Sechs Jahre FC Bayern München hat Lukas Mai hinter sich. Doch die Umstellung auf die 2. Liga war dann doch deutlich spürbar. „Man merkt schon, dass es viel robuster und viel schneller ist“, sagt der 20-Jährige, der abgesehen von zwei Bundesliga-Spielen nur im Nachwuchs und der zweiten Mannschaft der Bayern zum Einsatz kam. „Es wird viel mehr gekämpft als in der 3. Liga, weil die Spieler mehr Erfahrung haben. Das ist richtiger Männerfußball“, sagt er.

Er selbst sei zwar auch relativ robust, aber auch noch jung. Deswegen müsse er Erfahrung sammeln. Die war bei seiner Zweitliga-Premiere gegen den SV Sandhausen eher durchwachsen. „Wir haben als Mannschaft ein richtig gutes Spiel gemacht. Aber wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt, und dann bekommen wir drei unglückliche Gegentore. Leider sind wir ohne Punkte zurück nach Darmstadt gefahren.“

Vom Sandhäuser Dreifachtorschützen hat er keine Albträume. „Der Junge hat einen Sahnetag gehabt, aber auch wenn er drei Tore gemacht hat, hätten wir das Spiel gewinnen müssen“, sagt er – ähnlich wie auch Sportchef Carsten Wehlmann. Beim Ausgleich von Sandhausen räumt Mai Fehler in der Abwehr ein. „Wir haben alle ein bisschen auf Abseits spekuliert, weil wir ziemlich auf einer Linie standen. Daran müssen wir noch ein bisschen arbeiten. Aber der Freistoß war auch gut getreten.“

Lukas Mai, SV Sandhausen - SV Darmstadt 98

Keine Albträume – Lukas Mai im Zweikampf mit Sandhausens Dreifach-Torschützen Daniel Keita-Ruel

Fast wäre Mai selbst auch noch ein Tor per Kopf gelungen, doch Sandhausens Keeper parierte glänzend. Auch an seiner eigenen Torgefährlichkeit arbeitet der gebürtige Dresdner, lässt sich immer wieder nach dem Training noch ein paar Flanken von Braydon Manu und Silas Zehnder schlagen.

Lukas Mai und sein Versprechen an die Fans

Nun geht es für ihn und die Mannschaft darum, gegen den nächsten Gegner Jahn Regensburg Vollgas zu geben und die Auftakt-Niederlage vergessen zu lassen. „Wir werden versuchen gegen Regensburg Vollgas zu geben“, sagt er. Dabei freut er sich auch auf die Unterstützung der Fans, von denen 1.741 für das erste Heimspiel zugelassen sind. „Ich glaube, das kann sehr viel bringen. Wir freuen uns über jeden einzelnen der kommt. Das gibt schon immer noch einen Push.“ Und auf die Frage, was er den Fans versprechen könne, antwortet er selbstbewusst: „Dass wir alles geben und die drei Punkte hier behalten.“

Dabei ist noch gar nicht klar, ob er wieder in der Startformation stehen wird. „Das weiß ich nicht, das entscheidet der Trainer“, sagt Mai. Victor Pálsson hat seine Sperre abgesessen, sodass Nicolai Rapp von der Sechser-Position in die Innenverteidigung zurückgehen könnte. Zudem kehrt womöglich auch Immanuel Höhn (Adduktorenprobleme) zurück, womit Trainer Markus Anfang weitere Optionen hat.OK

Kurzfristig geht es für Mai darum, in Darmstadt möglichst viel Spielpraxis zu sammeln und sich als Stammspieler zu etablieren. Aber er hat auch einen längerfristigen Traum: Irgendwann möchte er mit seinem älteren Bruder Sebastian (26) zusammenspielen, den er als sein Vorbild bezeichnet. Der ist seit dieser Saison für Dynamo Dresden am Ball, wurde gleich Mannschaftskapitän und startete furios mit zwei Toren als Innenverteidiger in die Saison. „Wir schreiben jeden Tag, telefonieren jeden Tag“, sagt er. „Es ist ein Riesending für ihn. In seiner Heimat, erstes Spiel, erstes Tor, zweites Spiel zweites Tor.“

Ob das Zusammenspiel in Darmstadt, Dresden oder gar bei den Bayern geplant sei? „Egal, wir denken an alles. Hauptsache zusammen“, sagt Mai. „Das ist mein Wunsch. Darauf fiebere ich hin. Mal sehen, ob es klappt.“

 

 

 

 

 

Bildquellen

  • SVS-SVD-2020-21-blog-0025: Arthur Schönbein
  • IMG_0627: Stephan Köhnlein

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