Die Anzeige poppte am Freitagmorgen bei Facebook auf: „Sommer Sale“ im Online-Shop des SV Darmstadt 98. Darauf ein strahlender Serdar Dursun. Wenig später war die Anzeige nicht mehr zu finden. Logisch: Denn auch wenn vieles auf einen Abgang des deutsch-türkischen Torjägers hindeutet – ein Schlussverkauf-Schnäppchen wird er nicht.

Die „Bild“ hatte kürzlich berichtet, dass Dursun für eine Million Euro gehen könnte. Der „kicker“ schrieb nun, die Ablöse werde „wohl nicht unter zwei Millionen Euro“ liegen. Das Internetportal transfermarkt.de liegt genau dazwischen, taxiert den Wert des Angreifers, dessen Vertrag noch bis 2021 läuft und der in der vergangenen Zweitliga-Saison 16 Tore erzielte und weitere 6 Treffer vorbereitete, auf 1,5 Millionen Euro.

Bislang beste Saison von Serdar Dursun

Dass Dursun nach Höherem strebt, ist kein Geheimnis – er träumt von der türkischen Nationalmannschaft und einer Europameisterschaftsteilnahme im kommenden Jahr, wie er erst kürzlich wieder auf Instagram schrieb.

Für solche Aufgaben könnte er sich bei einem großen Verein – idealerweise einem Erstligisten – besser empfehlen als bei den Lilien. Mehrere türkische Vereine sollen Medienberichten zufolge Interesse an einer Verpflichtung Dursuns haben, darunter die Spitzenklubs Trabzonspor, Besiktas und Galatasaray. In Deutschland wurden Union Berlin und Hannover 96 als Interessenten gehandelt.

Bei den Lilien gilt der Wechsel Dursuns als wahrscheinlich. Coach Markus Anfang bekräftigte zwar, dass er jeden guten Spieler halten wollte. Vorsorglich meldete er aber bereits Ansprüche auf einen adäquaten Ersatz an, sollte man sich aus wirtschaftlichen Gründen für einen Verkauf entscheiden.

Nach der bislang besten Saison Dursuns im deutschen Profifußball könnten die Lilien noch einmal beträchtliche Transfererlöse mit dem 28-Jährigen erzielen – angesichts der Einbußen und Sparzwänge im Zuge der Corona-Pandemie eine bedenkenswerte Option.

„Darmstadt ist das auch nicht so pflegeleicht“

Verschenken wird man Serdar Dursun aber sicher nicht, wie Sportchef Carsten Wehlmann betonte. Das hat bereits Hannover 96 zu spüren bekommen. Trainer Kenan Kocak hätte Dursun, der in der Jugend und in der Reserve der Niedersachsen spielte, zwar gerne im Kader. Doch die aufgerufenen Zahlen passen wohl nicht zu 96.

„Die Gespräche laufen nicht so gut“, zitiert das Portal sportbuzzer.de Hannovers Geschäftsführer Martin Kind. „Es gibt Spieler, die hängen noch der Illusion der Vergangenheit an“, sagte er mit Blick auf die Zeit vor der Corona-Pandemie und fügte mit Blick auf die Verhandlungen an: „Darmstadt ist da auch nicht so pflegeleicht.“

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