Eigentlich liegt die letzte Partie des SV Darmstadt 98 gegen den 1. FC Nürnberg noch gar nicht so lange zurück. Aber es war eine andere Zeit, die heute merkwürdig weit weg wirkt.

Es war der 23. Februar dieses Jahres. Die Lilien gewannen eine turbulente Partie mit zwei Platzverweisen für die Gastgeber etwas glücklich 2:1. Das Siegtor fiel kurz vor Schluss durch einen Gewaltschuss von Dario Dumic.

Nach dem dritten Sieg in Folge und dem achten Spiel ohne Niederlage hintereinander war die Stimmung gelöst. Tobias Kempe deutete an, dass er seinen Vertrag bald verlängern werde. Danach hatte es noch einige Wochen zuvor überhaupt nicht danach ausgesehen.

Und auch mit Blick auf ein weiteres Engagement von Trainer Dimitrios Grammozis zeigten sich Offizielle wie Spieler zuversichtlich. „Es wäre natürlich schön, wenn da auch in den nächsten Wochen eine Einigung kommt und wir Spieler auch Gewissheit haben, dass Dimi unserer Trainer bleibt“, sagte Kempe und fügte grinsend an: „Aber ich glaube, der Verein hat das ganz gut unter Kontrolle.“

Ein Jahr genau war Grammozis an diesem Tag als Lilien-Trainer im Amt. „Das ist erwähnenswert in Darmstadt“, sagte der Coach lachend, als er darauf angesprochen wurde.

Es hätte eigentlich alles so weitergehen können. Doch es kam ganz anders.

Dimitrios Grammozis, 1.FC Nürnberg - SV Darmstadt 98

Ein Winken zum Abschied?

Tobias Kempe – eine der wenigen Konstanten beim SV Darmstadt 98

Später wurde bekannt, dass an diesem Tag Utz Pfeiffer, langjähriger Zeugwart der Lilien, im Alter von 58 Jahren überraschend nach einer Knieoperation gestorben war.

Drei Tage später teilte der Verein mit, dass Grammozis seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde.

Knapp drei Wochen später erzwang die Corona-Pandemie eine rund zweimonatige Spielpause im deutschen Profifußball. Bis heute spielen die Vereine deswegen vor fast oder ganz leeren Stadien.

Torschütze Dumic ist seit Sommer ebenfalls Geschichte bei den Lilien. Nach dem Ende seiner Leihe kehrte er zum niederländischen Erstligisten FC Utrecht zurück, wo er in den ersten vier Liga-Spielen gerade eine Minute Einsatzzeit verbuchte. Auch zwei langjährige Lilienspieler, die damals zum Einsatz kamen, sind nicht mehr dabei. Während Yannick Stark bei Dynamo Dresden in der 3. Liga anheuerte, sucht Marcel Heller noch immer einen Verein. Auch Grammozis ist bislang ohne neues Engagement.

Immerhin ist Tobias Kempe in Darmstadt geblieben. Damit ist er eine der wenigen Konstanten in dieser bewegten Zeit.

Tobias Kempe, 1.FC Nürnberg - SV Darmstadt 98

Bildquellen

  • FCN-SVD-2019-20-blog-030: Arthur Schönbein
  • FCN-SVD-2019-20-blog-037: Arthur Schönbein
  • FCN-SVD-2019-20-blog-039: Arthur Schönbein

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