Kurz vor Saisonbeginn kam Serdar Dursun von Ligakonkurrent SpVgg Greuther Fürth. Seine Vita als Profi war bis dahin eher durchwachsen. Aber mit starken Leistungen hat der 26 Jahre alte Deutsch-Türke sich ins Team gespielt. Neben dem sportlichen Erfolg fühlt er sich aber auch menschlich sehr wohl in Darmstadt, freut sich über das familiäre Klima im Verein und die gute Stimmung in der Mannschaft.

Frage: Zwei Tore erzielt, in jedem Spiel in der Startelf und mit der Mannschaft auf Platz zwei – wie zufrieden sind Sie mit den ersten Wochen bei den Lilien?

Dursun: Insgesamt ist es ein positiver Start, sowohl für die Mannschaft als auch persönlich. Wir haben bereits ein paar Punkte gesammelt, und der Trainer hat mir bislang in jedem Spiel das Vertrauen geschenkt. Natürlich hoffe ich, dass wir gegen Sandhausen an unsere Leistung aus dem Spiel in Heidenheim anknüpfen werden. Es freut mich, dass die Abstimmung auf dem Feld schon verhältnismäßig gut funktioniert, aber auch abseits des Platzes fühle ich mich sehr wohl. Im Verein geht es sehr familiär zu, ich mag die Stimmung hier. In der Kabine verstehen sich wirklich alle miteinander, das habe ich so in meiner Karriere bislang noch nicht erlebt.

Frage: Wo ist noch Luft nach oben? Bei Ihnen? Beim Team?

Dursun: In dieser starken, ausgeglichenen Liga werden Fehler sofort bestraft, das hat unsere Partie beim FC St. Pauli gezeigt. Wir müssen im Grunde in jeder Situation hellwach sein, sonst werden wir ohne Punkte den Platz verlassen. Natürlich würden wir gerne Phasen wie die ersten Minuten gegen Duisburg oder Mitte des ersten Durchgangs gegen Magdeburg vermeiden und noch stabiler stehen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass die anderen Teams sehr viel Qualität haben, wodurch es keine einfache Aufgabe ist, sein Spiel über 90 Minuten durchzuziehen. Persönlich kann man sich immer in jedem Bereich verbessern, und das versuche ich auch. Abschlüsse, Taktik, Robustheit, das ganze Programm. In den letzten Jahren habe ich zum Beispiel sehr versucht, meinen Antritt zu trainieren, und habe mich in dem Bereich auch schon gesteigert. Ein Marcel Heller werde ich aber wohl nicht mehr (lacht).

Frage: Darmstadt hat mit „wuchtigen Wandstürmern“ (O-Ton Dirk Schuster) wie Dominik Stroh-Engel oder Sandro Wagner viel Erfolg gehabt. Sehen Sie sich auch als so ein Wandstürmer? Wie liegt Ihnen so ein Spielsystem?

Dursun: Das System vom Trainerteam gefällt mir echt gut. Wir versuchen, dem Gegner wenig Räume zu bieten und im Gegenzug die Lücken des Gegners sofort auszunutzen. Wir haben ballsichere Spieler in der Zentrale und schnelle Flügelspieler, die mich immer wieder einbinden, das kommt mir da vorne drin natürlich gelegen. In den ersten Spielen konnte man sehen, dass wir spielerische Lösungen finden wollen, wovon ich als Stürmer profitiere. Und wenn es die Situation erfordert, dass wir einen langen Ball spielen müssen, versuche ich, ihn festzumachen oder zu verlängern. Ich versuche einfach, immer meinen Teil zum Teamerfolg beizusteuern und Gas zu geben. Eine spezielle Bezeichnung meiner Rolle möchte ich gar nicht vornehmen, das sollen andere beurteilen.

(Die Zitate sind in Auszügen bereits bei anderen Medien erschienen, den kompletten Wortlaut gibt es nur hier.)

Bildquellen

  • Dursun-Tor: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

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