Zwei Jahre ist es her, dass der SV Darmstadt 98 0:4 bei der SV Elversberg verlor und Trainer Torsten Lieberknecht als Lilien-Trainer entnervt hinschmiss. Nach dem 0:3 in Kaiserslautern steckt sein Nachfolger Florian Kohfeldt zumindest auf den ersten Blick in einer ähnlichen Situation. Was ist heute so wie damals? Was ist anders? Eine Lilienblog-Analyse:
Wie damals
- Heute wie vor zwei Jahren starteten die Lilien mit einem Punkt aus vier Liga-Spielen und kamen im Pokal glanzlos gegen einen Regionalligisten weiter. Damals punktete man im Heimspiel gegen Nürnberg und gewann im Pokal 3:1 gegen Teutonia 05 aus Hamburg. Diese Saison gab es den Punkt gegen Kiel und ein 2:1 im Pokal gegen Jena.
- Die Mannschaft hat und hatte eine lange Negativserie hinter sich – damals den Bundesliga-Abstieg, diesmal den aus der Hand gegebenen Bundesliga-Aufstieg mit neun Spielen ohne Sieg.
- Beide Male gab es zu Saisonbeginn einen Neuaufbau.
- Damals wie heute gab es am 4. Spieltag eine deutliche Niederlage – im Jahr 2024 ein 0:4 in Elversberg, jetzt ein 0:3 in Kaiserslautern.
- Beide Male gab es nach den Niederlagen harsche Kritik vom Trainer an den Spielern: Lieberknecht erklärte, er habe sich von seinen Spielern im Stich gelassen gefühlt. Kohfeldt warf seinem Team „fehlende Ernsthaftigkeit“ vor.
Anders als damals
- Die aktuelle Negativserie ist deutlich kürzer als die vor zwei Jahren. Unter Lieberknecht hatte die Mannschaft bereits vor dem Aufstieg in die Bundesliga geschwächelt, dann mit dem Mallorca-Trip für viel negative Stimmung gesorgt und dann eine weitgehend katastrophale Saison gespielt. Unter Kohfeldt war es „nur“ das letzte Viertel der vergangenen Saison gewesen.
- Anders als vor zwei Jahren hat die Mannschaft mittlerweile mehrere etablierte Führungsspieler im Kader. Die Defensivachse mit Schuhen-Pfeiffer-Vukotic-Klefisch-Akiyama stand diese Saison allerdings aus verschiedenen Gründen (Platzverweise, Krankheit) so gut wie nie gemeinsam auf dem Feld.
- Beim 0:4 gegen Elversberg hatte man vom Anpfiff weg das Gefühl, dass die Lilien-Mannschaft an diesem Tag chancenlos war und nichts reißen würde. In Kaiserslautern spielte man bis zum 0:1 über weite Strecken mit und hätte sogar per Elfmeter in Führung gehen können.
- Die Lieberknecht-Aussage deutete damals auf einen Bruch zwischen Trainer und Mannschaft hin. Die Kohfeldt-Kritik heute ist dagegen deutlich schwächer, der Coach stellte zudem klar, dass er voll hinter der Mannschaft stehe.
- Kohfeldt und Sportgeschäftsführer Paul Fernie haben mit Unterstützung des Präsidiums umfassende neue und auch teure Strukturen geschaffen. Zentrale Akteure nach vier Spieltagen zu ersetzen, wäre ein Schnellschuss, der nicht zur ruhigen Hand der Vereinsführung in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten passen würde.
Fazit:
Es gibt Parallelen zwischen damals und heute. Es gibt aber auch deutlich Unterschiede. Damit die Situation nicht eine ähnliche Dynamik entwickelt wie vor zwei Jahren, ist ein Sieg am Freitag im Heimspiel gegen Bielefeld Pflicht.
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Bildquellen
- elv-SVD-2024-25-blog-0028: Arthur Schönbein






Sehe ich ähnlich. Der Vergleich hinkt, TL hatte seine beste Zeit hinter sich, konnte im Grunde nichts mehr erreichen. Floko hingegen ist letzte Saison auf der Zielgerade gescheitert und nun mit der Ambition in die Saison gegangen zusammen mit Fernie nen neuen Kader aufzubauen und mit diesem langfristig den nächsten Anlauf zu starten. Wohlwissend dass das alles Zeit brauchen wird. Aber wie du schon sagst, ist es seine Aufgabe das Team zu entwickeln und das gestrige Spiel hat deutlich gezeigt, dass diese Entwicklung offensichtlich in die falsche Richtung geht. Hätte man früher in der Vorbereitung stärkere Gegner ausgewählt, wäre wohl rechtzeitig klar geworden ob das alles mit Flokos Spielidee für die 2. Liga reicht und ggf. anpassen können. Der Zug ist nun leider abgefahren (ich seh Richter nicht als Lösung). Spielerisch wird sich das Team nicht befreien können, dafür ist das gesamte Gebilde zu anfällig (keine Frage der Qualität!). Es bleibt also nur der Weg das Stilmittel zu wechseln und sich auf die Arbeit gegen den Ball zu konzentrieren, alles abzulaufen, jeden zweiten Ball zu holen und 90min „Gras zu fressen“ und das MUSS ab Freitag funktionieren. Entweder die Truppe erzwingt den Sieg und kann dann mit gestärktem Selbstvertrauen nach Wolfsburg reisen oder Floko hat noch vor der Pause sein Endspiel, beim Ex-Verein. Geht das alles schief gibt es aus meiner Sicht keine Alternative, auch wenn`s mir weh tun würde, da ich ihn eigentlich für nen guten Trainer halte und ihm es von Herzen gönnen würde dass er sich bei uns bewiesen kann.
Ich bin völlig mit der Beurteilung einverstanden, sie trifft vollkommen zu. Die ruhige Abwägung und der Vergleich zwischen den Situationen mit Thorsten Lieberknecht ind Florian Kohfeld ist völlig der Lage entsprechend und zeigt auch die Unterschiede zwischen den Persönlichkeiten der beiden Trainer. Ich muss sagen, dass ich froh bin, dass wir mit Paul Fernie und Florian Kohfeld zwei Verantwortliche haben, die mit Ruhe die Entwicklung sehen und ich bin sicher, dass die Wende bald kommen wird. Man darf niemals vergessen, wie groß der Umbruch in der Mannschaft ist.
Hallo Herr Decher. Könnten Sie noch ausführen von welcher Entwicklung Sie sprechen?
Und was heiß bei Ihnen „bald“ ?
Man kann die Situation nur bedingt vergleichen aber das Sportliche Ergebnis ist für mich das Gleiche. Ich sehe keinerlei Entwicklung in der Mannschaft und das ist nunmal die Aufgabe des Trainerteams.