Stark gestartet, stark nachgelassen – nach vier Spielen ohne Sieg und drei Niederlagen in Folge stecken die Lilien in einer Krise. Böse Erinnerungen werden an die vergangene Saison wach. Da startete die Mannschaft unter Torsten Frings ebenfalls gut, stand zeitweise auf Platz zwei und stürzte dann ab. Welche Parallelen gibt es? Was ist anders?

Wie damals …

  • Der Zeitpunkt im September: In der vergangenen Saison gewannen die Lilien ihr letztes Spiel unter Torsten Frings am 6. Spieltag gegen Arminia Bielefeld mit 4:3. In dieser Spielzeit stammt der bislang letzte Sieg vom 4. Spieltag (1:0 in Heidenheim).
  • Vor der ersten Niederlage folgte noch ein glückliches Unentschieden – damals 3:3 gegen Dresden, diesmal 1:1 gegen Sandhausen. Beide Male traf Tobias Kempe kurz vor Schluss zum Ausgleich.
  • Danach verloren die Lilien jeweils mit drei Toren Abstand – 0:3 gegen Ingolstadt, 1:4 gegen Dresden.
  • Fehlendes Spielglück im Abwärtssog: Gegen Dresden wäre mehr drin gewesen, wenn die Lilien nicht bei jedem Tor mitgeholfen hätten. Dass man mit einer 1:0-Führung in der 90. Minute noch verliert wie gegen Bielefeld, ist auch nicht die Regel. In der vergangenen Saison ließen die Lilien unter Frings wichtige Punkte durch unglückliche Last-Minute-Gegentore liegen (Braunschweig, Berlin). Auch in Düsseldorf (0:1) hätten sie damals punkten können.
  • Eine löchrige Defensive – damals wie heute.

Anders als damals …

  • Sorgen macht: Letzte Saison haben die Lilien von acht Ligaspielen nur eins verloren (12,5 Prozent), diese Saison sind es bereits vier (50 Prozent).
  • In dieser Saison reichte es nicht einmal für einen Heimsieg über Arminia Bielefeld (1:2) …
  • Letzte Saison waren es nach acht Spielen bereits 17 Tore, diesmal sind es nur 10 Tore.
  • Im vergangenen Herbst fiel der Beginn der Talfahrt zusammen mit dem Zehenbruch von Mittelfeldchef Tobias Kempe und der Fingerverletzung von Keeper Daniel Heuer Fernandes. Diese Saison sind bis auf Felix Platte die Stammspieler von schwereren Verletzungen verschont geblieben.
  • Anlass zur Hoffnung gibt es aber auch: Die Defensive hat vor der Krise gezeigt, dass sie deutlich stabiler stehen kann als vor einem Jahr. Diese Saison hat man bereits viermal zu null gespielt, letzte Saison waren es zu diesem Zeitpunkt nur zwei Spiele ohne Gegentor gewesen.
  • Letzte Saison schied man bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals aus, diesmal ist das Team noch dabei.
  • Anders als vor einem Jahr ist die Mannschaft eingespielt.
  • Trainer Dirk Schuster hat deutlich mehr Erfahrung als Newcomer Torsten Frings – auch mit schwierigen Situationen.
  • Die Erwartungen: In der vergangenen Saison waren die Lilien als Bundesliga-Absteiger für viele Aufstiegsfavorit. Viel zu lange ging der Blick in der Tabelle nach oben. Nach dem Beinahe-Abstieg ist man diese Saison deutlich geerdeter.

(nachträglich um einige Punkte ergänzte Version)

Bildquellen

  • D98-DSC-008: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

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