Die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den Hamburger SV ist spärlich besetzt. Doch ein südkoreanischer Reporter ist dabei und stellt die obligatorische Frage nach Seung-ho Paik (백승호). Ob der denn mal wieder 90 Minuten am Stück spielen könne, will er wissen.

Freundlich antwortet Trainer Dimitrios Grammozis, verweist darauf, dass Paik eine kraftraubende Saison hinter sich habe und den Lilien schon viel geholfen habe. „Ich freue mich immer, wenn die koreanischen Mitbürger zum Training und zum Spiel kommen“, fügt der Lilien-Coach an.

Tatsächlich sieht man seit der Verpflichtung Paiks kurz vor Transferschluss Ende August regelmäßig asiatische Gesichter am Trainingsplatz und bei den Lilien-Spielen, die jede Bewegung ihres Stars aufmerksam verfolgen. Manche reisen dafür sogar Tausende Kilometer aus der Heimat an. Und in der Mixed-Zone wartet nach dem Spiel häufig ein Reporter, der exklusive Aussagen des Nationalspielers einfängt.

Seung-ho Paik in Aktion, SV Wehen Wiesbaden - SV Darmstadt 98

Seung-ho Paik in Aktion beim Spiel SV Wehen Wiesbaden – SV Darmstadt 98 (0:0)

Dabei hat der 22-Jährige gerade einmal drei Länderspiele für eine Heimat bestritten. Was seine Popularität begründet? Er war der erste Asiat, der in der Jugend beim FC Barcelona ausgebildet wurde, trainierte dort zeitweise auch mit den Superstars der ersten Mannschaft um Lionel Messi. Und er sieht ziemlich gut aus, wie eine südkoreanische Journalistin leicht errötend gesteht.

Erinnerungen an Poldi

Sein Trainer bei den Lilien sieht das alles gelassen. Als Spieler beim 1. FC Köln habe er noch einen viel größeren Hype erlebt. „Ich habe mit mal Lukas Podolski zusammen gespielt, und wenn man mit Poldi spielt, muss man auch mal im Stadion trainieren, weil die Kapazität am Geißbock-Heim nicht ausgereicht hat für die Zuschauer, die zum öffentlichen Training gekommen sind“, erzählt Grammozis schmunzelnd. Das sei schon außergewöhnlich gewesen.

Man müsse natürlich sehen, dass das für die Spieler häufig nicht einfach ist, wenn so viel Interesse auf sie einprassele. „Aber bei Paik ist das noch immer im Rahmen“, sagt er. „Und er freut sich ja auch immer wieder, wenn Landsleute vorbeikommen.“

Bildquellen

  • SVWW-SVD-blog-2019-20-013: Arthur Schönbein
  • Paik-bochum: Arthur Schönbein

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