Dimitrios Grammozis hat am Sonntag seine Arbeit als neuer Lilien-Coach aufgenommen. Bei seiner Vorstellung sprach er über den Wechsel, die Darmstädter DNA und Systemfragen.

Ablauf des Wechsels:

„Ich habe immer auf so eine Chance hingearbeitet“, sagte der Ex-Profi, der zuletzt die U19 des VfL Bochum trainiert hatte. „Ich bin total glücklich, total motiviert.“ Laut dem Sportlichen Leiter Carsten Wehlmann gab es das erste Gespräch schon am Montagabend. Grammozis passe genau in das Anforderungsprofil: Kurzfristig soll er die Mannschaft stabilisieren und den Klassenerhalt schaffen, mittelfristig die Mannschaft weiterentwickeln.

Sein Eindruck vom Dresden-Spiel …

„Ich habe das Spiel im Hotel an der Bar geguckt“, sagte er. Dass die Mannschaft unter Kai-Peter Schmitz nach langer Durststrecke wieder einen Dreier geholt habe, sei ein „sehr positiver Start“. Das Team haben einen Top-Job gemacht, eine tolle Mentalität gezeigt. Wichtig sei auch, dass man seit langem einmal wieder ohne Gegentor geblieben sei.

Über Darmstadt-DNA und Malocher-Mentalität …

„Darmstadt 98 hat eine eigene Identität. Der Verein steht für ehrliche Arbeit. Die Fans honorieren, wenn die Spieler versuchen, sich 90 Minuten den Hintern aufzureißen. Da ich ja auch mit dieser Malocher-Mentalität im Ruhrgebiet aufgewachsen bin, hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl, dass es passen würde. Ich bin ein Typ, der nach vorne will, der ehrliche Arbeit schätzt und immer wieder neue Lösungen sucht, um sportlichen Erfolg zu haben. Aber mir ist es immer wichtig, dass die Fans mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen.“

Ein Verfechter des 4-2-3-1-Systems …

„Ich habe das Gefühl, dass ich immer mit dem 4-2-3-1 in Verbindung gebracht werde. Ich bin aber ein Trainer, der nicht so gerne in eine Schublade gesteckt wird. Man muss sich immer an die Gegebenheiten anpassen. Wie ist die DNA eines Vereins? Wie ist die Qualität des Kaders? Was für Einzelspieler hat man? Wie ist die tabellarische Situation? Ich glaube, wir werden eine gesunde Mischung finden, um die DNA des Vereins zu vertreten und den Zuschauern ein gutes Gefühl zu geben. Aber darüber hinaus ist es am wichtigsten, Lösungen für das nächste Spiel zu finden und den Gegner zu besiegen.“

Vergleiche zu Dirk Schusters System …

„Dirk Schuster hat hier eine tolle Arbeit abgeliefert. Dennoch bin ich der Meinung, dass man nicht den einen Trainer nicht mit dem anderen vergleichen soll. Man muss die momentane Situation sehen. Da ist für mich Stabilität ein ganz wichtiger Faktor. Aber wir müssen auch Lösungen mit dem Ball finden.

Ansprache:

Carsten Wehlmann und Vereinssprecher Jan Bergholz sprachen den Neuen mit „Dimi“ an. Bei der Mannschaft wird das anders sein, aber auch nicht formell. „Es reicht mir, wenn die einfach Trainer zu mir sagen.“ Und auf Nachfrage ergänzte Grammozis: „Du Trainer“.

Traditionsvereine und Druck:

1. FC Kaiserslautern, den Hamburger SV und den 1. FC Köln – für diese Vereine lief Grammozis als Spieler auf. „Ich bin da unheimlich stolz drauf“, sagt er. Das helfe ihm auch, mit den hohen Erwartungen klarzukommen. „Wenn man einige Jahre im Profigeschäft gespielt hat, weiß man, was Druck ist. Das ist normal, das ist Profifußball, kein Kindergarten.“

 

 

Bildquellen

  • Grammozis: Stephan Köhnlein/Lilienblog

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