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Der SV Darmstadt 98 wird in der kommenden Saison mit einer Mannschaft in der neuen U21-Liga „Bundesliga Talent Series“ (->mehr Infos dazu hierantreten. Doch ein weiterer Wettbewerb löst die Probleme im Lilien-Nachwuchs nicht, sagt Lilienblog-Chefredakteur Stephan Köhnlein.

Sportdirektor Paul Fernie findet das Konzept des neuen Wettbewerbs gut. Es enthalte sehr viele Dinge, die für die gezielte Nachwuchsförderung wichtig seien, sagt er. Aber bringt ein weiterer Wettbewerb für den Lilien-Nachwuchs tatsächlich Vorteile, wenn dieser im Vergleich zu anderen Vereinen deutlich hinterherhinkt? Zweifel sind angebracht.

Die U21 hat gerade mit Müh und Not den Klassenerhalt in der 5. Liga geschafft. Die U19 und die U17 kamen in ihren Altersklassen nicht über die „Trostrunde“ hinaus. Was das sportliche Abschneiden angeht, so lässt der neue Wettbewerb also nicht viel Gutes erwarten, wenn man sich mit überwiegend deutlich überlegenen Teams misst.

Und selbst wenn man das ausklammert und nur den Praxis-/Erfahrungsaspekt sieht: Ob ein junger Spieler wirklich besser wird, wenn er in den meisten Spielen mit seinem Team auf die Mütze bekommt, ist auch sehr fraglich.

Viel hilft nicht immer viel. Die Probleme der Lilien im Nachwuchsbereich liegen nicht darin, dass Spieler dort zu wenig Spielpraxis bekommen. Das Problem ist, dass die Lilien zu wenig wirklich talentierte Spieler ins Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) locken und diese dann dort auch halten können.

Der Grund liegt auf der Hand: Andere Vereine im näheren und weiteren Umfeld bieten mit ihren modernen und gut ausgebauten Trainingszentren einfach eine deutlich bessere und attraktivere Infrastruktur (->) als das spartanische Lilien-NLZ mit seinen zwei Kunstrasenplätzen und Funktionsgebäude, das gerade in Modulbauweise kosmetisch etwas aufgehübscht wird.

Der Wunsch, Talente aus der Region in den Profifußball zu bringen, ist mehr als verständlich. Dass es mit Clemens Riedel kürzlich einmal gelungen ist, verklärt da möglicherweise den Blick. Tatsache ist: Der Lilien-Nachwuchs hinkte der Konkurrenz deutlich hinterher. Und daran wird es nicht wirklich etwas ändern, wenn er jetzt noch öfter spielt.

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Bildquellen

  • SVD-f95-2024-25-blog-0034: Arthur Schönbein

4 Kommentare

  • Frank Hofmann sagt:

    Guter Kommentar. Hoffentlich bleibt die U21 in der Oberliga. Derzeit ist der Unterbau nicht konkurrenzfähig in höheren Gefilden. Fernie könnte sich hier erstmals die Finger verbrennen. Er sollte sich m. M. n. intensiv weiter um seine Profis kümmern. Die Fehler liegen woanders und sind exklusiv eine Etage höher abzustellen.

  • J.W.2656 sagt:

    Schade das wir platztechnisch so beengt sind und nichts vernünftiges aufbauen können .
    Leider gehört zu einem ordentlichen NLZ mittlerweile ein richtiger Campus mit schule und unterkunft mit vernünftigen guten Trainern ,die wir uns leider nicht leisten können .

  • Guido R sagt:

    Mein Kommentar ist weniger ein Widerspruch zu Stephans Darstellung, eher eine andere Perspektive.
    Wenn die Lilien in der neuen Liga erst gar nicht antreten wollten, wäre das ein Zeichen, dass man sich überhaupt nicht konkurrenzfähig sieht – auch nicht zu den vielen Teams von Vereinen aus der 2. Liga (insbesondere Bielefeld, Bochum, Braunschweig, Cottbus, Dresden, Fürth, Heidenheim, Kiel, Magdeburg, Nürnberg, Paderborn und St. Pauli) – Berlin, Hannover und Wolfsburg habe ich hier bewusst ausgelassen. Das wäre auch eine Botschaft, die sicher nicht dazu beitragen würde, „mehr gute Spieler“ anzulocken.
    Durch Teilnahme an der Liga – auch wenn man „meist auf die Mütze bekommen sollte“ – gibt man dagegen Spielern (die bei „größeren / besseren / erfolgreicheren / …“ NLZ vielleicht keine Chance haben?) die Chance auf Teilnahme und Sichtbarkeit.
    Als Elternteil eines (fiktiven) „Talents“ im passenden Altersbereich oder auch davor im Jugendbereich würde ich meinem Sohn eher nicht empfehlen, zu einem NLZ zu wechseln, dass offenkundig von sich selbst nicht überzeugt ist…

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