Dauerhafte Freundschaften im Profifußball sind selten – doch in Hanno Behrens hat Toni Sailer einen Freund fürs Leben gefunden, wie er sagt.

„Im Fußball ist es immer schwierig, weil sich die Wege irgendwann mal trennen. Jeder hat sein eigenes Leben. Ich habe auch mein eigenes Leben mit meiner Familie. Aber ich habe doch zu Hanno noch viel Kontakt und ein tolles Verhältnis. Das wird sich auch nicht ändern“, erzählt Sailer.

Ab und an auf ein Bier mit dem Sulu

Mit Marcel Heller, Fabian Holland und Tobias Kempe aus der aktuellen Mannschaft habe er noch zusammen gespielt. „Zum Sulu habe ich noch hin und wieder Kontakt. Der ist mal enger und mal weniger eng“, sagt Sailer. „Aber das wird sich auch nicht ändern. Man wird immer mal wieder ein Bier zusammen trinken.“

„Wir waren schon wie eine große Clique von Freunden“, erinnert sich Sailer an seine Zeit bei den Lilien zwischen 2013 und 2016. Aber das mit Behrens sei „schon von Herzen gekommen“ – und bis heute ein intensiver Kontakt geblieben.

Ein Kämpfer und einer mit einer Top-Ausbildung

„Das hat sich schon nach ein paar Tagen abgezeichnet, dass wir auf einer Wellenlänge sind“, sagt Sailer, der mit Behrens zwei Jahre zusammenspielte und in dieser Zeit von der 3. Liga bis in die Bundesliga aufstieg. „Ich glaube, er war von meiner Einstellung zum Fußball ein bisschen angetan“, sagt Sailer. Behrens habe eine Top-Ausbildung beim Hamburger SV erhalten, während er selbst sich von unten hochgekämpft habe. „Ich habe ihn von seiner Ausbildung geschätzt. Und er hat sich vielleicht an mir orientiert, wie man noch den nötigen Biss dazubringt“, sagt Sailer.

Es sei immer toll gewesen, mit Behrens zu sprechen. Da seien dann auch private Dinge zur Sprache gekommen.“Und je mehr man privat miteinander zu tun hat und auch mal über Dinge spricht, die kein anderer weiß, desto mehr schweißt das halt auch zusammen.“

„Es macht schon etwas aus, ob man mit seinem Freund jubelt“

Aus der gemeinsamen Zeit von Behrens und Sailer in Darmstadt stammt auch das Titelbild des Lilienbuchs „Die Sonne scheint“ von 2015, bei dem beide gemeinsam aus vollem Herzen Behrens‘ Treffer beim 3:2 über den 1. FC Kaiserslautern. Der Sieg gegen den Mitkonkurrenten war letztlich ein entscheidender Baustein für den Bundesliga-Aufstieg – und die beiden Spieler feiern ihn aus vollem Herzen. „Wir waren eben auch privat verknüpft“, sagt Sailer. „Es macht schon etwas aus, ob man mit seinem Freund jubelt.“

Am Rande des Neujahrsempfangs hat der Lilienblog lange mit Toni Sailer gesprochen: Offen und reflektiert plauderte der mittlerweile 34-Jährige über gestern und heute – von seinem Werdegang, dem „Wunder von Bielefeld“, seinem einzigen Bundesliga-Tor, seinem Kult-Bart bis hin zu seinen heutigen Plänen. Nahezu jede Antwort ist eine Geschichte für sich. Mal lustig, mal nachdenklich, meist anrührend und immer sehr ehrlich. Diese Geschichten gibt der Lilienblog in einer Toni-Sailer-Serie wieder.

Teil 1 „Lampenfieber und Umorientierung“ gibt es hier.
Teil 2 „Das alte Stadion hat mir besser gefallen“ gibt es hier.

Teil 4 über Sailers Wunderheilung vor dem Wunder folgt am Dienstag.

Bildquellen

  • Toni-Sonnescheint: Arthur Schönbein

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