Braydon Manu ist ein fröhlicher Typ, der viel lacht. Derzeit hat er auch allen Grund dazu, ist doch die langwierige Verletzung überwunden, die ihn die komplette Hinrunde außer Gefecht gesetzt hatte. Aber bei einem Thema wird er richtig ernst.

Braydon, erste naheliegende Frage. Wie geht’s Dir gesundheitlich nach Deiner langen Verletzung?

Braydon Manu: Mir geht’s hervorragend. Alles ist wieder gut. Ab und zu merke ich noch eine Kleinigkeit. Aber ich denke, das ist normal, wenn die Intensität wieder höher ist.

Man hat ja unterschiedliche Dinge gehört. Was war das denn für eine Verletzung?

Braydon Manu: Knochenödem und was weiß ich. Das war eine komplexe Geschichte. Mal war es gut, dann wieder nicht. 100 Prozent sicher habe ich mich nie gefühlt.

Warst Du schon mal so lange verletzt in Deiner Karriere?

Braydon Manu: Nee, das war das erste Mal. Eine komplett neue Situation für mich, die anfangs scheiße war. Aber ich habe viel gelernt in der Situation – wie man an so etwas wächst als Person, gerade in jungen Jahren.

Was hat Dich hochgehalten?

Braydon Manu: Ich war in der Reha. Da habe ich Leute gesehen, denen es deutlich schlechter ging. Da habe ich mir gesagt: Dir geht es ja noch gut im Vergleich zu denen. Es gab eine Person, die war unter einen Zug gekommen. Bei der waren die Beine komplett weg. Da habe ich mir immer wieder gesagt: Kämpf weiter und gib nicht auf!

„Die anderen sind im Vorteil“

Was hast Du in der vielen freien Zeit außerhalb der Reha gemacht?

Braydon Manu: Ich habe mich vor allem mit der Berufsgenossenschaft beschäftigt (lacht). Das war meine erste Auseinandersetzung, weil ich dann von denen bezahlt wurde. Das war viel Papierkram. Ich war viel spazieren, da denkt man dann viel nach. Oder ich war mal mit Patric Pfeiffer und Erich Berko unterwegs. Und ab und zu kam meine Freundin vorbei und hat mich gepflegt (lacht).

Wie war das im Stadion, wenn man so lange zuschauen muss?

Braydon Manu: Eigentlich relativ entspannt, weil mich keiner gekannt hat (lacht). Aber es war natürlich scheiße, dass ich nicht helfen konnte.

Wie schätzt Du Deine Chancen in der Rückrunde auf Einsatzzeiten ein?

Braydon Manu: Deswegen bin ich hier. Ich will spielen. Aber die anderen sind im Vorteil, weil die schon ein halbes Jahr gespielt haben und ich mich noch herankämpfen muss. Aber ich bin da und sehe meine Chancen.

Braydon Manu, SV Darmstadt 98

Kämpft sich wieder heran – Braydon Manu

Der Trainer hat gesagt, Du und der ebenfalls lange verletzte Felix Platte seien gefühlte Neuzugänge. Findest Du das auch?

Braydon Manu: Da hat er gar nicht so unrecht (lacht). Ich war ja gefühlt gar nicht da. Im Sommer habe ich mal ein paar Interviews gegeben. Aber seitdem war Feierabend. Ihr wisst ja gar nicht, wie ich bin als Fußballer und als Person. Eine Überraschung halt (lacht)

„Wenn man mich richtig in Szene setzt, dann kann es scheppern“

Und wie bist Du so als Spieler?

Braydon Manu: Eine Überraschungspackung (lacht). Wenn man mich gut in Szene setzt, kann da was Gutes draus entstehen. Schnell, dribbelstark.

Wo soll es hingehen mit der Mannschaft?

Braydon Manu: Ende der Hinrunde wurde es jetzt definitiv besser. Da haben wir uns stabilisiert. Wir müssen so viele Punkte wie möglich sammeln. Und das Offensivspiel verbessern. Wir machen vorne zu wenig Tore.

Wie sieht es denn mit Deinen Torjägerqualitäten aus?

Braydon Manu: Wie gesagt, wenn man mich richtig in Szene setzt, dann kann es scheppern (lacht).

Zur Person:

Braydon Marvin Manu (* 28. März 1997 in Itzehoe) begann in der Jugend des Hamburger SV mit dem Fußball, spielte als Jugendlicher zudem beim FC St. Pauli, dem SC Condor Hamburg, dem Lüneburger SK Hansa und Eintracht Braunschweig. Dort erhielt er 2016 einen Vertrag für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord. Im Sommer 2017 wechselte er zum Halleschen FC in die 3. Liga, seit der Spielzeit 2019/20 steht er beim SV Darmstadt 98 unter Vertrag.

 

Bildquellen

  • IMG_9754: Stephan Köhnlein
  • D98-RWD-Test-2019-20-005: Arthur Schönbein

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