Drei Tore geschossen, drei kassiert – auch im Testspiel gegen Ligakonkurrent Jahn Regensburg ist der SV Darmstadt 98 nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Doch Trainer Markus Anfang ärgert sich auch über etwas anderes, wie er im Telefoninterview am Mittwoch nach dem Spiel deutlich machte.

Markus Anfang, 3:1 geführt, aber am Ende nur ein 3:3 im Test gegen Jahn Regensburg. Wie lautet Ihr Fazit?

Markus Anfang: Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ab der 60. Minute etwas abgebaut. Die Spieler, die weniger Spielzeit bekommen haben, haben das Tempo dann nicht mehr so hoch gehalten. Aber das ist normal. Deswegen machen wir auch diese Spiele. Wir haben ziemlich unglückliche Tore bekommen, hätten den Sack eigentlich schon vorher zumachen können.

„Den Sack nicht zugemacht“ – ist das ein bisschen symptomatisch? Oder sollte man so ein Testspiel nicht so hoch hängen?

Markus Anfang: Man muss auch sehen, dass der Gegner mit voller Kapelle gespielt hat. Das war auch gut für uns. Klar hätten wir gerne gewonnen. Aber es zeigt, dass wir mit unserer Art auch guten Fußball spielen können.

„Wir reden immer nur von dem, was nicht klappt“

Aber wieder drei Gegentore …

Markus Anfang: Richtig. Das ist für uns keine gute Sache. Wir müssen immer viele Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen. Wenn man sich das genau ansieht, haben wir vier Elfmeter gegen uns bekommen, insgesamt acht Tore aus Standardsituationen. Oft könnten wir aber Spiele zumachen, indem wir das nächste Tor schießen. Aber das schaffen wir dann nicht. Das haben wir heute auch nicht geschafft. Und das ist ärgerlich.

Also nicht wirklich zufrieden?

Markus Anfang: Wenn ich sagen würde, dass ich nicht zufrieden bin, würde das heißen, dass die Mannschaft 90 Minuten schlechten Fußball gespielt hat. Und das stimmt nicht. Schwarz-weiß malen wir nicht. Die Wahrheit liegt dazwischen. Wenn ich wie nach dem Spiel gegen Paderborn klar sage, dass wir schlecht waren, dann sage ich das, weil das meine Erkenntnis war. Aber wenn ich die Spiele davor sehe, waren wir meistens die klar bessere Mannschaft. Man darf jetzt nicht wegen eines Spiels alles infrage stellen. Das ist mir zu viel. Sonst darf ich bei den Analysen demnächst womöglich nicht so schonungslos damit umgehen, wenn am Ende daraus gemacht wird, dass wir von dem Weg abkommen. Aber von dem kommen wir überhaupt nicht ab. Wenn wir alle Spiele nehmen, haben wir noch immer zu wenig Punkte. Aber die Jungs machen gerade eine Entwicklungsphase mit. Wir reden immer nur von dem, was nicht klappt. Aber wir können auch viel über das reden, was geklappt hat.

SV Darmstadt 98 - SC Paderborn

Trotz der 0:4-Heimniederlage gegen Paderborn – Markus Anfang sieht die Mannschaft auf dem richtigen Weg

„Urlaub ist gut …“

Wie geht es jetzt weiter?

Markus Anfang: Wir fahren jetzt nach Hause. Dann haben wir einen Corona-PCR-Test. Und anschließend werden wir uns alle mal zwei oder drei Tage nach Hause begeben. Am Sonntag treffen wir uns wieder zum PCR-Test. Und wenn die Auswertung da ist, werden wir am Montag wieder trainieren.

Also Urlaub?

Markus Anfang: Urlaub ist gut …. Das klingt so, als würde man 14 Tage in die Sonne fliegen. Zusammen mit der letzten Länderspielpause haben die Jungs gestückelt neun Tage freibekommen. Und nach diesen freien Tagen werden wir durchspielen bis März. Eine Winterpause gibt es ja nicht. Wir spielen am 22. oder 23. Dezember DFB-Pokal. Und am 2. oder 3. Januar geht es schon in der Liga weiter. Zwischen Weihnachten und Silvester ist keine Möglichkeit freizugeben außer vielleicht an Heiligabend und den Feiertagen – Maximum. Aber wenn wir am 23. abends um 20 Uhr in Dresden spielen sollten, würde Heiligabend auch sehr kurz.

Bildquellen

  • SVD-SCP-2020-21-blog-024: Arthur Schönbein
  • SVD-SCP-2020-21-blog-015: Arthur Schönbein

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.