Ognjen Ozegovic kam kurz vor Transferschluss von Partizan Belgrad zu den Lilien. Nun hat er sich erstmals den Medien gestellt. Wie tickt der 25 Jahre alte Angreifer aus Serbien?

Sprache

Derzeit spricht Ozegovic Englisch. Aber natürlich wolle er Deutsch lernen. Ein paar Fußball-Wörter verstehe er schon. Und zum Glück gibt es auch noch Innenverteidiger Dario Dumic, der bosnische Wurzeln hat: „Ein netter Kerl. Er spricht meine Sprache. Das ist ein Plus für mich“, sagt Ozegovic.

Keine Lust auf Norwegen

Eigentlich sei sich sein Verein Partizan mit Rosenborg Trondheim schon über einen Transfer einig gewesen. Doch er habe nicht nach Norwegen wechseln wollen. Und dann hätten Darmstadt-Coach Dimitrios Grammozis und der Sportliche Leiter Carsten Wehlmann angerufen. „Sie haben mir gesagt, dass es ihnen gefällt, wie ich spiele, und dass sie einen Stürmer wie mich haben wollen. Jemanden, der den Ball halten kann, der kämpft und Tore schießt“, sagt er und fügt an: „So habe ich mich entschlossen, hierher zu kommen.“


Standardsätze und Informationen von Ex-Lilien

Ozegovic spielte bereits in Serbien, China und Russland. Darmstadt sei nun eine weitere neue Erfahrung. Er habe sich die Zweite Bundesliga öfter im Fernsehen angesehen. Sein Eindruck: „Jeder kann jeden schlagen.“ Das ist der Standardsatz von Spielern und Offiziellen in Darmstadt zur Liga – auch wenn Pressesprecher Jan Bergholz, glaubhaft betont, dass er dem Neuen die Worte nicht beigebracht habe. Ozegovic hat sich in den vergangenen Tagen nach eigener Aussage mit vielen Spielern aus seiner Heimat unterhalten, die den deutschen Fußball kennen. Darunter seien auch die Ex-Lilien-Spieler Slobodan Medojevic und Slobodan Rajkovic gewesen. Von ihnen habe er viel von der guten Atmosphäre und den Fans gehört.

Soldat, Freund, Bruder – sein Stil

„Ich bin ein Soldat“, sagt er. „Überall, wo ich gespielt habe, haben die Fans gesehen, dass ich 100 Prozent gebe. Und ich gebe alles für das Team wie ein Freund, wie ein Bruder.“ Dass er nur 1,80 Meter groß sei, sei für einen Mittelstürmer kein Handicap, wie er klarstellt: „Luis Suárez ist nicht groß, Gonzalo Higuaín ist nicht groß“, sagt er mit Verweis auf die Weltklassestürmer. Zudem könne er auch hinter der Spitze spielen. Serdar Dursun, der bei den Lilien in vorderster Front spielt, sehe er „nicht als Konkurrent, sondern als Freund. Wir spielen zusammen.“


Darmstadt vs. Belgrad

Ozegovic wurde bei Roter Stern Belgrad ausgebildet. Doch Partizan sei der größte Club für ihn. Die Rivalität zwischen beiden Vereinen ist groß. Da gebe es auch mal Tote bei einem Derby. „Ich konnte nach so einem Spiel zehn Tage lang nicht in die Stadt gehen“, sagt er. Die Fans von Roter Stern würden ihn „am liebsten umbringen“. Darmstadt sei eine ganz andere Welt als Belgrad. „Ich freue mich auf etwas mehr Ruhe.“ Mit seiner Frau und dem sechs Monate alten Töchterchen suche er jetzt ein Haus in der Umgebung.

(Aufgezeichnet im Mediengespräch am Montag)

Bildquellen

  • IMG_9449: Stephan Köhnlein/Lilienblog

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