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Seinen 26. Geburtstag am Dienstag hat Florian Kleinhansl vor allem auf dem Trainingsplatz verbracht. Zwei Einheiten standen auf dem Programm, abends war er dann nur noch mit seiner Freundin in Frankfurt essen. Und am Mittwoch bezog er seine neue Wohnung in Darmstadt. Nach rund einem Monat ist der Linksverteidiger angekommen. „Ich glaube, man sagt immer, dass die Mannschaft es einem leicht gemacht hat. Aber es war hier tatsächlich so. Ich habe mich direkt wohlgefühlt.“

Während Kleinhansl erzählt, läuft im Hintergrund Trainer Florian Kohfeldt vorbei und ruft ihn lachend „Clarki“. Das ist Kleinhansls Spitzname – in Anlehnung an Clark Kent, das bürgerliche Alter Ego der Comicfigur Superman. Mit etwas Fantasie kann man eine gewisse optische Ähnlichkeit finden. Der Spitzname hat aber auch einen praktischen Hintergrund. Es gibt mit dem Coach und dem Reha-Trainer Florian Bauer schon zwei weitere Flos im Team.

Konkurrenzkampf: Drei Linksverteidiger für die Lilien

Viel Überzeugungsarbeit hat es nicht gebraucht, Kleinhansl ans Böllenfalltor zu holen. Nach zwei Jahren in Kaiserslautern wurde sein Vertrag dort im Sommer nicht verlängert. Kontakt mit den Lilien hatte es schon vorher gegeben, Kleinhansl galt als möglicher Ersatz für Fabian Nürnberger. Zunächst verlängerte Nürnberger zwar, doch dann zog sich Raoul Petretta in der Vorbereitung eine Knieverletzung zu und weil Nürnberger noch einige Zeit fehlt, machten die Lilien bei Kleinhansl Nägel mit Köpfen.

Petretta ist mittlerweile wieder im Kader, Nürnberger soll im September zurückkehren, dann haben die Lilien drei Linksverteidiger zur Auswahl. „Ich wusste, dass ich mich der Konkurrenz stellen muss – egal, wo ich hingehe. Dafür ist die zweite Liga auch zu gut. Und das macht den Fußball auch aus“, sagt er. „Es ist die Aufgabe, sich immer zu pushen, sich immer besser zu machen.“

Luft nach oben in der Endgeschwindigkeit

Wieso es in Kaiserslautern nicht wie erhofft für ihn lief, damit will er sich jetzt nicht mehr beschäftigen. „Ich blicke positiv auf die Zeit in Kaiserslautern zurück“, sagt er. „Am Ende war es einfach besser, dass man getrennte Wege geht.“ Aus Kaiserslautern hört man, dass er unter Trainer Markus Anfang als Linksverteidiger in einer Viererkette noch recht regelmäßig zum Einsatz kam, bei Torsten Lieberknecht, der gerne auf Schienenspieler auf der Außenbahn setzt, eher weniger.

Insofern kommt Kleinhansl das System der Lilien eher entgegen. Er sei ein Spieler, der dominant spielen wolle. „Ich habe gerne den Ball am Fuß, probiere, meine Mitspieler gut einzusetzen, aber auch defensiv stabil zu stehen.“ Luft nach oben hat er nach eigener Einschätzung im athletischen Bereich und in der Endgeschwindigkeit. Zudem könne er im Angriffsdrittel noch konsequenter werden und mehr Scorerpunkte sammeln.

Ein Schreckmoment beim Debüt

Bei seinem Debüt für die Lilien gegen Kiel zeigte Kleinhansl über weite Strecken eine gute Leistung – abgesehen von einer Szene kurz nach der Pause, als ihm der Ball im Strafraum versprang und Kiel fast das 3:0 erzielt hätte. Da sei er selbst ziemlich erschrocken, räumt er ein. „Ich hatte zu viele Gedanken im Kopf, habe überlegt, ob ich mit der Brust zurückspiele oder mit dem Kopf.“ Das dürfe nicht passieren. Er müsse da konsequent sei. „Da darf der Ball auch mal über die Tribüne fliegen.“

Am kommenden Wochenende geht es zu Dynamo Dresden – ein Highlight auch für Kleinhansl. Aber davor muss noch die neue Wohnung eingerichtet werden. Die Familie kommt zur Unterstützung. Und Kleinhansl ist froh, dass er nach mehreren Wochen im Hotel endlich wieder selbst kochen kann – nicht nur die typischen Fußballer-Gerichte wie Pasta oder Salat. Einer seiner Favoriten: Chili con carne.

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Bildquellen

  • Trainingslager-2026-blog-0028: Arthur Schönbein

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