Gegen den Karlsruher SC hatte Nicolai Rapp einen ziemlich schwarzen Tag, leistete sich einen haarsträubenden Fehlpass, verursachte einen Elfmeter und hatte Glück, dass er nicht auch noch vom Platz flog. „Stinksauer“ sei er über seine Fehler gewesen, sagte der Innenverteidiger am Donnerstag. „Aber trotzdem werde ich nichts ändern“, fügte er an. „Ich werde immer versuchen, flach zu eröffnen und den Ball zu einem Mitspieler zu passen.“ 

Den Ball hoch und weit aus der Abwehr wegzuschlagen ist im System von Trainer Markus Anfang nur als letztes Mittel vorgesehen. Die vielen kurzen Pässe vor der Abwehr lassen den Zuschauern manchmal den Atem stocken. Doch Rapp erklärt: „Wir fühlen uns damit richtig wohl. Wir üben das in jedem Training. Wir wissen, dass da viel Druck ist.“ Für die Mannschaft zähle es in solchen Situationen, den einen Raum oder den einen Spieler zu finden, der frei ist. „Das gelingt uns meistens gut. Der, der dann frei ist, hat unglaublich viel Platz.“

Zu viele Gegentore nach Standards

Dass Rapp gegen Karlsruhe bis zum Ende auf dem Platz stand, war glücklich. Als er den Karlsruher Angreifer Philipp Hofmann kurz vor der Torlinie am Kopf traf, entschied der Schiedsrichter zwar auf Elfmeter, beließ es aber bei einer gelben Karte für den Darmstädter Verteidiger. „Der Schiedsrichter meinte, es war eine 50:50-Entscheidung, in der man Rot geben kann, aber nicht muss. Ich glaube, da wollte er uns zum Elfmeter keine Doppelbestrafung geben“, sagte Rapp. „So durfte ich zum Glück weiterspielen. Ansonsten wäre es schwierig gewesen, in Unterzahl nochmals zurückzukommen.“

Die hohe Zahl an Gegentoren, die Anfang nach dem Karlsruhe-Spiel selbst bemängelt hatte, war in den vergangenen Tagen natürlich Thema. „Wir machen uns da Gedanken und wollen das natürlich ändern“, sagt die Leihgabe von Union Berlin. „Wir haben die Gegentore analysiert. Das waren fünf oder sechs Standard-Gegentore, wo wir uns verbessern müssen“, sagt Rapp. „Aus dem Spiel heraus fallen wenig Tore. Da stehen wir relativ kompakt.“

Nicolai Rapp will den Sack zumachen

Am Sonntag (13.30 Uhr) geht es am Böllenfalltor gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn. „Eine gute Mannschaft mit viel Tempo“, sagt Rapp. Dabei gibt es voraussichtlich auch ein Wiedersehen mit Ex-Lilien-Spieler Marcel Heller. „Den haben wir auf dem Schirm“, sagt Rapp. „Wir wissen, dass er gut ist und Qualität hat. Aber auf dem Platz ist er unser Gegenspieler. Da wird er dann auch hart angegangen.“

Ziel sei der erste Heimsieg der Saison. „Wir sind meistens die spielbestimmende Mannschaft und haben alles selbst in der Hand“, sagt Rapp. „Wenn wir unsere Chancen nutzen und hinten keine Fehler machen, gewinnen wir das Spiel. Da gilt es jetzt mal dranzubleiben und den Sack auch mal zuzumachen, wenn wir in Führung liegen.“

Bildquellen

  • Nicolai Rapp, SV Darmstadt 98: Arthur Schönbein

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