Gelb-rote Karte, Eigentor, Siegtreffer – Matej Maglica hat eine wilde Woche hinter sich. Nach dem 3:2-Heimsieg gegen den Karlsruher SC zeigte sich der kroatische Abwehrspieler dann zufrieden: „Ich war wirklich glücklich, als das Spiel zu Ende war und wir die drei Punkte hierbehalten haben.“ Dass die Lilien bei einem dominanten Auftritt bis zum Ende um den Sieg bangen mussten, lag einerseits an der schwachen Chancenverwertung – aber auch an den durch individuelle Fehler begünstigten Gegentoren.
Angefangen hatte alles in der 38. Minute mit einer kurz ausgeführten Ecke des KSC. Die anschließende Flanke wurde von Karlsruhes Sebastian Jung ins Zentrum geköpft und durch eine leichte, aber entscheidende Berührung Maglicas per Kopf ins eigene Tor verlängert. „Ich glaube, ich kann nicht viel dafür. Es passiert einfach unglaublich schnell, dass der Ball auf meinen Kopf kommt. Ich versuche dann zu klären. Ich weiß ja nicht, was passiert, wenn ich den Ball durchlasse“, beschrieb Maglica die Situation nach dem Spiel.
Keine Zeit zum Nachdenken
Es war der nächste bittere Moment für den Kroaten, der in der Schlussphase des Pokalspiels in Freiburg mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. Dennoch gelang es Maglica anschließend mit freiem Kopf weiterzuspielen. „Im Fußball hat man nicht so viel Zeit zum Nachdenken. Es geht Schlag auf Schlag“, sagte der 27-Jährige und freute sich über seine starke Leistung in der zweiten Hälfte: „Das Gute im Fußball ist, dass ein Spiel 90 Minuten geht. Man hat immer die Chance, seinen Fehler wiedergutzumachen. Und ich habe mich dann auch vorne mit einem Tor belohnt.“
Das 3:2 kam zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt, nur wenige Minuten nach dem Karlsruher Ausgleich. Bei einem Freistoß von Richter nahe der Grundlinie setzte Maglica sich am zweiten Pfosten durch und nickte zur erneuten Führung ein – diesmal auf der richtigen Seite. Es war bereits das vierte Saisontor des Innenverteidigers. Am fünften Spieltag gegen Braunschweig hatte er mit einem wuchtigen Freistoß den Siegtreffer erzielt, zusätzlich im DFB-Pokal gegen Lübeck und Schalke getroffen.
Zittern bis zum Schluss
Nach der Führung verpassten es die Lilien, den Sack zuzumachen und hielten Karlsruhe so bis zum Schluss im Spiel. „Das Einzige, was wir uns heute vorwerfen können, ist, zu viele Torchancen liegen gelassen zu haben. Wir hatten sicher noch fünf Hundertprozentige, wovon mindestens zwei reinmüssen. Dann haben wir ein lockeres Spiel hier“, sagte Maglica. Denn, obwohl der SV Darmstadt bis auf einen Distanzschuss in der neunten Minute der Nachspielzeit, nichts mehr zuließ, blieb es aufgrund der knappen Führung bis zum Ende hoch spannend – das sah auch Maglica so: „Wenn man mit einem Tor führt, ist es im Fußball immer so, dass die andere Mannschaft am Ende noch zu Freistößen, Ecken oder Flanken kommt. Da ist man nicht so sicher, wie wenn man 4:0 führt. Man hat immer im Hinterkopf, dass es unentschieden ausgeht, wenn man einen kleinen Fehler macht.“
Doch der großgewachsenen Darmstädter Hintermannschaft um Maglica, Patric Pfeiffer und ab der 82. Minute auch Aleksandar Vukotic gelang es ein ums andere Mal die Karlsruher Flanken aus der Gefahrenzone zu köpfen und potenziell brenzlige Situationen zu bereinigen. Dementsprechend erleichtert war der Siegtorschütze der Lilien über die drei Punkte und das persönliche Happy End einer wilden Woche: „Gott sei Dank hat in der Schlussphase das Verteidigen geklappt.“
Von Lilienblog-Mitarbeiter Lauro Meisterjahn.
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Bildquellen
- SVD-ksc-2025-26-blog-0048: Arthur Schönbein


