Marcel Schuhen hat es nicht immer einfach beim SV Darmstadt 98. Zuletzt wurde dem Keeper auch das kuriose Eigentor von Nicolai Rapp angekreidet. Dabei hatte er seinem Mitspieler noch zugerufen, bevor er aus dem Tor kam. Vergeblich. Rapp köpfte über ihn hinweg, die Lilien verloren 1:2. „Schlechter konnte die Situation nicht laufen“, sagt Schuhen. Doch inzwischen man habe alles analysiert. „Das wird nicht mehr passieren.“

Aber auch sonst wird der Torhüter in Darmstadt oft eher kritisch gesehen. „Wenn man kritisch gesehen wird, heißt das, dass die Leute viel erwarten. Das ist unabhängig von der Art und des Inhalts der Kritik positiv“, sagt der 28-Jährige. „Immerhin wird man überhaupt gesehen.“

Vorgänger haben auch gepatzt

Natürlich hatte der SV Darmstadt 98 in den vergangenen Jahren viele gute Torhüter. Aber da wurde in der Lilien-Defensive auch häufig Beton angerührt. Gerade die manchmal etwas verklärten Jan Zimmermann oder Christian Mathenia waren im Lilien-Tor nicht ohne folgenschwere Patzer.

Und ohnehin hat Schuhen in dieser Spielzeit eigentlich nur beim 2:3 gegen Düsseldorf entscheidende Fehler gemacht, als er besonders beim Ausgleich schlecht stand. Dafür stehen auf der anderen Seite viele Spiele, in denen er den Lilien Punkte rettete oder zumindest Schlimmeres verhinderte.

Marcel Schuhen, SV Darmstadt 98 - Würzburger Kickers

Starke Paraden – Marcel Schuhen im Spiel gegen Würzburg

Schuhen findet, dass er durch seine Vorgänger womöglich etwas mehr in den Fokus rücke. Das habe aber auch viel Positives. „Es gibt ein paar Leute, deren Meinung für mich wichtig ist. Alles andere muss man einordnen können“, sagt er.

Intensive Videoanalyse mit Dimo Wache

Allgemein arbeitet der Keeper viel an sich selbst. „Ich bin im regen Austausch mit meinen Torwarttrainern Uwe Zimmermann und Dimo Wache. Jeder sollte sich Fragen: Was kann ich besser machen?“, sagt er.

Gerade mit Wache, der sich nach langer Verletzungszeit wieder in seinen Job zurückarbeitet, habe er in den vergangenen Wochen per Videokonferenz zahlreiche Szenen analysiert und mit dem Mainzer Ehrenspielführer überlegt, was in den entsprechenden Szenen gut gewesen sei und was man besser machen könne.

Marcel Schuhen, SV Darmstadt 98 - 1. FC Nürnberg

Marcel Schuhen steht nun höher – im Spiel gegen Nürnberg sogar vor Christian Mathenia, einem seiner Vorgänger im Lilien-Tor 

So habe er zuletzt sein Torwartspiel verändert, stehe nun höher und spiele mehr mit. „Es geht darum, der Abwehrkette zu helfen. Wenn die hoch verteidigt, kann ich hinten die Räume abdecken“, sagt Schuhen. „Zuletzt konnte man gut sehen, dass ich lange Bälle abgelaufen, ins Aus gespielt oder wieder eröffnet habe. So kann ich Torchancen schon im Ansatz verhindern.“

Für Marcel Schuhen geht es nicht mehr um Glück oder Pech

Am Spielsystem hat der Keeper keine Zweifel. Auch gegen Nürnberg habe man sich mehrere gute Chancen erspielt. „Aber wenn man sagt: Wir haben gut gespielt, aber die Punkte nicht geholt, hört sich das am 2. Spieltag anders an als am 20. Es geht immer um Punkte. Wenn die fehlen, wird es ein Problem.“ Das Spiel gegen Nürnberg sei nach der Analyse abgehakt. „Wir sind in der Pflicht. Es geht nicht mehr um Glück und Pech.“

Bildquellen

  • SVD-FWK-2020-21-lok-003a: Arthur Schönbein
  • SVD-FCN-2020-21-blog-040: Arthur Schönbein
  • SVD-FCN-2020-21-blog-011: Arthur Schönbein

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