Zwölf Jahre bei den Lilien: Der scheidende Ex-Kapitän Fabian Holland blickt zurück auf viele Erfolgserlebnisse, unterschiedliche Trainer und eine insgesamt großartige Entwicklung des Vereins. Dass der SV Darmstadt 98 kommende Saison nicht mehr auf ihn baut, war hart für den fast 36-Jährigen, auch wenn er die Entscheidung nachvollziehen kann. Böses Blut gibt es deswegen jedenfalls nicht.
Fabian, welche Momente aus zwölf Jahren hier in Darmstadt werden dir besonders in Erinnerung bleiben?
Auf jeden Fall die beiden Aufstiege. Wahnsinn, das hier zu erleben. Außerdem bleiben die Tore hängen, denn ich habe ja nicht so viele geschossen in meiner Karriere (grinst). Und natürlich war der Klassenerhalt in Berlin 2016 in der ersten Liga einer der schönste Moment in meiner Karriere.
Du bist 2014 zunächst auf Leihbasis von Hertha BSC gekommen. Wie war das als Berliner Junge in Südhessen?
Klar, wenn man von Hertha gekommen ist, waren die damaligen Gegebenheiten hier schon ein kleiner Schock. Aber ich habe schon immer in dieser Beziehung keine großen Ansprüche gestellt. Und ich habe schnell gemerkt, dass hier alles sehr gut zu mir passt. Das Familiäre im Verein, die Mannschaft und auch in der Stadt habe ich mich schnell sehr wohl gefühlt.
Wie stolz macht es dich, so lange hier gewesen zu sein?
Am Anfang wusste ich ja nicht, wohin hier die Reise geht. Wenn man als Dritter gerade so aus der 3. Liga aufgestiegen ist, hat man schon Bedenken, wie die Saison laufen könnte. Zwölf Jahre später hier immer noch zu stehen, mit zwei Aufstiegen, mit ein paar Jahren in der Bundesliga und mit vielen Spielen als Kapitän – da bin ich schon extrem stolz auf diese Zeit.
Wenn du auf deine Karriere zurückblickst – gab es Augenblicke, in denen du im Nachhinein etwas anders hättest machen sollen?
Ich bin sehr glücklich, wie meine Karriere verlaufen ist. Das war so nicht abzusehen, als ich hierhergekommen bin. Deswegen will ich diese Zeit nicht vermissen, auch wenn es schwierige Zeiten hier gab. Im Großen und Ganzen bin ich sehr dankbar, die zwölf Jahre hier gewesen zu sein, und bereue nichts.
Du hast hier sehr viele unterschiedliche Trainer erlebt. Von wem hast du am meisten mitgenommen?
Von den Trainern bleibt bei mir am meisten von Torsten (Lieberknecht) hängen, weil wir den zweiten Aufstieg gefeiert haben, insgesamt eine sehr erfolgreiche Zeit und eine sehr coole Truppe hatten. Aber natürlich habe ich von sehr vielen Trainern etwas mitgenommen. Markus Anfang zum Beispiel hatte eine ganz andere Spielidee, bei ihm habe ich nochmal etwas zur Positionierung im Spielaufbau dazugelernt. Und natürlich hatte auch Dirk Schuster einen riesigen Anteil daran, wie ich mich entwickelt habe.
Wie beurteilst du die Entwicklung des Vereins in den zwölf Jahren?
Ich glaube, die Bodenständigkeit sieht man immer noch. Wir wissen, wo wir stehen, wo wir herkommen und trotz alledem haben wir immer wieder den Blick nach vorne. Wir probieren, uns mit den Besten zu messen und immer wieder oben anzugreifen. Das liegt mit Sicherheit nicht nur an den Spielern. Daran sieht man, dass im Verein gut gearbeitet wird, auch wirtschaftlich. Ich glaube, der Verein ist in sehr guten Händen. Deswegen bin ich voller Zuversicht für die nächsten Jahre.
Wie schmerzhaft war es, als dir die Verantwortlichen hier gesagt haben, dass sie für die kommende Saison ohne dich planen?
Ich wusste schon, dass dieser Moment irgendwann kommen wird. Trotzdem macht es das dann nicht einfacher. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das war kein harter Moment für mich. Ich glaube, das haben in den Gesprächen alle gemerkt. Aber trotzdem war es absolut in Ordnung, wie es gelaufen ist. Es gibt kein böses Blut zwischen mir und dem Verein – auch wenn das nach zwölf Jahren natürlich ein großer Schritt ist für mich. Aber man muss schauen, dass es für beide Seiten Sinn hat. Die Fakten sind: Ich bin fast 36, habe ein Jahr nicht viel gespielt, davor war ich verletzt. Deswegen ist es für mich okay, dass man überlegt, einen anderen Weg zu gehen. Ich werde jetzt eine neue Herausforderung suchen.
Aufgezeichnet in einer Medienrunde mit Fabian Holland am Mittwoch.
In Teil II, der am Donnerstag erscheint, spricht Fabian Holland über seine Zukunftspläne.
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Bildquellen
- SVD-elv-2025-26-blog-0058: Arthur Schönbein





er war ein wichtiger Spieler und ist ein echter Sympathieträger, aber im Leistungssport schlägt jedem die Stunde.
Was könnte man mehr dazu sagen als – Fabian Holland hat verdammt große Fußstapfen hinterlassen bei den 98ern – fast schon einzigartig. Im der Neuzeit in Darmstadt auf jeden Fall!
Eine große Zeit der Lilien wird für immer mit seinem Namen verbunden sein.
Alles erdenklich Gute für das was noch kommt
Kapitän.
Wie so oft bei den Lilien, keine Vertragsverlängerung und auch kein Angebot im Verein für langverdiente Spieler, siehe Kempe.
Hauptsache irgendwelche mittelmäßige oder aus der Historie von Amateure, im Verein das sagen haben. Was macht ein Tom Eilers? Was macht ein Uwe Kuhl im NLZ ? Was macht ein Herr Kowalski? Wer macht überhaupt etwas in dem Club.
Man hat es damals schon versäumt einen Marco,,,, Toni,,,,Sailer als Gesicht des SV 98 für die Marketingabteilung zu behalten und ihm einen Job zu geben. Lieber lässt man Leute im Fanshop Leute die nichts mit dem Verein zu tun haben für Mindestlohn arbeiten. Ich verstehe das alles nicht.
Es wird vielleicht nicht die Mannschaft sein die nächstes Jahr, dafür verantwortlich ist gegen den Abstieg zu spielen, sondern es sind die Vollblut Amateure mit ihren Scheuklappen die das zu verantworten haben. Ich habe fertig!!!!
Ja , hier trifft wieder Realität auf Nostalgie . Ich bin auch ein Anhänger ( wohl weil Frau ) des gewohntem oder traditionellem . Es tut mir mit ihm weh ,dass die Realität oft grausam ist . Danke lieber Fabi , dass du auch meinen Lieblingstrainer als “ herausragend “ empfunden hast . Ich wünsche dir , dass du in deiner Heimat glücklich wirst . Und ich danke dir für alles ! ! Du bist ein echtes Original . Bleib wie du bist .
Fabian Holland ist ohne jeden Zweifel eine Vereinslegende der Lilien. Seine Verdienste sind unbestritten und werden unvergessen bleiben. Auf der anderen Seite kann ich die Vereinsentscheidung aber absolut nachvollziehen und finde sie auch richtig. Der Zahn der Zeit nagt auch an Fabi, selbst wenn er sich nach wie vor gut fühlt. Ich wünsche ihm für die weitere Zukunft alles Gute!