Der Sieg war klar, doch so richtig zufrieden war Trainer Markus Anfang mit dem 5:1 über Hessenligist Viktoria Griesheim noch nicht – getreu seinem Motto: „Wir müssen jeden Spieler fordern, der sich weiterentwickeln will.“

Markus Anfang, wie lautet das erste Fazit nach dem ersten Testspiel?

Markus Anfang: Ich habe viele Sachen gesehen, die die Jungs vernünftig umgesetzt haben. Wir haben viele Torchancen herausgespielt. Für die Temperaturen war es okay. Ich hätte mir ein paar Tore mehr gewünscht. Die Möglichkeiten waren auch da. Aber wir sind auch erst seit ein paar Tagen wieder drin.

Hat Ihnen die erste Halbzeit besser gefallen oder die zweite?

Markus Anfang: Der Gegner hat in der zweiten Halbzeit etwas anders gespielt als in der ersten. In der ersten Halbzeit waren mehr Räume da. In der zweiten Halbzeit haben wir gegen ein 5-4-1-System gespielt. Das wird dann zwangsläufig ein Spiel, in dem du vermehrt über außen kommen musst. Diese Formation hatten wir in den Trainingseinheiten nicht. Wenn wir uns speziell auf so einen Gegner vorbereiten würden, dann hätten wir das eine oder andere anders gemacht.

Wie haben Ihnen die drei Neuen gefallen?

Markus Anfang: Die haben das ordentlich gemacht. Aber alle haben das heute ordentlich gemacht. Da will ich keinen hervorheben.

„Es geht nicht um Anfang“

Wie viel vom Trainer Markus Anfang war in dem Spiel schon zu sehen?

Markus Anfang: Es geht nicht um Anfang. Es geht um den SV Darmstadt 98 und die Jungs. Ich versuche immer nur, Impulse zu geben, damit die Jungs Lösungsmöglichkeiten haben, dass wir nach vorne spielen, aber auch im Umkehrspiel genauso stark sind.

Aber Sie haben ja schon eine Spiel-Philosophie. Marcel Schuhen hat gesagt, dass er als Torwart im Spiel umdenken muss. Sogar Patrick Herrmann, der zwei Jahre unter ihnen in Kiel gespielt hat, sagt, dass er in das System erst wieder reinkommen muss …

Markus Anfang: Wir müssen jeden Spieler fordern, der sich weiterentwickeln will. Da gibt es dann auch Situationen, in denen ein Spieler aus einer Komfortzone rauskommen muss, in denen er sich erstmal zurechtfinden muss. Aber wenn wir uns nicht aus der Komfortzone herausbewegen, werden wir uns auch nicht weiterentwickeln. Und wir wollen uns ja verbessern. Ich war auch verwundert, dass Hermi auf einmal Tore schießt. Das kannte ich nicht von ihm. Von daher werde ich auch gefordert (lacht).

Sie haben vor dem Testspiel am Vormittag Standards trainiert. Und dann hat Felix Platte gleich den ersten Elfmeter verschossen …

Markus Anfang: Jetzt nehme ich den Umkehrschluss. Wir haben einen Elfmeter verwandelt und einen Eckball verwandelt. Man kann immer darüber sprechen, was nicht geklappt hat. Aber man kann auch darüber sprechen, was geklappt hat.

Markus Anfang, SV Darmstadt 98

Die Elfmeterbilanz in Darmstadt …

Die Elfmeterbilanz in Darmstadt war zuletzt ja nicht so toll …

Markus Anfang: Ja, das habe ich gehört. Aber jetzt war sie 50:50 (lacht)

„Baustelle Innenverteidigung“

Ist denn ein weiterer Innenverteidiger nach der Verpflichtung von Adrian Stanilewicz noch ein Thema?

Markus Anfang: Ja, man sieht, dass die Innenverteidigung noch ein Problem ist. Adi kann auf der Sechs oder als Außenverteidiger spielen. Er könnte auch in der Innenverteidigung spielen, ist aber kein klassischer Innenverteidiger. Er ist defensiv flexibel einsetzbar, ein junger Spieler, der sich weiter entwickeln kann. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Baustelle in der Innenverteidigung zu schließen. Wenn wir die geschlossen haben, können wir darüber nachdenken, was noch sinnvoll ist.

Serdar Dursun und Victor Pálsson haben heute beide gespielt. Wie ist da der Stand?

Markus Anfang: Gut ist der Stand. Bei beiden gut. Es sind beide bei uns, und ich plane mit beiden.

 

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