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Einwurf: Nicht immer nur Privatsache

Coronavirus, SV Darmstadt 98

Coronavirus, SV Darmstadt 98

Ob sich jemand gegen das Coronavirus impfen lässt oder nicht, ist seine Privatsache – zumindest zunächst, meint Lilienblog-Autor Stephan Köhnlein. Denn eine Entscheidung gegen eine Impfung kann Konsequenzen haben, die weit über das eigene Schicksal hinausgehen. Das wird an den Corona-Fällen beim SV Darmstadt 98 deutlich.

Zur Impfquote in der Mannschaft oder gar zu einzelnen Impfungen gibt der Verein mit dem berechtigten Verweis auf die Privatsphäre der Spieler keine Auskünfte. Trotzdem ist klar: Braydon Manu, Patric Pfeiffer und Frank Ronstadt waren nicht geimpft. Andernfalls wären sie nämlich routinemäßig gar nicht auf Corona getestet worden. Denn Spieler, die geimpft sind, oder wie Fabian Holland bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, fallen nicht unter die im Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgesehene Testpflicht.

Bis zu neun Corona-Ausfälle und mehrere Verletzte

Am Freitag hat nun das Gesundheitsamt Darmstadt wie befürchtet zusätzlich zu den drei positiv Getesteten für alle ungeimpften und nicht genesenen Spieler des Kaders eine häusliche Quarantäne angeordnet. Auf fünf bis sechs Spieler hatte Trainer Torsten Lieberknecht am Tag zuvor die Gruppe der davon Betroffenen geschätzt.

Damit fehlen den Lilien im ersten Spiel am Samstag gegen Jahn Regensburg also bis zu neun Spieler coronabedingt. Das ist umso bitterer, weil dazu noch die verletzten Marvin Mehlem, Tim Skarke, Thomas Isherwood und Aaron Seydel kommen.

Selbst wenn man davon ausgehen kann, dass eine Impfung keinen absoluten Schutz gegen das Coronavirus bedeutet – zumindest die am Freitag verhängte Quarantäne gegen die Spieler hätte es  wohl nicht gegeben, wenn diese die niederschwelligen Impfangebote des Vereins in den vergangenen Wochen wahrgenommen hätten.

Wer fehlt, ist nicht zwangsläufig ungeimpft

Wichtig: Es geht nicht darum, einzelne Personen anzuprangern. Womöglich hatte der eine oder andere auch gute Gründe, sich nicht impfen zu lassen. Wichtig auch: Wer am Samstag fehlt, ist nicht zwangsläufig ein Impfverweigerer, sondern könnte auch verletzungsbedingt fehlen. Bewusst hatte Lieberknecht bei der Pressekonferenz deswegen auch nichts über angeschlagene Spieler gesagt.

Im Moment ist das Wichtigste, dass die Betroffenen möglichst schnell gesund werden oder es bleiben. Aber die Quote der Nicht-Geimpften scheint mit etwa einem Drittel des Kaders relativ hoch. Und auch deswegen müssen die Lilien die Saison mit einer Rumpftruppe beginnen.

 

 

 

Bildquellen

  • corona-4899173_1920: Vektor_Kuns/Pixabay
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