Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Bis zum ersten Heimspiel am 4. August gegen Holstein Kiel soll der Unterrang mit den Stehplätzen der neuen Gegengerade so weit wie möglich fertiggestellt sein. „Wir liegen grundsätzlich im Zeitplan“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch am Samstag beim Wiest-Lilien-Talk auf dem Heinerfest. Dass allerdings – wie lange angepeilt – alle Stehplätze fertig sind, ist unwahrscheinlich. Vieles deutet darauf hin, dass nur ein Teil der neuen Ränge genutzt werden kann.

„Sicherheit der Fans hat höchste Priorität“

Die Entscheidung darüber werde erst 10 bis 14 Tage vor dem Spiel fallen, sagte Geschäftsführer Michael Weilguny. Die Arbeiten liefen auf Hochtouren. Dabei gehe es aber nicht nur um den Rohbau, sondern zum Beispiel auch um sichere Zugänge und Rettungswege. „Wir stehen mit den zuständigen Behörden in engem und ständigem Austausch“, sagte Weilguny. „Denn die Sicherheit der Fans hat für uns höchste Priorität.“

Wiest-Lilien-Talk

Wiest-Lilien-Talk von links mit Lars Hennemann (Chefredakteur „Darmstädter Echo“), Rüdiger Fritsch, Carsten Wehlmann und Jens Wannemacher (Sportchef „Darmstädter Echo“)

Die Baucam zeigt derzeit vor allem noch am Ort des früheren Gästebereichs noch große Lücken. Dort hatten die umfassenden Abrissarbeiten der alten Tribüne erst nach dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison begonnen. Deswegen werden die Gästefans aus Kiel auch auf die Nordtribüne ausgelagert.

Noch nicht ganz champions-league-tauglich

Bis zum Ende des Jahres soll nach jetzigem Stand auch der Oberrang der neuen Tribüne fertig sein. Dahinter unter anderem sollen Kioske und Toiletten entstehen. „Nichts Überkandideltes“, sagte Fritsch. Man wolle „einfach nur ein paar Dinge geradeziehen“, die zu einem zeitgemäßen Stadion gehörten. Auf die Frage eines Fans, ob die neue Arena denn dann auch champions-league-tauglich sei, antwortete Fritsch schmunzelnd. „Wenn wir merken, dass wir auf dem Weg zur Champions League sind, werden wir baulich nochmals nachlegen.“

Während für die Stehplätze auf der Gegengerade bereits Dauerkarten ausgegeben wurden, soll es für die neuen Sitzplätze auf der Gegengerade ab der Rückrunde nur Tagestickets geben, wie Fritsch sagte. Denn nach dem letzten Spieltag soll nach aktuellem Planungsstand die Haupttribüne abgerissen werden.

Anhänger, aber auch Medienvertreter oder VIP-Gäste finden dann auf die Gegengerade zumindest vorübergehend eine neue Bleibe. Der lautstarke A-Block der Haupttribüne zieht laut Fritsch an den Rand der Gegengerade, der an die Südtribüne angrenzt. Nach voraussichtlich eineinhalb Jahren soll dann die neue Haupttribüne stehen.

Immer wieder Verzögerungen im Zeitplan

Beim Stadionumbau ist es in den vergangenen Jahren immer wieder und aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen gekommen. Im Oktober 2017 war Fritsch in einem Interview auf der Vereinshomepage noch davon ausgegangen, dass der Umbau der Gegengerade im Sommer 2018 startet. „Im zweiten Bauabschnitt ab Sommer 2019 wird dann die Haupttribüne neu gebaut“, hatte er erklärt. Da liegt man inzwischen genau ein Jahr hinter den Plänen.

Bildquellen

  • IMG_9108: Stephan Köhnlein/Lilienblog
  • D98-BOC-007: Arthur Schönbein
Stephan Köhnlein

Stephan Köhnlein

Wahl-Heiner seit 1998, Text-Journalist für diverse Medien

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