Die vergangene Saison lief für Erich Berko katastrophal. In der Vorbereitung zog er sich einen schweren Muskelfaserriss zu, der ihn wochenlang matt setzte. Bis zur Winterpause kam der Offensivspieler noch in sieben Liga-Partien zum Einsatz, meist als Einwechselspieler. Das einzige Mal in der Startelf stand er in der verheerenden ersten Halbzeit beim 1:3 gegen die SpVgg Greuther Fürth, wo er zur Pause weichen musste. In der Rückrunde spielte er überhaupt nicht mehr, obwohl der damalige Trainer Dimitrios Grammozis sonst fleißig durchrotierte.

Als der Trainerwechsel feststand, suchte Berko das Gespräch mit Markus Anfang um auszuloten, ob er noch eine Zukunft in Darmstadt hat oder lieber wechseln soll. „Er hat mir gesagt, dass Lust da ist auf mich, aber dass es am Ende an mir selbst liegt. Damit kann ich arbeiten“, sagt der Spieler, der am Sonntag 26 Jahre alt wurde.

Zusätzliche Schichten mit Privattrainer

Tatsächlich hat er sich auf die neue Spielzeit intensiver vorbereitet als sonst und im Urlaub mit einem Athletiktrainer zusätzliche Schichten eingelegt. „Ich weiß, dass ich über ein Jahr lang quasi kein Spiel über 90 Minuten gemacht habe“, sagt er. Da sei ihm die intensive Vorbereitung nun sehr gelegen gekommen. „Persönlich denke ich, dass da noch Luft nach oben ist. Ich weiß, welches Leistungsniveau ich schon einmal hatte.“

Gerade in den drei Jahren bei Dynamo Dresden hatte der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler gezeigt, dass er ein guter Zweitliga-Spieler ist. In 89 Partien kam er auf 11 Treffer und 13 Vorlagen, war Stammspieler.

Nun setzt er große Hoffnungen in den Trainerwechsel. „Dass ich damit ein bisschen Glück gehabt habe, kann man nicht leugnen“, sagt er. „Aber ich muss jetzt natürlich gucken, dass ich wieder an Spielzeit komme.“

Entgegen kommt ihm, dass er bereits mit Trainern gearbeitet habe, die so ähnlich spielen ließen, wie Markus Anfang. „In Dresden hatte ich Uwe Neuhaus, dessen Spiel viel auf Ballbesitz, Positionsrochaden und Räume ausgelegt war. Und bei den Stuttgarter Kickers hatte ich Horst Steffen als Trainer, der jetzt in Elversberg arbeitet, der auch ein ähnlicher Typus war“, sagt Berko. „Deswegen ist es für mich von den Abläufen natürlich eine gewisse Umstellung, aber nicht so hochkomplex.“

Erich Berko will es dem Trainer schwer machen

Auf den offensiven Außenpositionen, wo sich Berko am ehesten sieht, herrscht derzeit ein großer Konkurrenzkampf im Kader. Braydon Manu, Mathias Honsak, Tim Skarke, Marvin Mehlem sowie der derzeit verletzte Neuzugang Aaron Seydel sind mögliche Kandidaten. Natürlich beflügele die Konkurrenz auch die eigenen Leistungen. Es wäre schlecht, wenn es nicht so wäre. Das wäre ja fast langweilig.“

Die Qualität im Kader empfindet er als hoch. Aber auf eine Saisonprognose will er sich nicht einlassen. Die vergangene Saison habe gezeigt, wie eng es in der Liga zugehe. Schließlich hätten die Lilien nach Rang 17 im Herbst die Saison noch als Fünfter abgeschlossen. „Am Ende wird es darauf ankommen, wie wir in die Runde starten und wie wir mit schwierigen Situationen umgehen.

Auch sich selbst will er keine Ziele setzen: „Ich bin da ganz ehrlich: Nach dem letzten Jahr nehme ich alles mit, was kommt“, sagt er. „Ich bin froh, dass ich gesund bin und mich zeigen kann. Am Ende liegt es am Trainer – und da werde ich versuchen, ihm die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen.“

Bildquellen

  • Erich Berko, SV Darmstadt 98: Arthur Schönbein

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