Erstmals seit seiner Rückkehr nach Darmstadt saß Marcel Heller bei Spielbeginn nur auf der Bank. Als Einwechselspieler gelang ihm der Ausgleich beim 2:2 in Bochum. Trotz oder Ärger verspürt er über seine Degradierung nicht. Solchen Entscheidungen müsse man sich unterordnen. Der Erfolg der Mannschaft stehe über allem.

Marcel, wie erleichternd war Dein Ausgleichstor gegen Bochum?

Marcel Heller: Es war ein wichtiges Tor, damit wir zumindest einen Punkt mitnehmen. Wir haben ja noch versucht, das Spiel komplett zu drehen. Mit ein bisschen Glück und Serdars Kopfball schaffen wir das auch noch. Aber am Ende geht das Unentschieden in Ordnung, weil Bochum auch die eine oder andere Chance hatte. Aus persönlicher Sicht tut es mir als Offensivspieler natürlich immer gut, wenn man mal wieder ein Tor macht.



Beschreib doch mal Dein Tor …

Marcel Heller: Ich habe gemerkt, dass der Ball von rechts durchkommen könnte. Deswegen habe ich diesen einen Schritt nach vorne gemacht. Der Torwart kriegt meinen Schuss noch irgendwie, doch der Ball titscht hoch und dann muss ich nur noch den Kopf hinhalten. Da habe ich einen Tick schneller gehandelt als der Abwehrspieler und deswegen den Vorteil gehabt.

Kopfballtore sind ja aber jetzt nicht so unbedingt Deine Spezialität?

Marcel Heller: Das nicht, aber der war ja gestern auch nicht allzu schwer (schmunzelt). Gegen Hamburg habe ich in der Bundesliga auch mal ein schönes Kopfballtor gemacht. Für mich auch nicht so schlecht, wenn noch mal ein Kopfballtor in die Statistik eingeht.

VfL Bochum - SV Darmstadt 98

Kopfballungeheuer Marcel Heller

Du bist ja von der Bank gekommen. War das eine Trotzreaktion? Warst Du sauer?

Marcel Heller: Der Trainer hat das so entschieden. Er hatte mir vorher auch erklärt, dass er etwas ausprobieren wolle. Ich hatte ja in den Spielen davor genug Aktionen, wo mir die letzte Konsequenz gefehlt hat. Das war keine Trotzreaktion. Ich will der Mannschaft helfen – wenn ich von Anfang an spiele oder wenn ich reinkomme. Wenn man das Ende mit einem Tor machen kann, bin ich natürlich froh.

Ihr seid besser ins Spiel gekommen, als Ihr offensiver gespielt habt. Wäre das nicht auch mal eine Option, von Anfang an offensiver zu spielen – und nicht erst, wenn man hinten liegt?

Marcel Heller: Das muss der Trainer entscheiden. Wir haben vor jedem Spiel einen sehr guten Plan. Aber wir haben leider auch noch einen Gegner, der verhindert, dass wir unseren Plan so durchbringen, wie wir es wollen. Gerade auswärts ist es auch nicht schlecht, wenn man erstmal schaut, dass man hinten stabil steht. Und dann kann man ja immer noch reagieren – so wie gestern.

Sechs Spiele ohne Sieg – wie wichtig ist es da, gegen den Karlsruher SC mal wieder einen Dreier zu holen?

Marcel Heller: Die Mannschaft funktioniert, das hat man gesehen. Wir müssen uns jetzt auch mal wieder für unsere Spiele belohnen. Wir wissen, dass es ein schweres Spiel wird. Aber wir werden diese Woche einen Plan erarbeiten, wie wir dieses Spiel angehen können, um die drei Punkte hier zu behalten.

Spielst Du dann wieder?

Marcel Heller: Das entscheidet der Trainer. Ich kann mich nur anbieten und im Training alles geben.

Tobias Kempe war gestern nicht mal im Kader. Baust Du ihn dann auch auf? Schließlich kennt Ihr Euch ja schon lange.

Marcel Heller: Der Tobi gibt Gas. Der ist keiner, der sich jetzt hängen lässt. Wir sind eine Mannschaft. Ich war auf der Bank, Tobi nicht im Kader. Diese Entscheidungen muss man akzeptieren. Das ist ein Teamsport. Und das andere sind Einzelschicksale. Wir müssen uns da alle unterordnen und schauen, dass wir als Mannschaft zusammenbleiben und dann am Freitag den nächsten Sieg einfahren.




Bildquellen

  • boc-svd-2019-20-blog-018a: Arthur Schönbein
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