Phillip Tietz kann ruhig schlafen – weder das wenige Monate alte Töchterchen, noch der Aufstiegskampf beeinträchtigen derzeit die Nachtruhe des 24 Jahre alten Angreifers. “Ich bin optimistisch, weil wir uns keinen Druck machen”, sagte er mit Blick auf den Saisonendspurt. “Andere Vereine haben einen viel größeren Druck als wir. Die schlafen auch schlechter.”

Mit Kampf, Leidenschaft und Emotion verkörpert der Angreifer einen Spielstil, der gut nach Darmstadt passt. Getragen werden er und seine Mitspieler dabei auch von den Zuschauern. “Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, wenn du so eine Unterstützung von den Fans erhältst”, sagte er. Natürlich freuten sich alle über die gute Tabellenposition. “Aber die Fans hätten uns auch nicht weniger lieb, wenn wir nur auf Platz sechs oder sieben wären.”

Rund 4.000 Tickets für das Auswärtsspiel in Düsseldorf (Freitag, 18.30 Uhr) waren am Dienstag an Darmstädter Anhänger verkauft. “Das ist jetzt schon der Wahnsinn”, findet Tietz. Respekt äußerte er dabei auch für die Fans, die am Freitag noch arbeiten müssen und es trotzdem einrichteten, nach Düsseldorf zu kommen. Sein Team werde dort gegen einen starken Gegner, der zu Unrecht derzeit nur auf Rang zehn stehe, komplett fokussiert sein – “als wäre es der erste Spieltag”.

Wann Phillip Tietz seinen Gegenspieler umhauen würde

Tietz selbst muss allerdings etwas aufpassen, dass er sich nicht noch die fünfte Gelbe Karte einhandelt. Dann würde er am letzten Spieltag gegen seinen Ex-Verein SC Paderborn fehlen, mit dem er 2018 in die 2. Liga aufgestiegen war. Besonders zurückhalten wird er sich gegen Düsseldorf aber auch nicht: “Wenn du dir zu sehr einen Kopf machst, holst du dir erst recht eine Gelbe Karte”, sagte er. “Aber wenn es gegen Düsseldorf 0:0 steht und einer an mir vorbeiläuft, dann haue ich den auch um, bevor wir ein Gegentor bekommen.”

Der Angreifer, der schon für Braunschweig, Paderborn, Jena und Wehen Wiesbaden gespielt hat, lobte erneut den Teamgeist in der Mannschaft: “Ich habe in meiner Profikarriere so etwas noch nie erlebt.” Auch als er und Nebenmann Luca Pfeiffer eine längere Torflaute gehabt hätten, seien andere Spieler in die Bresche gesprungen und hätten die Tore gemacht. Mittlerweile treffen Tietz und Pfeiffer wieder, liegen bei jeweils 15 Saisontoren. Einen Konkurrenzkampf, wer mehr Tore schieße, gebe es nicht.

Phillip Tietz (Mitte) und Luca Pfeiffer (rechts), SV Darmstadt 98 - FC Ingolstadt 04

Von Konkurrenz keine Spur: Phillip Tietz (Mitte) und Luca Pfeiffer (rechts) gönnen sich die Tore gegenseitig

Großes Lob für seinen Coach und Entdecker

Einen Riesenanteil an diesem Teamgeist hat Trainer Torsten Lieberknecht. “Natürlich fungiert er als Chef”, sagte Tietz. Aber Lieberknecht sei auch wie ein Mannschaftsmitglied, weil er viel mit Spielern rede und auch mal Späße parat habe. “Er macht uns nie Druck, sondern sagt: Habt Spaß am Fußball. Fehler passieren”, erklärte der Angreifer. “Das gibt dir als Spieler mehr Selbstbewusstsein und ein Gefühl von Geborgenheit.”

Lieberknecht hatte Tietz bei Eintracht Braunschweig gefördert und 2016 zu den Profis hochgezogen. Natürliche entwickele sich jeder Mensch über die Jahre weiter, sagte der Angreifer über seinen Coach. “Aber als Mensch ist er derselbe geblieben.”

Bildquellen

  • SVD-FCI-2021-22-blog-0031: Arthur Schönbein
  • SVD-Aue-2021-22-blog0058a: Arthur Schönbein

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