Wenn Seung-ho Paik an diesem Dienstag 23 Jahre alt wird, ist nicht viel anders sein als in den Jahren zuvor. „Ich werde den Geburtstag wie eigentlich immer zuhause ruhig zuhause feiern, nichts Besonderes“, sagt der Südkoreaner in Diensten der Lilien bescheiden.

Ruhig und zurückhaltend – so ist er auch in seinem ersten halben Jahr bei den Lilien aufgetreten. Ausgebildet in La Masia, der legendären Kaderschmiede des FC Barcelona, ist er einer der besten, wenn nicht der beste Techniker im Kader der Lilien. Allerdings fehlt es ihm manchmal an der Durchschlagskraft. „Der Fußball hier ist körperlicher. Es geht mehr zwischen Abwehr und Angriff hin und her“, sagt er selbst über die Unterschiede zum spanischen Fußball.

Wenn Grammozis das Herz blutet

Das machte Paik nach ordentlichem Start zuletzt auch etwas zu schaffen. Im ersten Spiel nach der Winterpause in Kiel holte ihn Trainer Dimitrios Grammozis bereits nach 38 Minuten vom Platz. Gegen Nürnberg musste er zur Pause weichen. Dazwischen lag unter anderem ein starker Auftritt beim 3:2 gegen Dynamo Dresden, bei dem Paik sein bislang einziges Tor für die Lilien gelang. Da kam er auch im offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Die Position liegt ihm mehr liegt als die im zentralen Mittelfeld, wo es deutlich härter zur Sache geht.

Trainer Dimitrios Grammozis sieht viel Potenzial in Paik. „Er ist ein sehr talentierter Spieler. Ich freue mich jeden Tag, mit so einem Spieler zusammenarbeiten zu dürfen.“ Man müsse jungen Spielern aber auch mal die Zeit geben, sich zu entwickeln. Wenn er einen Spieler wie Paik mal zur Pause auswechseln müsse, blute ihm selbst das Herz. „Aber ich denke, das gehört dazu – und der Junge weiß das auch einzuschätzen.“

Sehr beliebt bei den Fans aus Südkorea – vor allem den weiblichen

Lob hat der Trainer auch für den Umgang mit dem Hype, der um den südkoreanischen Nationalspieler bei Fans aus seiner Heimat herrscht. „Was hier Woche für Woche los ist, wie viele koreanische Fans kommen, vor allem weibliche, da liegt schon ein Fokus auf dem Jungen.“ Auf Paik sei viel eingeprasselt in den vergangenen Monaten. Das werde im Fußball sehr schnell auch mal zu viel. Paik mache das aber sehr gut. Er sei höflich zu seinen Fans und verliere das Sportliche nicht aus den Augen, sagt Grammozis.

Seinen Geburtstag wird Paik nach eigener Aussage mit seiner Mutter verbringen, die mit ihm zusammenlebt. „Wir werden aber nicht das Haus verlassen“, räumt er ein – wohl auch mit Blick auf die Vorsichtsmaßnahmen rund um das Coronavirus. In seiner Heimat Südkorea gibt es derzeit über 8.000 Covid-19-Erkrankungen. Anders als in Europa scheint das Schlimmste dort allerdings überwunden, die Zahl der Neuinfizierten pro Tag geht dort zurück.

Eine Änderung wird es in der Geburtstagsroutine allerdings doch geben. „Meine Schwester wollte eigentlich aus Paris kommen, aber in Frankreich wurde der Verkehr zwischen den Städten stark eingeschränkt, auch die Grenzen wurden mittlerweile geschlossen“, sagt Paik. „Meine Familie, die nicht bei mir sein kann, wird mich aber am Geburtstag anrufen.“

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Bildquellen

  • SVD-SVS-2019-20-blog-039: Arthur Schönbein
  • SVD-FCH-blog-2019-20-021: Arthur Schönbein

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