Die Lilien-Klasse 2020/21 hat sich im zweiten Halbjahr deutlich verbessert. Klassenprimus beim SV Darmstadt 98 ist ohne Frage Torschützenkönig Serdar Dursun. Durchgefallen ist niemand, allerdings verlassen einige Wackelkandidaten die Klasse freiwillig. Im einzelnen kam die Lilienblog-(Lehrer)konferenz zu folgenden Ergebnissen:

Tor

Marcel Schuhen: Note 2,5

Einige starke Spiele, gute Reflexe, wären da nur nicht immer mal wieder diese Harakiri-(Pass)-Aktionen, die Fans und Mitspielern den Atem stocken lassen. Ähnlich wie einst bei Bastian Becker, die Älteren erinnern sich…

Carl Klaus: ohne Note

Zwei Einsätze in der Liga und einer im Pokal sind zu wenig für eine fundierte Bewertung. Aber er hat gezeigt, dass er als zuverlässiger Ersatzmann da ist, wenn er gebraucht wird.

Abwehr

Matthias Bader: Note 3

Verletzungen warfen den Rechtsverteidiger immer wieder zurück, spielte eine durchwachsene Hinrunde, kam aber zum Ende der Saison immer besser in Schwung.

Patrick Herrmann: Note 4 (mit Abschiedsbonus)

Am Einsatz lag es nicht, aber Ball und Stellungsspiel waren nicht unbedingt Freunde des „Fußballgottes“. Alles hat seine Zeit – die ist beim SV Darmstadt 98 ist gerade rechtzeitig zu Ende.

Immanuel Höhn: Note 3

Hier waren sich die Lilienblog-Experten uneins. Arthur und Frank sahen ihn gut, Stephan fand seine Leistung durchwachsen und für einen Spieler mit seiner Erfahrung und dem Anspruch des Abwehrchefs zu wenig.

Holstein Kiel - SV98

Fabian Holland – der Capitano ruhig und abgeklärt

Fabian Holland: Note 2

Der Kapitän weiter als Konstante, stets mit höchstem Einsatz, zwar nicht immer auffällig, wenn er dabei war, aber ein Riesenverlust, wenn er fehlte.

Lukas Mai: Note 3

Seine erste Profi-Saison, das Potenzial ist da, die mangelnde Erfahrung zeigte sich allerdings auch bei einigen Gegentoren. Womöglich fehlte da auch ein erfahrener Nebenmann, der ihm hätte Halt geben können. Ob ihn Darmstadt halten kann, ist fraglich, denn auch andere Vereine haben ihn auf dem Zettel.

Patric Pfeiffer: Note 3

Ein böser Patzer zum Saisonauftakt gegen Sandhausen, doch im Lauf der Saison zunehmend sicherer, machte einen großen Schritt nach vorn, auch wenn ihn eine Verletzung die letzten Wochen mattsetzte.

Nicolai Rapp: Note 3

Steht für mehr als das kuriose Eigentor gegen den Club. In der Hinrunde in der Innenverteidigung mit einigen Fehlern, in der Rückrunde im defensiven Mittelfeld wesentlich stärker.

Mittelfeld

Samuele Campo, Holstein Kiel - SV98

Das hatten sich alle anders vorgestellt – Winterleihgabe Samuele Campo kam nur auf zwei Kurzeinsätze

Samuele Campo: ohne Note

Zwei Kurzeinsätze sind zu wenig für ein Urteil über die Winterleihgabe. Wieso er überhaupt geholt wurde, versteht kein Außenstehender.

Christian Clemens: Note 3,5

Kam als erfahrener Bundesliga-Spieler, aber war eineinhalb Jahre ohne ernsthafte Spielpraxis. Das machte sich zunächst bemerkbar, wurde jedoch mit zunehmender Dauer immer besser. Zukunft offen.

Mathias Honsak: Note 3

Der Österreicher ist schnell, trickreich und hat grundsätzlich großes Potenzial, lässt aber einfach noch zu viele Chancen liegen. Auch er in der Rückrunde deutlich verbessert.

Tobias Kempe: Note 2,5

Der einzige Stammspieler, der in der Rückrunde – auch verletzungsbedingt – schwächer spielte als in der zugegebenermaßen überragenden Hinrunde. Trotzdem: „Eine Lilie durch und durch. Legende!“, sagt Frank.

Marvin Mehlem: Note 2,5

Fünf Saisontore, eine starke Rückrunde und insgesamt deutlich stabiler als in den Jahren zuvor, leider setzt ihn die zum Saisonende erlittene Verletzung noch länger matt.

Victor Palsson: Note 2

Kam wegen gesundheitlicher Probleme nur auf 21 Liga-Einsätze, der Aufschwung des SV Darmstadt 98 in der Rückrunde hing auch mit seiner Rückkehr zusammen. Sein Abgang ist ein großer Verlust, als Spieler, Leader auf dem Platz und als Mensch.

Fabian Schnellhardt: Note 3,5

Eine eher unauffällige Spielzeit des technisch starken, aber manchmal etwas phlegmatischen Mittelfeldspielers, hatte bei einigen Abschlüssen Pech, kann mehr, als er gezeigt hat.

Holstein Kiel - SV 98

Tim Skarke (vorn) hat als einer der Aufsteiger der Saison gut Lachen, aber auch Patric Pfeiffer (hinten) machte einen großen Schritt nach vorn.

Tim Skarke: Note 2,5

Die Entdeckung der Saison – nach einem durchwachsenen Start ging es ab Ende der Hinrunde steil bergauf. Robust und kampfstark und mit fünf Treffern torgefährlich wie noch nie in seiner Zeit als Profi, hatte auch vor dem bundesligaerfahrenen Clemens auf der rechten Außenbahn meist die Nase vorn.

Adrian Stanilewicz: ohne Note

Ein Lehrjahr für den Spieler, der mit Trainer Markus Anfang und Kai Havertz einst deutscher B-Jugendmeister geworden war. Auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld kam er nicht zum Zug. Als Aushilfe auf der linken Abwehrseite nicht immer glücklich. Beim Saisonendspurt verletzt.

Angriff

Erich Berko: Note 2,5

Nach einem völlig verkorksten ersten Jahr eine weitere Überraschung dieser Spielzeit, vor allem in der zweiten Hälfte der Saison. Unglaublich robust, aber der Zug zum Tor (1 Saisontreffer) könnte noch besser sein.

Holstein Kiel - SV 98

Ziemlich treffsicher – Torschützenkönig und Klassenprimus Serdar Dursun

Serdar Dursun: Note 1

Nicht nur für die Lilienblog-Redaktion der überragende Spieler der abgelaufenen Saison. 27 Tore sprechen für sich und für die Note 1. Bei so manchem Elfmeter: Atemstillstand. Aber alle waren drin. Also alles sehr gut!)

Felix Platte: Note 4

Auch seine letzte Saison in Darmstadt war immer wieder von Verletzungen geprägt. Bei 21 Einsätzen gelangen ihm gerade zwei Treffer. Das ist zu wenig. Schade. Auch hier gilt: Alles hat seine Zeit.

Aaron Seydel: Note 4 (mit Mitleidsbonus)

Seit Ende Februar fehlt der frühere U21-Nationalspieler mit einer Achillessehnenverletzung. Auch davor wurde er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Kaum zu glauben, dass er trotzdem auf 14 Einsätze kam, die meisten allerdings als Joker. Bis auf ein Tor hinterließ er dabei kaum Eindruck. Kann sicher mehr, wenn er endlich mal gesund bleibt.

Anmerkung zur Methodik:

Die Lilienblog-Redaktion hat die abgelaufene Saison aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt. Arthur Schönbein war als Fotograf bei den meisten Spielen der Lilien am Spielfeldrand. Stephan Köhnlein sah alle Heim- und ausgewählte Auswärtsspiele von der Pressetribüne, denn Rest bei Sky. Frank Horneff verfolgte die Partien der Lilien ausschließlich am Fernseher.

Bildquellen

  • KSV-SVD-2020-21-blog-018: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-2020-21-blog-002: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-2020-21-blog-069: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-2020-21-blog-071: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-2020-21-blog-058: Arthur Schönbein

2 Comments

  • Frank Hofmann sagt:

    Hallo zusammen.

    Die Bewertung Trainerleistung gehört mit dazu:

    Leistungsvergleich Saison 2019/20 mit 2020/21:

    Hinrunde 2020 am 17. Spieltag M. Anfang Platz 14 bei 18 Punkten
    Rückrunde 2021 am 34. Spieltag M. Anfang Platz 3 bei 33 Punkten
    Geamtplatzierung n. 34. Spieltagen Tabellenpos. 7 mit 51 Punkten unter M. Anfang Sais. 2020/21

    Hinrunde 2019 am 17. Spieltag D. Grammozis Platz 12 bei 20 Punkten
    Rückrunde 2020 am 34. Spieltag D. Grammozis Platz 2 bei 32 Punkten
    Gesamtplatzierung n. 34 Spieltagen Tabellenpos. 5 mit 52 Punkten unter D. Grammozis Sais. 2019/20

    Bitte begründe mir Einer warum Herr M. Anfang der beste Startrainer am 2. BuLi Himmel in Darmstadt gewesen sein soll. Es war Herr D. Grammozis! Und Schalke 04 hat ihn jetzt unter Vertrag. Vielen Dank.

    Allen eine schöne Zeit.

    • Chino Bagni sagt:

      Da gibt es nichts zu begründen, das nennt man Sophismus, denn sonst würde man sein Gesicht verlieren. Gilt auch für Journalisten.

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