Beim 2:1 gegen Arminia Bielefeld bereitete Noah Weißhaupt erst das frühe 1:0 vor und sprach später über den Sieg, die Fans und eine strittige Szene, in der er Hauptdarsteller war.
Noah, Glückwunsch zum ersten Saisonsieg in der Liga. Wie erleichtert bist du?
Ich bin sehr erleichtert und kriege das Strahlen auch nicht mehr aus meinem Gesicht. Ich muss ein großes Dankeschön an die Fans aussprechen, die am Donnerstag extra zum Training gekommen sind. Jeder Einzelne hat sich die Zeit genommen und hat uns noch mal angefeuert, nachdem die ersten Spiele nicht so gut gelaufen sind. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, was das für ein Verein ist. Heute haben wir wirklich gekämpft und am Ende gewonnen.
Das erste Tor hast du vorbereitet. Kannst du nochmal sagen, was da passiert ist? Ihr wart sehr wach und sehr aggressiv…
Ja, wir waren direkt da. Ich glaube. Ich habe den Ball bekommen, bin ins Eins-gegen-Eins gegangen, habe ihn reingelegt und Hojae steht da, wo ein Stürmer stehen muss. Das hat uns geholfen, direkt am Anfang ein Tor zu machen. Ich glaube, Bielefeld war dann auch ein bisschen baff. Trotzdem haben wir am Ende leider wieder viele Bälle lang geschlagen. Das müssen wir noch wegbekommen. Aber jetzt sind wir einfach nur glücklich über den Sieg.
Ihr hattet das 1:0 im Rücken, dann ist Bielefeld aber immer stärker ins Spiel gekommen. Du hast gesagt, ihr habt zu lange Bälle geschlagen…
Ja, wir kamen dann leider ein bisschen raus. Ich finde, da müssen wir noch ein bisschen ruhiger spielen. Aber wie gesagt, am Ende ist es scheißegal. Wir haben 2:1 gewonnen.
Das 1:1 lag ein bisschen in der Luft, weil Bielefeld immer mehr Druck gemacht hat. Hat euch das wieder wachgerüttelt? Danach seid ihr wieder deutlich stärker geworden…
Ja, da hatten wir auch wieder die Chancen und kamen wieder rein. Du brauchst einfach nur eine gute Aktion Richtung Tor. Das pusht dann die ganze Mannschaft. Wenn du einen Torabschluss hast oder eine Ecke rausholst, dann kommen die Fans auch nochmal mit.
Wenn ich sagen würde, Noah Weißhaupt bekommt nie einen Schubser im Strafraum gepfiffen, was würdest du dazu sagen?
Ich habe es gar nicht so richtig gesehen, aber ich glaube, es war kein Foul. Er ist sehr beherrscht rangegangen. Ich glaube, da fällt dann trotzdem jeder. Aber die Entscheidung war am Ende okay.
Täuscht der Eindruck, dass du jetzt immer besser reinkommst?
Ja, ich nehme es auch so wahr. Ich komme immer mehr in meine Eins-gegen-Eins-Duelle und gewinne dann auch relativ viele. Dadurch bekommen wir Torchancen. Ich glaube, die anderen Spieler wissen auch so langsam, wie ich spiele. Das kommt mir zugute. Wir sind halt relativ viele Neue. Aber das ist keine Ausrede, wir haben jetzt schon fünf Spieltage. Es wird immer besser.
Marco Richter ist auch noch neu dazugekommen, was hat er dem Team noch gegeben? Was war dein erster Eindruck von ihm?
Er ist extrem wichtig, auch für die Kabine, das habe ich jetzt nach zwei Tagen schon gemerkt (lacht)
Wie merkt man das?
Er ist ein super geiler Typ. Ich finde ihn super. Auch seine fußballerische Qualität. Ich glaube, er ist nicht so der Läufer, dafür ein extrem guter Techniker, der gute Bälle verteilen kann. Er gibt dem Team auf jeden Fall noch mal sehr viel.
Du hast es angesprochen, die Fans waren gestern da. Was war die Botschaft, die sie euch da mitgegeben haben?
„Komplett kämpfen“ war die Botschaft. Wir waren selber nach den letzten Spielen ein bisschen frustriert, dass nicht immer alles funktioniert hat. Und da sieht man, wie gesagt, was das hier für ein Verein ist, dass die an ihrem freien Tag oder nach der Arbeit kommen und uns einfach unterstützen. Die waren da, haben Lieder gesungen. Ich habe so etwas selten erlebt. Und das hat uns auf jeden Fall die Energie heute gegeben, dass wir unbedingt das Spiel gewinnen wollten. Heute konnten wir ihnen ein gutes Geschenk machen. Das war wirklich ein Sieg von uns allen, nicht nur von uns Spielern, sondern auch für die Fans.
Ihr habt dieses Mal mit zwei Stürmern gespielt, das ist eigentlich eher unüblich. Wie war es für dich?
Ja, es war auch relativ neu für mich. Ich fand es gut. Ich glaube, es war trotzdem für viele neu, wie man richtig stehen soll und wie man am besten anlaufen soll. Aber das kriegen wir im Video gesagt und dann können wir es auf jeden Fall verbessern.
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Bildquellen
- SVD-dsc-2026-27-blog-0019: Arthur Schönbein





