Vor dem Spiel gegen den FC Sandhausen analysiert Trainer Dirk Schuster die Defensivprobleme seiner Mannschaft. Er schwärmt von Ex-Lilien-Spielern wie Jerome Gondorf und Hanno Behrens, hofft auf Neuzugang Victor Pálsson und gibt Entwarnung, falls sich jemand sorgen sollte, dass ihm die aktuelle Krise zu sehr zusetzen könnte.

Frage: Sie sind ein Trainer, der schon immer sehr viel wert auf Defensivarbeit gelegt hat. Das hat lange sehr gut geklappt, etwa mit dem Bundesliga-Klassenerhalt oder auch letztes Jahr in der Rückrunde. Macht Sie das nicht wahnsinnig, dass das jetzt nicht mehr funktioniert? An was liegt das, dass das Schuster-Defensivsystem nicht mehr so richtig greift?

Dirk Schuster: Wahnsinnig? Dann würde ich nicht hier sitzen, sondern hätte die Arme in irgendeiner Jacke drin (lacht). Aber das macht uns natürlich nachdenklich. Wir versuchen, in genauen Analysen die Hintergründe herauszubekommen, uns zu hinterfragen und die richtigen Lösungen zu finden. Ich glaube, dass wir die Basics, die uns immer ausgezeichnet haben, diese Kampfkraft, diese Disziplin, in der Hinrunde nicht so abgerufen haben, wie wir uns das vorstellen. Dass man Flanken verhindert, dass man Schüsse blockt. Da hatten wir schon einige Ausreißer in Spielen, wo wir das Feld zu groß hatten, ein wildes Spiel mitgemacht haben, zwar Tore geschossen, aber auch viele kassiert haben. Die defensive Stabilität, die Kompaktheit, das aggressive Zweikampfverhalten sind für unser Spiel unabdingbar.

„Mit Gondorf und Behrens hatten wir da zwei disziplinierte, positionstreue Spieler“

Frage: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die Mannschaft diese Basics nicht mehr abrufen kann?

Dirk Schuster: Das war auf der einen Seite die personelle Besetzung der Doppel-Sechs. Ich will jetzt nicht in der Vergangenheit schwelgen. Aber mit Gondorf und Behrens hatten wir da zwei disziplinierte, positionstreue Spieler und mit Tobi Kempe haben wir dann versucht, offensive Akzente zu setzen. Wir haben in der Winterpause nicht umsonst mit Victor Pálsson einen disziplinierten Abräumer verpflichtet. Wir haben gesehen, dass wir da in der Hinrunde Probleme hatten. Und wir haben auf den Außenverteidigerpositionen zu viele Flanken zugelassen, in der Mitte nicht eng genug den Mann markiert. Daran arbeiten wir.

Frage: Sie haben als Saisonziel eine sorgenfreie Saison ausgegeben. Wie sorgenfrei sind Sie im Moment?

Dirk Schuster: Ich glaube, wir können alle auf die Tabelle gucken. Die ist für mein Dafürhalten, wenn man einen Blick darüber wirft, ganz in Ordnung. Aber wenn man sich tiefer in die Materie begibt, dann ist es schon wichtig, das Spiel gegen einen Mitkonkurrenten positiv zu gestalten, um diese sorgenfreie Saison und eine bessere Rückrunde zu spielen.

Bildquellen

  • KSV-D98-004: Arthur Schönbein

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