man bedenke, wo Kiel herkam!), ist ein Vorteil.

    Die kommende Saison scheint mir die Zweite Liga schwächer* als die vergangene, da sollten die Lilien oben mitspielen können. Platte kann Dursun ersetzen, wenn er Spielpraxis bekommt, meine ich.

    * Was erlaube Würzburg? Aber natürlich ist unser traditioneller Angstgegner Düsseldorf wieder da. Doch vor Club oder den Ingos muss man keine Angst mehr haben. Und HaHaHaEssVau, Hanoi und Konsorten sind packbar.

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