Mit seinem Tor bescherte Mathias Honsak dem SV Darmstadt 98 den 1:0-Sieg über den VfL Osnabrück. Dass er später auch eine hundertprozentige Gelegenheit ausließ, fiel nicht ins Gewicht. Beim Abschluss sieht der frühere österreichische U21-Nationalspieler auch selbst noch Luft nach oben, wie er in einem Mediengespräch am Dienstag einräumte. Insgesamt erlebt der Offensivspieler eine wechselhafte Saison – und ist damit in gewisser Weise auch ein Sinnbild für die gesamte Mannschaft.

Mathias, würdest Du zustimmen, dass das Spiel gegen Osnabrück nicht so gut war, wie viele andere Spiele in der Saison, aber dass Ihr gewonnen habt und es unter dem Strich dann eben doch besser war?

Mathias Honsak: Da stimme ich zu (lacht). Jeder in der Mannschaft weiß, dass wir einen viel besseren Fußball spielen können. Aber Priorität hatte, dass wir die drei Punkte geholt haben. Da gehört auch mal ein dreckiger Sieg dazu, der über den Kampf und die Mentalität kommt.

Mathias Honsak, SV Darmstadt 98 - VfL Osnabrück

Ein dreckiger Sieg

Müssen wir uns jetzt auf mehr dreckige Spiele des SV Darmstadt 98 einstellen?

Mathias Honsak: Wir wollen uns auf jeden Fall über unsere fußballerische Qualität viele Chancen kreieren. Aber am Ende zählen die Punkte. Und da bringt es mir auch nichts, wenn ich schönen Fußball spiele und mit null Punkten nach Hause fahre.

Wie erleichtert warst Du, dass Deine Großchance, die Du nach einer guten Stunde vergeben hast, nicht mehr ins Gewicht fiel?

Mathias Honsak: Sehr. Wenn man sich die Saison ansieht, haben wir vorne die großen Chancen nicht reingemacht und hinten die Dinger bekommen. Insofern war ich froh, dass wir zu null gespielt haben. Aber die Situation ärgert mich. Da müssen wir nicht lang rumreden. Den muss ich machen.

Woran lag es denn, dass Du den Ball nicht ins Tor bekommen hast?

Mathias Honsak: Schwer zu sagen. Ich habe mir die Szene einmal angeschaut. Dann konnte ich sie nicht mehr sehen. Das war mir selbst ein bisschen peinlich. Aber davon lasse ich mich jetzt auch nicht unterkriegen.

 

Mathias Honsak, SV Darmstadt 98 - VfL Osnabrück

„Den muss ich machen“

„Im 16-Meter-Raum fehlt defensiv wie offensiv die eine oder andere Konsequenz“

Allgemein bist Du nicht so der Torjäger – oder wie siehst Du das?

Mathias Honsak: Im Abschluss sehe ich bei mir nach oben schon noch Luft. Da kann ich mich auf jeden Fall verbessern und will das auch. Schlussendlich wirst Du auch an Deinen Toren und Assists gemessen.

Im Abschluss wirkt es allerdings bei vielen Lilien-Spielern oft so, dass die letzte Konsequenz fehlt und Ihr lieber noch mal quer legt, als einfach abzieht …

Mathias Honsak: Wir spielen teilweise sehr guten Fußball von 16er zu 16er. Aber im 16-Meter-Raum fehlt dann defensiv wie offensiv die eine oder andere Konsequenz, dass wir das Tor machen oder verteidigen.

Wie siehst Du Deine Saison bislang?

Mathias Honsak: Anfang der Saison war ich richtig gut drauf, habe in der Vorbereitung Tore geschossen und Assists geliefert und auch gleich im Pokal und gegen Sandhausen getroffen. Was dann passiert ist, kann ich mir auch nicht wirklich erklären. Ich habe einfach nicht mehr meine Leistung auf dem Platz gebracht. Deswegen hat mich der Trainer auch mal rausgenommen. Das habe ich auch verstanden. Anschließend hatte ich wenig bis gar keine Spielzeit. Da habe ich mir gedacht: Das will ich auf keinen Fall wieder erleben. Deswegen habe ich versucht, meine Chance zu nutzen, als mir der Trainer wieder eine gegeben hat. Und ich will meinen Platz nicht mehr hergeben.

Mathias Honsak sieht sich nicht als Opfer des Systems

Warst Du auch etwas Opfer des Systems? Du wurdest aus der Mannschaft genommen, als der Trainer von Dreier- auf Viererkette umgestellt hat. Und Du bist wieder vermehrt zum Einsatz gekommen, als Ihr zur Viererkette zurückgekehrt seid.

Mathias Honsak: Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich meine Stärken auf dem Flügel habe durch meine Schnelligkeit und mein Dribbling. Durch die Systemumstellung haben wir mit mehr zentralen Mittelfeldspielern gespielt. Dass ich als hängende Spitze spielen kann, habe ich auch schon unter Dimitrios Grammozis gezeigt und auch in der U21. Aber der Trainer hatte sich hier anders entschieden.

Aber wenn Du auf dem Flügel spielst, ist es Dir schon lieber, wenn Du noch einen Verteidiger hinter Dir hast?

Mathias Honsak: Auf jeden Fall (lacht)

Nun geht es am Samstag zu St. Pauli. Was erwartest Du?

Mathias Honsak: Wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen, werden wir uns viele Chancen kreieren. Und die müssen wir dann machen. Die Situation ist ähnlich wie beim Spiel gegen Osnabrück. Beide Mannschaften wollen unbedingt die drei Punkte. St. Pauli hat seinen Lauf gefunden. Das wird sicher keine leichte Aufgabe.

Mathias Honsak als Sinnbild des Lilien-Spiels

Bildquellen

  • SVD-OSN-2020-21-blog-014: Arthur Schönbein
  • SVD-OSN-2020-21-blog-031: Arthur Schönbein
  • SVD-OSN-2020-21-blog-031a: Arthur Schönbein

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