Fast keine Woche ohne neue Wechselspekulationen um Serdar Dursun. Nun also Derby Countyein englischer Zweitligist. Lilien-Sportchef Carsten Wehlmann hat das Angebot immerhin offiziell bestätigt. Mehr will er nicht sagen. Dem Vernehmen nach ist aber zumindest ein erstes Angebot für die Lilien deutlich zu niedrig. Von 750.000 Euro ist die Rede. Die Lilien wollen demnach mindestens das Doppelte. Und mal ganz im Ernst: Was will Dursun in der EFL Championship?

Mit 16 Toren und 7 Assists war der Deutsch-Türke, der im Oktober 29 Jahre alt wird, mit Abstand erfolgreichster Lilien-Torschütze der vergangenen Saison. Natürlich ist es völlig legitim, wenn ein Spieler in der besten Zeit seiner Karriere auch auf eine bestmögliche Bezahlung blickt und so hoch wie möglich spielen will.

Immer wieder hat Dursun betont, dass er davon träumt, im kommenden Sommer mit der türkischen Nationalmannschaft an der Europameisterschaft teilzunehmen. Um sich dafür zu empfehlen, wäre es hilfreich, in einer europäischen Spitzenliga oder zumindest bei einem türkischen Erstligisten vor den Augen des Nationaltrainers Senol Günes zu spielen. Aber ob da Derby County die richtige Adresse ist?

Hannover 96, der Hamburger SV, Union Berlin oder diverse türkische Vereine – was zunehmend nervt, sind die seit Monaten anhaltenden Spekulationen, die – wie in solchen Fällen häufig – auch aus dem Umfeld des Spielers befeuert werden. Zusätzlich zur Verwirrung trug bei, dass Dursun erst kürzlich über seinen Instagram-Account für sich und seine Frau eine Wohnung in Darmstadt suchte. Das macht man eigentlich nicht, wenn man gerade auf dem Absprung ist. Es sei denn, es handelt sich um eine bewusst gezündete Nebelkerze. Aber das wäre zunächst einmal eine (bösartige?) Unterstellung.

Kommenden Sommer wäre Serdar Dursun ablösefrei

Wenn man sich im Verein umhört, will sich niemand darauf festlegen, ob Dursun bleibt oder geht. Finanziell wäre eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro oder mehr natürlich lukrativ für die Lilien – vor allem, weil der Angreifer im nächsten Sommer nach Vertragsende ablösefrei wechseln kann.

Sportlich wäre es ein Verlust. Angesprochen auf einen möglichen Abgang Dursuns hat Trainer Markus Anfang schon bei Amtsantritt im Juli gesagt, er wolle dann einen „adäquaten Ersatz“. Doch Stürmer, die in der 2. Liga 16 Tore schießen, gibt es nicht an jeder Straßenecke und auch nicht zum Schnäppchenpreis.

Bis zum 5. Oktober sind noch Transfers möglich. Danach können nur noch vertragslose Spieler verpflichtet werden. Beim Verein heißt es zwar, man beobachte ständig den Markt. Doch je länger sich ein Abgang Dursuns herauszögert, desto schwieriger wird es, noch rechtzeitig einen Nachfolger zu verpflichten. Denn auch wenn die Lilien mittlerweile eine gute Adresse in der 2. Liga sind: Auf Abruf wartet vermutlich kein Angreifer mit dem Potenzial Dursuns auf einen Anruf aus Darmstadt.

Bildquellen

  • SVD-SSV-2020-21-blog-001: Arthur Schönbein

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