Vergangene Saison ausgebootet, danach schwer verletzt – und jetzt das Debüt im Lilien-Trikot an alter Wirkungsstätte – trotz der 0:1-Niederlage war die Partie beim VfL Bochum für Selim Gündüz ein ganz besonderes Spiel.

Neun Jahre hatte er für den VfL Bochum gespielt. Kaum ein anderer VfL-Profi habe sich so sehr mit Bochum identifiziert wie er, schrieb die „Bild“-Zeitung. Doch nach der vergangenen Saison wurde sein Vertrag nicht verlängert. „Das tat schon weh“, räumte er ein. Es wurde über einen Wechsel in die Türkei spekuliert. Doch Gündüz wollte lieber in Deutschland bleiben. „Ich brauche eine neue Herausforderung und einen Trainer, der mir sein Vertrauen gibt. Bei dem ich regelmäßig spiele“, sagte er.

Einige Wochen war er deswegen arbeitslos, heuerte zum Ende der Transferperiode schließlich bei den Lilien an. Doch kurz darauf verletzte er sich im Training: Kreuzbandanriss. Im Falle einer Operation wäre er wohl mehrere Monate ausgefallen. Doch er entschied sich für eine konventionelle Behandlung – und machte verblüffende Fortschritte.

Bereits vor einigen Wochen war er wieder ins Lauftraining eingestiegen, für die Partie gegen Magdeburg galt der 24 Jahre alte Deutsch-Türke laut Trainer Dirk Schuster als eine Option für den Kader. Gegen Bochum saß er dann zunächst auf der Bank, wurde in der 82. Minute für Marcel Heller eingewechselt und sorgte bei seinem ersten Einsatz für die Lilien nochmals für frischen Wind. Die Wende konnte auch eher nicht mehr herbeiführen. Aber er ist zurück – und hat sich als Option für die rechte Seite empfohlen.

Option für die rechte Abwehrseite?

Denn nicht nur in der Offensive kann Gündüz eingesetzt werden. In seiner Zeit in Bochum spielte er dort auch defensiv. Und genau da drückt die Lilien der Schuh. Tim Rieder, kein etatmäßiger Rechtsverteidiger, musste gegen Bochum zur Halbzeit raus. Ersatz Sandro Sirigu zeigte sich beim Gegentor zu zögerlich, konnte den Torschützen Tom Weilandt nicht stoppen. Vielleicht bekommt Gündüz demnächst also auch mal von Anfang an die Chance auf hinten rechts.

 

Bildquellen

  • BOC-D98-Gündüz: Arthur Schönbein

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