Der Hund ist schon da, die Freundin soll in Kürze nachkommen, und auch sonst hat sich Matthias Bader nach rund einem Monat in Darmstadt schon gut eingelebt.

Sportlich läuft es ebenfalls für den 22-Jährigen. Seit vier Spielen steht der Winterneuzugang vom 1. FC Köln in der Startelf, alle Spiele gewannen die Lilien. Am vergangenen Spieltag beim 2:0 gegen Heidenheim musste der gelernte Rechtsverteidiger sogar auf der linken Abwehrseite ran, weil Fabian Holland gesperrt und Sebastian Hertner krank waren. Kein Problem!

Matthias, noch mal zurück zum vergangenen Samstag. Eine ungewohnte Position für Dich auf der linken Abwehrseite?

Matthias Bader: Eigentlich nicht. Das habe ich schon in der 2. Liga in Karlsruhe gespielt, in der 3. Liga und in der Regionalliga in Köln, wo ich sogar öfter auf links als auf rechts zum Einsatz gekommen bin. Von daher habe ich mir das auch zugetraut.

Mal ganz blöd gefragt. Was ist denn für einen Rechtsfüßler wie Dich der größte Unterschied, wenn er auf der linken Seite spielt?

Matthias Bader: Man hat immer den Hang nach innen zu gehen. Und man muss in den defensiven Zweikämpfen alles anders herum denken. Taktisch ist aber nicht so viel anders.

„Und dann habe ich mir das schon gedacht“

Und wie ist es mit den Flanken von links? Ist der linke Fuß so gut, dass Du das auch unfallfrei hinbekommst?

Matthias Bader: (lacht) Unfallfrei schon, so dass ich mich nicht dabei verletzte. Es geht natürlich nicht so gut wie mit rechts. Aber ich versuche es.

Kam denn der Einsatz für Dich überraschend?

Matthias Bader: Wir haben im Training schon getestet. Eine Halbzeit habe ich auf links gespielt, eine Halbzeit der Basti (Hertner). Dann ist der Basti am Abend krank geworden. Und dann habe ich mir das schon gedacht.

Matthias Bader, SV Darmstadt 98 - FC Heidenheim

Matthias Bader, SV Darmstadt 98, gegen den 1. FC Heidenheim mal als Linksverteidiger

Tabellensituation „befreit ein wenig“

Jetzt steht Ihr auf Platz sechs. Schielt Ihr da mit einem Auge nach oben? Oder bleibt es bei der Devise: „Wir gucken von Spiel zu Spiel“?

Matthias Bader: Der schließe ich mich auf jeden Fall an. Das ist jetzt nicht Platz vier oder Platz drei, sondern oberes Mittelfeld. Und da ist es mit Fürth und Aue auch ganz eng. Wir müssen gar nicht anfangen zu träumen. Vielmehr müssen wir gucken, dass wir unsere Leistung Woche für Woche bestätigen.

Aber die Tabellensituation ist doch ganz angenehm für Euch …

Matthias Bader: Auf jeden Fall. Ich bin hierher gekommen, da hat man mehr nach unten geguckt. Jetzt haben wir schon ordentlich Abstand zur Abstiegszone bekommen. Das befreit auch ein wenig. Aber das heißt nicht, dass wir jetzt weniger machen müssen.

Wie zeigt sich diese Befreiung denn? 

Matthias Bader: Wenn ich die Spiele gegen Dresden und jetzt gegen Heidenheim vergleiche, dann finde ich, dass wir die Situationen mit Ball viel selbstbewusster lösen. Und ob der Ball von Matthias Honsak in Dresden auch beim Torhüter durch die Beine gegangen wäre? Das sind so Dinge, die klappen leichter. Und wenn es mal in die Hose geht, ist es dann auch nicht so schlimm.

Trainer Nummer zwölf im Sommer

Ist die Abschiedsankündigung von Trainer Dimitrios Grammozis noch ein Thema in der Mannschaft?

Matthias Bader: Das ist natürlich schade, weil es gerade so gut läuft und die Mannschaft eine gute Verbindung zum Trainer hat. Aber so ist das halt im Fußball. Ich dachte auch, ich bleibe drei Jahre in Köln. Und dann ändert sich innerhalb von einem Jahr alles. In meiner Karriere hatte ich ja jetzt auch schon ein paar Trainer. Ich glaube, das ist jetzt der elfte. Ich werde mich dann im Sommer wieder auf einen neuen einstellen.

Du wirst jetzt sicher sagen, Du hast von allen Trainern etwas mitgenommen. Aber gibt es einen, von dem Du besonders viel profitiert hast – der aktuelle mal ausgenommen?

Matthias Bader: Jeder Trainer hat seine Eigenheiten, seine Vorteile und Nachteile. Ich bin rückblickend sehr gut damit gefahren, die positiven Dinge von jedem Trainer mitzunehmen. Und ich trete auch nirgendwo nach. Das ist alles Vergangenheit.

Jetzt steht am Samstag das nächste Heimspiel gegen Bochum an. Der nächste Sieg?

Matthias Bader: Das wäre natürlich schön. Bochum hat zuletzt 4:4 gespielt und in Dresden gewonnen. Das ist eine Wundertüte. Hoffentlich klappt es mit den drei Punkten.

Und im Spiel danach geht es gegen Deinen Ex-Verein Karlsruher SC. Denkst Du da schon dran?

Matthias Bader: Also, so langsam fangen die Kartenanfragen aus der Heimat an (grinst). Von daher habe ich das Spiel schon auf dem Schirm. Aber jetzt geht es erstmal gegen Bochum.

Bildquellen

  • SVD-FCH-blog-2019-20-011: Arthur Schönbein
  • SVD-FCH-blog-2019-20-010: Arthur Schönbein

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