Von einer Systemumstellung spricht Trainer Markus Anfang nicht gerne. Denn das würde ja bedeuten, dass er beim SV Darmstadt 98 sein bisheriges System über Bord geworfen hätte. Dabei habe er doch nur den Fokus verschoben, betont er immer wieder. Doch ganz gleich, wie man es nennt: Seit die Mannschaft nach dem bitteren 0:1 gegen den Karlsruher SC wieder wie in der vergangenen Saison zur Formation mit Abwehr-Viererkette und zwei Defensivspieler auf der Sechserposition zurückgekehrt ist, läuft es. Und dass schlägt sich nicht nur in den Ergebnissen nieder, sondern auch in mehreren interessanten Kennzahlen, die unser Statistikpartner CREATEFOOTBALL uns zur Verfügung gestellt hat.

SV Darmstadt 98 zeigt mehr Effizienz

„Insgesamt ist das Spiel des SV Darmstadt 98 um einiges effizienter geworden“, sagt Mats von CREATEFOOTBALL. „Die Mannschaft hat zudem mehr Abschlüsse.“ Bei Positionsangriffen, also bei systematisch aufgebauten Angriffen über die verschiedenen Positionen, kommt man mit dem neuen Fokus in 32 Prozent der Fälle zu einem Abschluss. Davor waren es gerade 23 Prozent. Bei Konterangriffen sind es mittlerweile 42 Prozent statt wie zuvor 35 Prozent.

Nach dem Karlsruhe-Spiel kamen die Lilien pro Spiel durchschnittlich zu 22,3 Ballkontakten im gegnerischen Strafraum. Davor waren es 17,2 Ballkontakte. Und weil die Mannschaft nicht mehr so früh angreift, führt sie weniger Offensivzweikämpfe (69 pro Spiel vorher, jetzt 55) . Die Quote der gewonnenen Offensivzweikämpfe ist dagegen etwas besser geworden, stieg von 40,7 auf 44,3 Prozent – ein weiteres Indiz für mehr Schlagkräftigkeit in der Offensive.

Doppelsechs - SV Darmstadt 98

Die Lilien mit und ohne Doppelsechs – Quelle: CREATEFOOTBALL

Weniger Pässe und Ballbesitz: „In diesem Ausmaß schon drastisch“

Auf der anderen Seite hat das Passspiel bei den Lilien extrem abgenommen. „Pässe, Passquote und Ballbesitz sind massiv zurückgegangen“, sagt Mats. „Das ist in diesem Ausmaß schon drastisch.“ Waren die Lilien vorher die Mannschaft mit deutlich mehr Ballbesitz (54 Prozent), so sind sie jetzt deutlich seltener am Ball (40 Prozent).

Auch die Passquote hat um rund 8 Prozentpunkte abgenommen: Mittlerweile komen 73,5 Prozent der Pässe an, davor waren es 81,4 Prozent gewesen. Dabei haben jedoch sicher auch die vielen Kurz- und (Un)Sicherheitspässe in der Abwehr beigetragen.

Auch wenn die Zahlen deutlich sind, mahnt Mats davor, sie jetzt schon überzubewerten. „Es sind erst drei Spiele mit dem neuen System“, sagt er. „Da muss man noch abwarten.“

Was steckt hinter CREATEFOOTBALL?

CREATEFOOTBALL steht für Transparenz im Bereich Daten im Fußball und sieht sich als Pionier des Datenscoutings. Sie erstellen viel Content, der aufgrund der Datenanalysen sehr tiefgründig ist und interessante Hintergründe aufdeckt. Das Ziel ist es, immer die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten und statt gängiger Phrasen mit belastbaren Fakten zu glänzen. Neben dem Instagram-Auftritt geht CFB in ihrem Podcast „CREATEFOOTBALL – Der internationale Fußballpodcast“und auf dem Blog noch ausführlicher auf bestimmte Clubs, Ligen oder Sachverhalte ein.

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Bildquellen

  • Darmstadts Doppelsechs: CREATEFOOTBALL
  • Logo-02-Hintergrund-Weiß.png: createfootball

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