Beim Liga-Auftakt in Sandhausen am vergangenen Wochenende war Aytac Sulu mal wieder bei einem Lilien-Spiel im Stadion – kein Wunder, wohnt er doch ganz in der Nähe. Aber was macht der ehemalige Capitano des SV Darmstadt eigentlich sonst? In unserem dreiteiligen Interview spricht er über seine Pläne, die jüngere und ältere Vergangenheit und natürlich auch über die die Lilien.

Aytac, mal ganz gerade heraus gefragt: Was machst Du zurzeit den ganzen Tag?

Aytac Sulu: Ich halte mich selbst fit, gehe in den Wald joggen, und manchmal fällt mir ehrlich gesagt auch ein wenig die Decke auf den Kopf. Aber ab Mittag kommt die Große aus der Schule, dann gestalte ich den Tag mit der Familie: Hausaufgaben, Unternehmungen, aber auch mal Dinge am Haus – was man halt so als Familienvater macht.

Dein Sohn ist jetzt 15 Monate alt. Hast Du ihn schon mit Fußball in Kontakt gebracht?

Aytac Sulu: Er hat gerade für sich das Klettern entdeckt. Da muss man ziemlich hinterher sein. Kontakt mit dem Ball hatte er schon. Aber alles andere außen herum war für ihn interessanter. Wir sind also noch in der Findungsphase (lacht).

Du bist im Moment vereinslos. Zum ersten Mal als Erwachsener hattest Du keine Saison-Vorbereitung. Ein ungewohntes Gefühl?

Aytac Sulu: Ja, das ist das erste Mal in meiner Karriere. In meinem Alter kann ich das aber ein bisschen besser einschätzen als ein junger Spieler Anfang 20. Ich kann die Jungs verstehen, dass sie in so einer Situation auf heißen Kohlen sitzen und um ihre Zukunft bangen. Da kann ich nur raten, Geduld zu bewahren. Irgendwann meldet sich schon jemand.

Die Hoffnung hast Du auch? Du willst doch noch weiterspielen?

Aytac Sulu: Ja, ich habe auch verschiedene Gespräche geführt, bei denen wir aber nicht zu einer Einigung gekommen sind. Meine Priorität ist, hier in der Nähe von Heidelberg zu bleiben. Ich habe mir selber eine Deadline gesetzt, wie lange ich auf etwas warte. Wann die ist, möchte ich jetzt nicht sagen. Im Fußball weiß man ohnehin nie, was passiert. Mit Darmstadt hatte ich riesiges Glück, dass ich sechs Jahre eine Arbeit in der Nähe hatte. Dann bin ich in die Ferne gezogen. Aber wenn ich hier in meiner Heimat bin, habe ich auch meinen Kopf hier.

„Die Tendenz ist auf jeden Fall der Trainer Aytac Sulu“

Vereine in der dritten oder vierten Liga sind wahrscheinlich für Dich hauptsächlich interessant …

Aytac Sulu: Ja. Aber wenn ein Zweitligist käme und sagt: „Wir haben zwei junge Innenverteidiger, und Du kannst als erfahrener Mann ein bisschen Druck machen“, dann würde das auch passen. Mein Augenmerk liegt für die nächsten ein, zwei, drei Jahre auf der 3. Liga und der Regionalliga. Je nachdem wie der Körper mitmacht. Es muss einfach vom kompletten Paket passen.

Hast Du denn auch einen Plan B, wenn es nicht mit einem nicht mit einem Verein klappen sollte?

Aytac Sulu: Ich melde mich gerade für den Jugend-Elite-Schein an, mit dem ich Jugendmannschaften trainieren darf. Ich habe Anfragen von verschiedenen Agenturen als Spielerberater. Es ist noch alles offen. Wichtig ist jetzt erstmal, den Schein zu machen. Dann kommt der nächste Schritt. Die Tendenz ist auf jeden Fall der Trainer Aytac Sulu. Denn als Vollblut-Fußballer würde mir bei einem Bürojob womöglich der Geruch des Rasens fehlen.

In Teil 2 spricht Aytac Sulu unter anderem über ein Leben zwischen zwei Kulturen und verrät, was Jena und Darmstadt gemeinsam haben.

In Teil 3 spricht Sulu über die Lilien, Parallelen zu Serdar Dursun und eine mögliche Rückkehr ans Böllenfalltor.

Bildquellen

  • D98-DSC-005: Arthur Schönbein

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