Die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April trifft die Lilien hart – ungeachtet des soliden Haushaltens in den vergangenen Jahren:„In erster Linie fehlen uns Stand heute die Medien-, Zuschauer- und sonstige Erlöse in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro“, sagte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch dem Lilienblog.

Mit den Rücklagen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut worden seien, könne man die Verluste über einen gewissen Zeitraum auffangen. „Aber natürlich ist auch dieses Geld irgendwann aufgebraucht.“

Dementsprechend eng müsse der Verein den Gürtel schnallen. „Wir haben bereits in den vergangenen Wochen alles heruntergefahren, was nach unten zu fahren ist. Das beinhaltet auch erhebliche Gehaltsverzichte in allen Bereichen quer durch den Verein.“

Neubau der Haupttribüne bleibt „absolut elementar“

Beim Abriss und Neubau der Haupttribüne werde sich zunächst einmal die Ausschreibung verschieben, weil die Saison Mitte Mai nicht beendet sein wird. Allerdings sei eine Modernisierung der maroden Tribüne „aus vielerlei Gründen absolut elementar“. Man befinde sich in einer sehr ernsten Situation, in der der Verein keine unüberlegten Entscheidungen treffen werde. „Daher werden wir noch viele Gespräche führen und zahlreiche Rechnungen anstellen müssen“, sagte Fritsch.

Neue Perspektiven - ganz nah dran und mittendrin

Rüdiger Fritsch: Modernisierung der Haupttribüne „absolut elementar“. Die Frage ist nur, mit welchem Geld?

Nach Auffassung des Vereins ist die Aussetzung des Spielbetriebes aufgrund der durch das Virus verursachten angespannten gesundheitlichen Gesamtsituation bis mindestens zum 30. April „die richtige und professionelle Entscheidung“. Ob und in welcher Form ab Mai eine Fortsetzung der Saison möglich sei, liege an der entsprechenden Gesundheitslage. „Da ist es zu früh, um Mutmaßungen anzustellen. Klar ist aber auch, dass es für viele Vereine von existenzieller Notwendigkeit ist, dass die Spielzeit ohne Zuschauer zu einem Ende gebracht werden kann.“

Die DFL-Mitgliederversammlung war am Dienstag der Empfehlung des DFL-Präsidiums (dem auch Fritsch angehört) gefolgt, die Unterbrechung des Spielbetriebs bis zum 30. April auszudehnen. Zudem werden für alle 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga Produktionskonzepte erstellt, wie sich mit geringstmöglichen Personaleinsatz auch Spiele ohne Anwesenheit von Zuschauern durchführen lassen. Außerdem wurden Maßnahmen getroffen, die die Klubs entlasten sollen – insbesondere mit Blick auf das Lizenzierungsverfahren.

Bildquellen

  • Stadionführung-Titel: Stephan Köhnlein/Lilienblog
  • D98-Fritsch-001: Arthur Schönbein

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